Neue Bettensteuer

Amsterdam wird für Touristen jetzt noch teurer

Amsterdam Massentourismus
Die Grachten werden von Touristenmassen überflutet
Foto: Getty Images

Genau wie Barcelona, Venedig und andere vom Massentourismus geplagte Metropolen will auch Amsterdam gegen die Flut von Besuchern in der Stadt vorgehen. Daher wurde jetzt die Bettensteuer für Gäste eingeführt. TRAVELBOOK zeigt, was es sonst noch für Maßnahmen gibt.

Neue Bettensteuer für Amsterdam-Besucher

Schon länger müssen Amsterdam-Besucher eine Touristensteuer von sieben Prozent mit ihrer Hotelrechnung zahlen. Jetzt kommt zusätzlich eine Bettensteuer hinzu: Drei Euro pro Nacht und Nase werden beim Besuch der niederländischen Hauptstadt fällig. Das hat jetzt die Stadtverwaltung entschieden.

Von der neuen Steuer verspricht sich die Stadt zusätzliche Einnahmen von rund 100 Millionen Euro im Jahr. Diese sollen unter anderem in den Erhalt des historischen Stadtbildes investiert werden. Die Stadt will in den kommenden Jahren 289 Millionen Euro in den Unterhalt der zahllosen Brücken, Grachten sowie Grünanlagen und Straßen investieren.

30 Millionen Gäste erwartet

Amsterdam habe bereits die höchste Touristenabgabe im Vergleich zu anderen europäischen Touristenmetropolen, beklagte der niederländische Hotel- und Gaststättenverband. Die Steuer dürfe nicht zulasten der Gastfreundschaft gehen, während viele Anbieter von Quartieren über den Unterkunftsvermittler Airbnb die auch für sie fällige Touristenabgabe nicht bezahlten.

Niederländische Städte hätten ihre Touristensteuern in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich verdoppelt, erklärte der Verband und mutmaßte, dass damit vielfach einfach die Stadtkasse angespeckt werde. In Amsterdam sind es die Grachten und das Rotlichtviertel De Wallen, die jährlich Millionen Besucher anziehen. Für 2025 rechnet die niederländische Hauptstadt mit 30 Millionen Gästen. Schon im vergangenen Jahr kamen um die 25 Touristen auf einen Einwohner.

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Diese anderen Einschränkungen erwarten Touristen

Neben der neuen Bettensteuer wird der Touristen-Alltag noch auf andere Arten beeinflusst. Eine Übersicht:

  • Führungen durch das Rotlichtviertel werden untersagt: Ab dem 1. Januar 2020 werden Gruppenführungen durch das Viertel De Wallen verboten, teilte die Stadt Amsterdam mit. Seit dem 1. April 2019 sind alle Touren nach 19 Uhr untersagt. Die Führungen entlang der Fenster seien den Prostituierten gegenüber nicht respektvoll und verursachten viel Hektik, hieß es von der Stadtverwaltung.
  • Reiseleiter brauchen eine spezielle Genehmigung: Besucher sollten genau darauf achten, bei wem sie eine Tour buchen. Denn Führer benötigen in Zukunft eine spezielle Genehmigung, um Touren durchführen zu dürfen. Außerdem wird für Stadtführungen eine zusätzliche Gebühr fällig, ähnlich einer Kurtaxe. Kostenlose Führungen werden in diesem Zuge komplett verboten.
  • Abgabe für Kreuzfahrtpassagiere: Wer mit dem Schiffe in Amsterdam an Land gehen möchte, muss seit 1. Januar 2019 eine extra Steuer zahlen. Dabei werden pro Tag und Kopf acht Euro fällig. Reedereien legen die Gebühr mittlerweile auf den Kunden um. Einige Anbieter routen ihre Schiffe Berichten zufolge wegen der Steuer komplett um, etwa nach Rotterdam.
  • Wer sich daneben benimmt, muss zahlen: Touristen werden – wie auch Einheimische – zur Kasse gebeten, wenn sie Alkohol auf der Straßen trinken. Auch Müll auf die Straßen werfen, lautes Grölen oder Wildpinkeln ist teuer. Ordnungshüter haben praktischerweise direkt Kartenlesegeräte dabei, um kassieren zu können.
  • Besucher werden begrenzt: Wenn es auf den Straßen des beliebten Rotlichtviertels sehr voll wird, werden dort schon mal die Straßen gesperrt. Die Stadt misst die Zahl der Besucher im Viertel.
  • Keine neuen Touristen-Läden: Bereits seit 2017 unterbindet die Stadt, dass weitere Geschäfte für Touristen eröffnet werden. Dazu zählen etwa Fahrradverleiher, Ticketshops und Besucherattraktionen. Auch neue Fast-Food-Läden oder Eisdielen haben es schwer.

Utrecht – ein echter Geheimtipp in den Niederlanden!

In Amsterdam ist der sogenannte „Overtourism“ ein großes Problem: Die Stadt, die nur 850.000 Bewohner hat, zählte 2018 19 Millionen Touristen, Tendenz steigend.