Lemmysuchus obtusidens

Urzeit-Krokodil nach Motörhead-Sänger benannt

Lemmysuchus obtusidens lebte in der Jura-Zeit auf dem Gebiet, das heute Europa ist. Benannt wurde das Urzeit-Krokodil nach Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister
Foto: Mark Witton and Trustees of the NHM, London / Getty Images

Es ist eine Ehre, die Lemmy Kilmister wahrscheinlich gut gefallen würde: Ein sechs Meter langes prähistorisches Krokodil wurde nach dem verstorbenen Motörhead-Sänger benannt.

Die Überreste des prähistorischen Krokodils wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in einer Lehmgrube nahe des englischen Peterborough ausgegraben. Damals wurde das Fossil schlicht in dieselbe Kategorie gesteckt wie alle weiteren Krokodil-Reste, die in der Gegend von Cambridgeshire gefunden wurden. Das stellte sich jetzt als Fehleinschätzung heraus.

Anzeige: 8 Tage Andalusien im 4*-Hotel inkl. Flug, Halbpension & Ausflügen ab 649 € (-100 €)

Erst dieses Jahr nahmen sich Wissenschaftler der Reste des Krokodils erneut an und veröffentlichten ihre Erkenntnisse in einer Studie im „Zoological Journal“. Ein besonderes Merkmal dieser Tiere war eine lange, zugespitze Kieferpartie.

Die Kieferpartie des Lemmysuchus war lang und schmal, dennoch ein wenig breiter als bei verwandten Spezies

Die Kieferpartie des Lemmysuchus war lang und schmal, dennoch ein wenig breiter als bei verwandten Spezies
Foto: Trustees of the National History Museum London

Lemmy-Fan verhalf dem Krokodil zu seinem Namen

Dank der Kuratorin des Natural History Museum in London, Lorna Steel, hat die neu untersuchte Krokodil-Spezies auch einen Namen erhalten: Lemmysuchus obtusidens. Die Kuratorin ist selbst großer Fan von Lemmy Kilmister, dem im Dezember 2015 verstorbenen Sänger und Bassist der britischen Band Motörhead. Laut einer Mitteilung des Museums hält Lorna Steel die Hommage an den bekannten Musiker für ziemlich passend, denn „der Lemmysuchus war einer der fiesesten Meereskreaturen, die jemals die Erde bewohnt haben“. Lemmy war neben seinem musikalischen Talent auch für seinen Lifestyle bekannt, der von „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ geprägt war. Er gab sich bis zu seinem Lebensende Zigaretten und Alkohol hin und starb schließlich an einer Krebserkrankung.

Auch interessant: Das rätselhafte Urzeit-Monster von Argentinien

Lemmysuchus unterschied sich von anderen Krokodilen seiner Zeit

Der Lemmysuchus lebte in flachen Gewässern nahe der Meeresküste auf dem Gebiet, das sich inzwischen zu Europa, wie wir es kennen, geformt hat. Mit seinem langen, aber breiten Kiefer konnte das Krokodil auch Schildkrötenpanzer knacken und verspeisen – im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen, deren lange Kiefer mit kleineren Zähnen eher für den Fischfang geeignet waren.

„Lemmysuchus“ bedeutet übersetzt Lemmys Krokodil, „obtusidens“ heißt, dass das Tier stumpfe Zähne hatte

„Lemmysuchus“ bedeutet übersetzt Lemmys Krokodil, „obtusidens“ heißt, dass das Tier stumpfe Zähne hatte Foto: Trustees of the National History Museum London

Die Überreste sind im London National History Museum zu sehen

Nahe der Fundstelle wurden etliche Exemplare des Lemmysuchus gefunden, beim Großteil der Fossile handelt es sich aber lediglich um nahe Verwandte. Oft ist es eine Herausforderung zu erkennen, ob ein fossiler Fund einer bereits bekannten Spezies angehört oder es sich um eine neu entdeckte Spezies handelt, da das Skelett meistens nicht komplett ausgegraben wird, sondern nur Teile davon gefunden werden. Die Überreste des Tieres sind im London National History Museum ausgestellt.

Unsere schönsten Reisestorys, Rezepte aus aller Welt und viele Tricks und Kniffs rund ums Thema Fliegen findet ihr auch auf unserem Magazin bei Flipboard! Folgt uns dort!

Traumurlaub bis zu 70 Prozent günstiger – jetzt gratis bei TRAVELBOOK Escapes anmelden!