Zwei Monate nach verheerender Flut

Venedig leidet unter Niedrigwasser

Kaum Wasser: Die venezianischen Gondeln stecken im Matsch fest
Kaum Wasser: Die venezianischen Gondeln stecken im Matsch fest
Foto: dpa picture alliance

Erst im November gab es in Venedig einen Hochwasser-Rekord, jetzt sind die Kanäle in der Stadt beinahe ausgetrocknet. Wie kommt das? TRAVELBOOK hat nachgefragt.

Viele haben noch die Fotos von November vor Augen: Damals, vor etwa zwei Monaten, schien, es, als würde die Stadt untergehen. Teilweise stieg das Wasser auf 187 Zentimeter über dem Meeresspiegel – der höchste Wert seit mehr als 50 Jahren. 90 Prozent von Venedig waren im November überflutet, Schulen und Kitas geschlossen, schließlich rief die Stadt den Notstand aus (TRAVELBOOK berichtete).

Zu wenig Wasser in den Kanälen

Aktuell liegt der Wasserpegel 45 cm unter dem Meeresspiegel. Besonders betroffen sind die Viertel San Polo und Santa Croce. Dort war das Wasser in den Kanälen so weit gesunken, dass Gondeln und Boote auf dem schlammigen Grund lagen. Dadurch konnten zum Beispiel Feuerwehr und Rettungskräfte nur mit Einschränkungen arbeiten. Zuletzt war der Wasserstand vor zwölf Jahren so niedrig wie in diesen Tagen.

 

Doch wie kommt es plötzlich zu dem Niedrigwasser? „Das liegt an der Windrichtung“, erklärt Diplom Meteorologe Dominik Jung auf Nachfrage von TRAVELBOOK. Als im November das Hochwasser war, kam starker Wind aus südlicher Richtung und drückte Wasser vom Meer in die Stadt. „Nun kommt der Wind aus Richtung Norden und treibt das Wasser raus aus der Stadt auf das offene Meer“, sagt Jung.

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Die Tatsache, dass es einen hohen, mal einen niedrigen Wasserstand gibt, sei an sich nicht außergewöhnlich. Seltsam sei allerdings, dass es nur zwei Monate nach dem Hochwasser-Rekord nun ein so extremes Niedrigwasser gibt. Ein so kurzer Abstand zwischen den Extremereignissen sei laut Jung eher selten. Allerdings: „Im Rahmen des Klimawandels nimmt das Extremwetter zu! Heute so, morgen so!“, resümiert Jung.

 

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