Um Abschmelzung zu verlangsamen

Presena-Gletscher in Norditalien wird mit Schutzplanen abgedeckt

Presena Gletscher
Jeden Sommer wird der mehr als 3000 Meter hohe Presena-Gletscher zwischen der Lombardei und dem Trentino mit Planen vor Sonnenstrahlen und Hitze geschützt
Foto: Getty Images

Der Presena-Gletscher ist ein beliebtes Wintersportgebiet in Norditalien. Skifahren ist hier gewöhnlich noch bis Ende Mai möglich. Im Sommer aber machen dem Gletscher Sonnenlicht und Hitze zu schaffen. Das Eis droht zu schnell zu schmelzen. Doch mit einem findigen Projekt wird das Abschmelzen des Gletschers seit nunmehr zwölf Jahren deutlich verlangsamt.

Um der Ablation (Abschmelzung) des mehr als 3000 Meter hohen Presena-Gletschers zwischen der Lombardei und dem Trentino entgegenzuwirken, kommt seit nunmehr zwölf Jahren eine kluge Technik zum Einsatz. Am Ende jeder Skisaison, die in der Regel bis Ende Mai dauert, in diesem Jahr wegen der Corona-Krise allerdings vorzeitig beendet wurde, werden auf dem Gletscher riesige Schutzplanen aus Geotextilien ausgebreitet, um diesen vor Sonnenlicht und Hitze zu schützen. Mithilfe der Planen konnte die Ablation des Gletschers bereits um 52 Prozent reduziert werden, berichtet u. a. die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“. Ohne diesen Schutz vor Hitze und Sonnenlicht wäre das Eis bereits erheblich geschrumpft.

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Schutzplanen reflektieren das Sonnenlicht

Die Planen haben die Funktion, die Temperatur zu halten, das Sonnenlicht zu reflektieren und damit die Schneetemperatur zu senken. Das Projekt wurde 2008 nach der Idee aus einem experimentellen Programm der Universitäten von Trient und Mailand ins Leben gerufen. Die Antischmelz-Strategie beschränke sich jedoch nicht nur auf die Abdeckung des Gletschers im Sommer. Mit Beginn der Kälte werde die Schneeoberfläche zum Schutz des darunter liegenden Eises mithilfe von Wasser vergrößert. Dieser Prozess dauere jeweils bis Ende März.

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Aus einem Vergleich zwischen 2008 und dem aktuellen Zustand des Gletschers geht hervor, dass durch das Projekt eine Eisdicke von mehr als 50 Metern vor dem Schmelzen bewahrt werden konnte, schreibt der „Corriere della Sera“ weiter. Allein in den Alpen seien in den letzten Jahrzehnten rund 200 Gletscher verschwunden.

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