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Auf Kangaroo Island wiederentdeckt

Winzige Opossum-Art hat australische Buschfeuer doch überlebt

Zwergbilchbeutler, kleinste Opossum-Art der Welt
Dieses entzückende Tierchen fanden Umweltschützer auf der australischen Insel Kangaroo Island. Der Zwergbilchbeutler gilt als kleinstes Opossum der Welt. Foto: Reuters / Kangaroo Island Land For Wildlife/Ashlee Benc

In Australien wüteten zwischen August 2019 und März 2020 die verheerendsten Brände in der Geschichte des Landes, Millionen Hektar Land wurden verwüstet, zahlreiche Tierarten verloren ihren Lebensraum. Wissenschaftler befürchten gar, dass manche ohnehin schon bedrohte Arten durch die Feuer vielleicht ganz ausgestorben sein könnten. Doch nun gab es im südlichen Australien einen Fund, der Hoffnung macht.

Mit geschlossenen Augen klammert sich das Tierchen an einen menschlichen Finger, es ist kaum größer als der Daumen. Entstanden ist das niedliche Foto auf der australischen Insel Kangaroo Island – und für Forscher ist es eine kleine Sensation. Denn bei dem Tier handelt es sich um ein Exemplar des Zwergbilchbeutlers, eine Spezies, von der man befürchtet hatte, dass sie durch die verheerenden Brände auf der Insel ausgelöscht worden sein könnte.

Wie der britische „Guardian“ berichtet, entdeckten Umweltschützer der Organisation „Kangaroo Island Land for Wildlife“ den kleinen Zwergbilchbeutler bei einer groß angelegten Suchaktion auf der südaustralischen Insel. Fast die Hälfte der 440.500 Hektar großen Insel war im Dezember und Januar verbrannt, zerstörte 88 Prozent des einstigen Lebensraumes der Tierchen. „Es ist nach dem Brand die erste dokumentierte Aufzeichnung eines überlebenden Exemplars dieser Art“, zitiert der „Guardian“ den australischen Ökologen Pat Hodgens.

Zwergbilchbeutler
Bitte einmal stillhalten: das winzige Tierchen wird vermessenFoto: Reuters / Kangaroo Island Land For Wildlife/Ashlee Benc

Kleinstes Opossum der Welt

Mit einer Größe von nur 10 cm und einem Gewicht von etwa 7 Gramm gilt die Spezies als kleinste Opossum-Art der Welt. Die nachtaktiven Tiere leben vor allem im Wald, wo sie Nahrung finden und häufig in Baumhöhlen oder unter Baumstümpfen schlafen. Neben Kangaroo Island kommen sie ansonsten nur noch in Tasmanien und vereinzelt auf dem südaustralischen Festland und im Bundesstaat Victoria vor.

Die Umweltschützer sind laut „Guardian“ optimistisch, dass der Zwergbilchbeutler auf Kangaroo Island überleben wird. Allerdings müsse die verbliebene Population unbedingt geschützt werden. Eine Bedrohung seien zurzeit vor allem Wildkatzen, in deren Mägen schon mehrere der Mini-Opossums gefunden worden seien.

Zwergbilchbeutler und Dünnschwanz-Schlafbeutlers
Neben dem Zwergbilchbeutler (rechts) fanden die Umweltschützer auch einige Exemplare des häufiger vorkommenden und etwas größeren Dünnschwanz-SchlafbeutlersFoto: Reuters / Kangaroo Island Land For Wildlife/Ashlee Benc

Weitere Tierarten in Australien entdeckt

Während der Suchaktion auf Kangaroo Island entdeckten die Naturschützer weitere Tierarten, darunter Buschratten, Dünnschwanz-Schlafbeutler und Wallabys. Laut Hodgens könnte es Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, bis die lokale Fauna sich vollständig von den Bränden erholt hat. „Wir sind es diesen Arten schuldig, alles zu tun, um sie zu schützen“, sagt er.

Schätzungen des WWF zufolge könnten in ganz Australien während der Buschbrände 2019/2020 mehr als eine Milliarde Tiere gestorben sein.

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