Passagiere müssen sich umstellen

Was sich ab 9. Dezember bei der Bahn alles ändert

Deutsche Bahn
Die Bahn stellt ab dem 9.Dezember ihren Fahrplan um – für Gäste wird sich einiges ändern
Foto: Getty Images

Die Bahn stellt ab dem 9.Dezember ihren Fahrplan um: Beliebte Strecken sollen häufiger bedient, die Zugflotte insgesamt modernisiert werden. Ganz spurlos wird das am Verbraucher natürlich nicht vorbei gehen: Die Preise für Zugtickets steigen auch für 2019 wieder.

Teils deftige Preiserhöhungen

Zuerst einmal die schlechte Nachricht: Die Preise bei der Bahn werden auch dieses Jahr wieder steigen, und zwar laut Hochrechnungen von BILD.de um durchschnittlich 0,9 Prozent. Das Fernverkehrsticket zum sogenannten Flexpreis wird dabei sogar um 1,9 Prozent teurer. Und auch Bahncard-Kunden werden künftig noch deftiger zur Kasse gebeten: So steigt der Preis für die Bahncard 100 von bislang 4270 auf 4395 Euro – in der Zweiten Klasse wohlgemerkt. Preise für Streckenzeitkarten steigen um durchschnittlich 2,9 Prozent, die Mindestlaufzeit für solche Karten und auch DB-Jobtickets wird aber gleichzeitig von bislang zwölf auf drei Monate gesenkt.

Mehr Verbindungen im Fernverkehr

Die Schnellstrecke zwischen Berlin und München soll mit nun fünf statt bislang nur drei Sprinterzügen pro Tag und Richtung bedient werden – damit reagiert die Bahn nach eigenen Angaben auf die stetig steigenden Passagierzahlen im Fernverkehr und die wachsende Nachfrage. Um dieser nachzukommen, werde man auf dieser Strecke künftig auch den ICE4 einsetzen, der Platz für bis zu 830 Fahrgäste bietet, genauso wie auch auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Stuttgart. Wurde diese Strecke, die auch über Frankfurt/Main Flughafen führt, bislang nur dreimal bedient, so wird es ab dem 9. Dezember 14 Fahrten pro Tag und Richtung geben. Einmal täglich wird es dann auch eine direkte Hauptstadtverbindung zwischen Berlin und Wien bzw. Wien-Berlin geben.

Die sogenannte Mitte-Deutschland-Verbindung von Nordrhein-Westfalen bzw. Kassel über Erfurt und Jena ins thüringische Gera soll künftig täglich pro Richtung von drei IC-Zügen bedient werden. Auf der Verbindung Nürnberg – Stuttgart – Karlsruhe werden die neuen Fahrzeuge der Intercity-2-Flotte eingesetzt, ältere Fahrzeuge sollen nach und nach abgelöst werden.

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Neue Strecken und mehr Fahrzeuge im Regionalverkehr

Die S-Bahnen in den Ballungsgebieten Stuttgart, Hamburg und Rhein-Main sollen ab Fahrplanwechsel in einem dichteren Takt fahren. Bei der S-Bahn Berlin werden durch den neuen viergleisigen Abschnitt zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof die hier verkehrenden Linien verlängert, Fahrzeiten verkürzt und der Abfahrt-Takt verdichtet. Die S-Bahn in München soll modernisierte Fahrzeuge erhalten, bis 2020 will man hier alle 238 Fahrzeuge des Typs ET 423 umbauen.

11 Dinge, die man in der Bahn unbedingt vermeiden sollte

Ostbayern soll dank eines neuen Flughafenexpress-Zuges (ÜFEX) besser an München und damit die Welt angebunden werden – von Regensburg/Landshut gelangt man dann ohne Umsteigen zum Alpen-Airport. Der Franken-Thüringen-Express (FTX) fährt ab Fahrplanwechsel bis nach Leipzig, zudem sind diese Züge auf die jeweiligen ICE-Anschlüsse in Nürnberg, Bamberg und Leipzig abgestimmt. Für diese Verbindung wird eigens das Regio-Ticket Franken-Thüringen (+ Leipzig) eingeführt.

In der Region Berlin-Brandenburg sollen mehr Fahrzeuge eingesetzt werden, die zudem eine höhere Sitzplatzkapazität haben – dafür will man jetzt durchgängig Doppelstockwagen bzw. längere Züge einsetzen, zum Beispiel auf der Strecke RE 7 (Dessau – Wünsdorf – Waldstadt) oder auf der RB 10 (Nauen – Berlin). Auf der Strecke Erfurt – Weimar – Gera sollen ab dem 9. November zwischen Jena-Göschwitz und Erfurt samstags fünf und sonntags vier zusätzliche Regional-Express-Verbindungen in beiden Richtungen verkehren. Damit bestünde auch an den Wochenenden in Erfurt Anschluss an die ICE von und nach München.

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Die RE5, die die Strecke zwischen Hamburg und Cuxhaven bedient, übernimmt die DB Regio vom aktuellen Betreiber „metronom“, die RE18-Strecke zwischen Jena und Halle/Saale wird von „Abellio“ übernommen. In Halle besteht Anschluss an den Fernverkehr in Richtung Berlin.

Neue Bezahloptionen

Mit dem Fahrplanwechsel soll es möglich sein, auf der Webseite der Bahn gebührenfrei mit „paydirekt“, dem Online-Bezahlverfahren deutscher Banken und Sparkassen, zu bezahlen. Mitte Dezember soll dies dann nach einem entsprechenden Update auch auf dem Bahn-Navigator in der DB-App möglich sein.

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Neue Infrastruktur, mehr Verkehr

Pünktlich zum Fahrplanwechsel soll auch das Projekt „Neufahrner Kurve“ nach vier Jahren Bauzeit und Kosten von 91 Millionen Euro fertig gestellt werden. Damit wird die Strecke Regensburg-Freising-München mit den S-Bahn-Gleisen zum Münchner Flughafen verbunden. In Sachsen wird eine 55 km lange Strecke zwischen Knappenrode und Horka in Betrieb genommen. Zudem werden ab dem 9. Dezember zwischen Hoyerswerda und Görlitz auf der ausgebauten Strecke Züge im Zwei-Stunden-Takt verkehren.