SNCF und Air France

Bahn- und Flugstreik in Frankreich trifft deutsche Reisende

Frankreich Streik
Rien ne va plus, nichts geht mehr – so wird es wohl auf Frankreichs Bahnhöfen bis zum 28. Juni noch häufiger aussehen...
Foto: Getty Images

Frankreich stehen harte Zeiten bevor: Drei Monate lang drohen dem Land Streiks, vor allem der Zugverkehr ist betroffen – aber auch bei Air France kommt es zu Ausständen.

Weil zahlreiche Bahn-Mitarbeiter gegen eine von Präsident Emmanuel Macron geplante Bahnreform protestieren, sind in den kommenden drei Monaten vor allem im Zugverkehr in, von und nach Frankreich Ausfälle und Verspätungen zu befürchten.

Wie die staatliche Bahngesellschaft SNCF mitteilte, verkehrten am Freitag (13. April) rund zwei Drittel der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge nicht. Ein Szenario, das sich demnächst wiederholen könnte.

Der Bahnstreik hat auch Auswirkungen auf Deutschland. Bisher waren Fernverkehrszüge zwischen Frankfurt (Main) und Paris, München und Paris sowie Frankfurt (Main) und Marseille betroffen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte. Im Nahverkehr mussten Bahnreisende mit dem Bus über die französische Grenze ins Elsass fahren.

Freitag war bereits der fünfte Streiktag, für Samstag ist eine Fortsetzung geplant. Die Gewerkschaften wollen bis Ende Juni jeweils an zwei Folgetagen zum Streik aufrufen und dann drei Tage lang mit den Ausständen pausieren.

Die Streikwelle rollt seit Anfang des Monats. Gewerkschaften wehren sich damit gegen eine von der Mitte-Regierung geplante Reform der mit 50 Milliarden Euro verschuldeten SNCF. Vorgesehen ist, den Schienenverkehr für Konkurrenten zu öffnen. Außerdem soll für neu eingestellte SNCF-Mitarbeiter der beamtenähnliche Eisenbahner-Status wegfallen. Gegen diesen Plan gibt es besonders viel Protest.

 

Die besten Reise-Storys kostenlos vorab lesen! Jetzt für den TRAVELBOOK-Newsletter anmelden!

Auch Streiks bei Air France

Auch Teile des Personals bei Air France hatten am 3. und 7. April ihre Arbeit niedergelegt, zudem wurden für den 17./18. sowie 23./24. April weitere Streiks angekündigt, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte. Sobald man wisse, wie viele Mitarbeiter die Arbeit niederlegen wollten und welche Flüge davon betroffen seien, werde man dies umgehend bekannt geben.

Laut Air France können betroffene Kunden Flüge unabhängig vom ursprünglichen Preis kostenlos umbuchen. Man tue im Übrigen das Möglichste, um die Auswirkungen auf die Passagiere zu minimieren, heißt es.

Flüge von Schwesterngesellschaften wie KLM oder Delta seien nicht betroffen. Laut „Ouest France“ fordern die Arbeitnehmer 6 Prozent mehr Lohn, wohingegen das Unternehmen die Gehälter bis zum Oktober nur um insgesamt einen Prozent anheben wolle – mehr könne man nicht zahlen. Bereits seit dem 22. Februar war es deshalb immer wieder zu Streiks bei Air France gekommen.