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Grenzstein lag im Weg

Belgischer Bauer verschiebt versehentlich Frankreichs Grenze

Die Grenze von Frankreich zu Belgien bei Erquelinnes
Die Grenze von Frankreich zu Belgien bei ErquelinnesFoto: dpa picture alliance

Wer einen Stein verschiebt, sollte sich vorher genau anschauen, ob es sich nicht um ein besonderes Exemplar handelt. Denn sonst könnte einem das gleiche Schicksal widerfahren wie einem belgischen Landwirt. Er verschob versehentlich eine Grenze und machte so Frankreich kleiner und Belgien größer. Die ganze Geschichte.

Ländergrenzen werden auf verschiedene Weisen markiert – manchmal sind es natürliche Grenzen, wie Flüsse, manchmal sind es Grenzsteine. Gerade in Feld- und Waldgebieten sind diese Markierungssteine oft etwas höher, damit sie zum Beispiel für Landwirte gut sichtbar sind. Doch genau das schien einen belgischen Bauern zu stören: Der Grenzstein war scheinbar so aufgestellt, dass er ihn bei seinen Traktorfahrten störte. Deswegen versetzte er besagten Stein – und verschob so ganz nebenbei die vor Jahrhunderten festgelegte Grenze von Frankreich und Belgien.

Der Skandal fiel nur zufällig auf, als ein Spaziergänger bemerkte, dass der Stein um 2,29 Meter verschoben war, wie die „BBC“ berichtet. Sowohl auf der Seite des belgischen Dorfes Erquelinnes als auch auf französischer Seite im Ort Bousignies-sur-Roc nahm man den Vorfall mit Humor.

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Bürgermeisterin: »Ein Grenzkrieg sollte vermeidbar sein

David Lavaux, Bürgermeister von Erquelinnes, scherzte etwa, dass es keine gute Idee sei, Belgien größer und Frankreich kleiner zu machen. Auch wenn er glücklich gewesen sei, dass seine Stadt nun größer sei. Auch im benachteiligten Frankreich reagierte man mit einem Augenzwinkern über die verschobene Grenze. „Wir sollten in der Lage sein, einen neuen Grenzkrieg zu vermeiden“, sagte Aurélie Welonek, Bürgermeisterin des französischen Dorfes, gegenüber La Voix du Nord.

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Allerdings könne der Landwirt tatsächlich strafrechtlich belangt werden, wenn er den Stein nicht an die ursprüngliche Stelle zurückbringt. In dem Fall würde das Stein-Debakel sogar zu einem Fall für das Außenministerium werden. Das müsste im Ernstfall eine französisch-belgische Grenzkommission einberufen – zum ersten Mal seit 1930.

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Aktuell ist die Grenze zwischen Frankreich und Belgien 620 Kilometer lang. Festgelegt wurde sie vor mehr als 200 Jahren, im Jahr 1820. Der verschobene Grenzstein ist sogar noch älter. Er stammt aus dem Jahr 1819, als die Grenze erstmals abgesteckt wurde.

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