Umbau nicht fertig

Auch die zweite „Aida Mira“-Reise abgesagt

Noch nicht alles fertig: Auf der „Aida mira“ sind noch Arbeiten in Gang
Noch nicht alles fertig: Auf der „Aida mira“ sind noch Arbeiten in Gang
Foto: dpa picture alliance

Rund vier Wochen lang wurde das Kreuzfahrtschiff „Costa neoRiviera“ zur „Aida Mira“ umgebaut. Doch die Zeit reichte nicht aus und die erste Reise musste abgesagt werden. Nun das nächste Debakel: Auch die zweite Reise wird gecancelt.

Nach der Taufe in Palma de Mallorca am Samstagabend sollte die „Aida Mira“ eigentlich am Sonntag zur ersten Kurzkreuzfahrt unter dem neuen Namen aufbrechen: Geplant war eine Vier-Tage-Tour im westlichen Mittelmeer. Doch daraus wurde nichts.

Am Sonntagnachmittag verkündete Kapitän Manuel Pannzek über die Bordlautsprecher, dass das Schiff noch bis Mittwoch in Mallorca bleiben werde. Die Passagiere hatten an Deck schon das Auslaufen erwartet.

Südafrika-Reise bis 23. Dezember ebenfalls abgesagt

Zunächst hieß es, die Arbeiten würden in den kommenden Tagen im laufenden Betrieb erfolgen und am Mittwoch werde die „Aida Mira“ ihre Fahrt ab Palma de Mallorca nach Kapstadt in Südafrika antreten. Diese Fahrt, die eigentlich bis zum 23. Dezember dauern sollte, wurde nun ebenfalls abgesagt. Am Tag vor Heiligabend solle dann wirklich die erste Fahrt des Pannen-Schiffs erfolgen. In der Zeit wolle die Reederei alle noch offenen Arbeiten abschließen. Aida entschuldigt sich bei den Kunden und kündigte an, alle Gäste so schnell wie möglich persönlich zu informieren und alternative Reiseangebote zu unterbreiten.

Die „Aida Mira“ ist das 14. Schiff der Aida-Flotte, aber kein Neubau. Im Jahr 1999 wurde sie als „Mistral“ für Festival Cruises in Dienst gestellt, zuletzt fuhr sie für Costa als „Costa neoRiviera“.

Für rund 50 Millionen Euro ließ Aida das Schiff in einer Werft in Genua umbauen, um es in der „Selection“-Reihe fahren zu lassen. In dieser waren bislang die drei kleinsten und ältesten Schiffe der Flotte unterwegs: „Aida Aura“, „Aida Vita“ und „Aida Cara“. Doch bei den rund vierwöchigen Arbeiten gab es wohl deutlichen Verzug, für den laut Reederei das Wetter sorgte: Bei sintflutartigem Regen hätten vor allem die Arbeiten auf den Außendecks nicht beendet werden können.

Dreckige Minibars, fehlende Möbel und defekte Getränkespender

Das führte dazu, dass etliche Bereiche an Bord nicht in dem Zustand waren, wie Stammgäste es von Aida Cruises kennen. Zum Beispiel das Promenadendeck präsentierte sich in einem schlechten Zustand, ebenso das Pooldeck. In etlichen Kabinen traten Probleme auf, zum Beispiel gab es in den Duschen nur brühendheißes oder aber eiskaltes Wasser, Minibars waren dreckig, Möbel auf den Balkonen fehlten, Getränkespender in den Restaurants funktionierten nicht, Teile des Außenanstrichs waren nicht komplett. Auch der Service präsentierte sich nicht besonders eingespielt.

Von den ersten Passagieren bekam die Reederei sowohl in sozialen Medien als auch direkt an Bord deutliche Kritik zu hören. „Wie kann man nur so ein Schiff der Öffentlichkeit präsentieren, das ist der Super-Gau“, hieß es zum Beispiel in einem Kommentar bei Facebook.

Der Umbau eines Schiffes sei technisch hochkomplex, erklärte Aida als Antwort zu der Frage, ob die Probleme nicht absehbar waren und warum trotzdem Gäste an Bord gelassen wurden

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Mehrere Verzögerungen bei Aida Cruises

Die abgesagten Reisen reihen sich ein in mehrere Verzögerungen bei der Indienststellung neuer Kreuzfahrtschiffe in den vergangenen Monaten. Auch Aida Cruises war davon betroffen, zuletzt bei der „Aida Nova“. Aktuell gibt es auch bei der „Costa Smeralda“ Verspätungen. Außerdem traten 2019 die „World Explorer“ von Nicko Cruises und die „Hanseatic nature“ von Hapag-Lloyd Cruises verspätet ihre ersten Reisen an.