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Wichtige Fragen und Antworten

3G in Bus und Bahn – wie wird jetzt kontrolliert?

3G Fernverkehr
Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf ab heute Busse und Bahnen nutzenFoto: dpa Picture Alliance

Seit Mittwoch gilt sie nun: die 3G-Regel im Nah- und Fernverkehr. Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf noch Bus und Bahn fahren. Doch längst nicht alle Fahrgäste können kontrolliert werden.

Gültiger Fahrausweis, Maske und ab heute auch ein 3G-Nachweis – seit Mittwoch (24. November) müssen Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr per Impfpass, Bescheinigung oder App nachweisen können, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Wer bei einer Kontrolle keinen dieser Nachweise vorlegen kann, muss an der nächsten Station aussteigen. Damit treten nun die Änderungen des in der vergangenen Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Infektionsschutzgesetzes in Kraft.

Kontrollen bei der Deutschen Bahn

Das Sicherheits- und Kontrollpersonal der Deutschen Bahn (DB) will stichprobenartig die 3G-Nachweise in den Zügen kontrollieren. Rund 4200 Mitarbeitende von DB Sicherheit sowie rund 5000 DB-eigene oder im Auftrag der DB tätige Service- und Kontrollpersonale in S-Bahn-, RE- und RB-Zügen sollen für die Kontrollen eingesetzt werden. Darüber hinaus soll es im Metropolen- und Regionalverkehr jeweils länderspezifische Sicherheitspartnerschaften zur Durchsetzung der 3G-Regel geben, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn.

Sollte ein Fahrgast keinen 3G-Nachweis vorweisen können, werde dieser gebeten, am nächsten Halt auszusteigen und den 3G-Nachweis in einer Teststelle nachzuholen. Allein im Fernverkehr seien in den ersten Tagen nach Inkrafttreten der neuen 3G-Regeln Kontrollen auf 400 Verbindungen geplant. „Sollte die DB einen Beförderungsausschluss aussprechen müssen, kann sie die Bundespolizei bei Problemen um Unterstützung bitten“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der 3G-Nachweis ist allerdings nur für die Fahrt in den Zügen und Bussen erforderlich, nicht aber auf Bahnhöfen und Bahnsteigen.

Kontrollen im Nahverkehr

Die Kontrollen der 3G-Nachweise im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) dürften sich aufgrund der oftmals kurzen Fahrzeiten von einer Station zur anderen sowie der ständig wechselnden Fahrgäste deutlich schwieriger gestalten als im Fernverkehr. Verantwortlich für die Kontrollen der 3G-Nachweise im Nah- und Fernverkehr sind per Gesetz die Unternehmen – trotz aller Einwände, ihre Mitarbeiter seien keine 3G-Polizei. TRAVELBOOK zeigt am Beispiel von vier deutschen Großstädten, wie künftig im Nahverkehr kontrolliert werden soll.

Beispiel Hamburg

In Hamburg soll die Kontrolle der 3G-Pflicht stichprobenartig „durch die mehr als 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Prüf- und Sicherheitsdienste der Verkehrsunternehmen im Rahmen der regelhaften Fahrkarten- und Maskenkontrollen“ erfolgen, erklärte der Hamburger Verkehrsverbund laut einem Bericht des „NDR“ . Wer ohne Nachweis erwischt werde, müsse mit einem Bußgeld oder einer sogenannten Vertragsstrafe rechnen. Die Höhe des Bußgeldes stehe allerdings noch nicht fest.

Beispiel Berlin

In Berlin können die jeweiligen 3G-Nachweise sowohl ausgedruckt als auch in digitaler Form auf dem Handy vorgezeigt werden, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf Anfrage dem „Rundfunk Berlin-Brandenburg“ (rbb) mit. Auch hier sollen die Nachweise stichprobenartig kontrolliert werden. Dafür arbeite die BVG auch mit Polizei und Ordnungsamt zusammen.

Beispiel Frankfurt am Main

Um die Einhaltung der 3G-Regel sicherzustellen, soll es in Frankfurt am Main stichprobenartige Kontrollen in unterschiedlicher Form geben, „auch im Rahmen der bewährten Sicherheitspartnerschaft zwischen Verkehrsunternehmen, Ordnungsbehörden und Polizei“, heißt es auf der Seite von Frankfurts offiziellem Stadtportal.

Beispiel Stuttgart

Im Bereich der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) soll ein Sicherheitsdienst kontrollieren, ob die Fahrgäste einen Impf-, Genesenen- oder Testnachweis haben. Darüber hinaus soll es Schwerpunktkontrollen mit der Polizei geben, berichtet die „Stuttgarter Zeitung“.

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Für wen gelten Ausnahmen von der 3G-Regel?

Kinder unter sechs Jahren wie auch Kinder und Jugendliche, die zur Schule gehen, sind von der 3G-Regelung im Nahverkehr ausgenommen. Grund: Bei Schülerinnen und Schülern wird davon ausgegangen, dass sie in den Schulen ohnehin regelmäßig getestet werden.

Wer bezahlt die Corona-Tests?

Für Personen, die weder geimpft noch genesen sind, könnte sich seit Inkrafttreten der 3G-Regel im Nahverkehr der tägliche Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen kompliziert gestalten. Insbesondere dann, wenn man Bus oder Bahn braucht, um zu einer Teststation zu kommen. Denn bei Fahrtantritt darf die Testabnahme nicht länger als 24 Stunden zurückliegen. Zwei Tests pro Woche müssen die Arbeitgeber stellen. Mindestens einen kostenlosen „Bürgertest“ pro Woche gibt es an den Teststationen. Wer darüber hinausgehende Tests bezahlt, sei nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) noch unklar.

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Gilt die 3G-Regel auch in Taxen?

Wer in ein Taxi steigt, benötigt keinen 3G-Nachweis, ist jedoch verpflichtet, eine Maske zu tragen. Lediglich die Taxifahrer*innen müssen wie auch andere Berufsgruppen am Arbeitsplatz belegen können, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind.

Mit Material von dpa