Hauptstadtflughafen

Baubehörde gibt Hauptterminal des BER zur Nutzung frei

So sieht der Hauptstadtflughafen BER von innen aus
So sieht der Hauptstadtflughafen BER von innen aus
Foto: Getty Images

Der Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens Ende Oktober dürfte nun nichts mehr im Wege stehen: Die zuständige Baubehörde hat das Hauptterminal des BER am Dienstag zur Nutzung freigegeben.

„Nach monatelanger Prüfung durch die Fachbehörde der von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) als Bauherr seit 2019 eingereichten Unterlagen zur Baufertigstellung, steht nun einer Nutzung als Flugastterminal mit der geplanten Inbetriebnahme des Flughafens BER in Schönefeld am 31. Oktober 2020 bauordnungsseitig nichts mehr im Wege“, teilte der Betreiber am Dienstag mit. Die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald habe nach Abschluss der Bauarbeiten die Fertigstellung des Terminal 1 bestätigt.

Vergangene Woche hatte bereits der TÜV die letzten Probebescheinigungen ausgestellt und damit grünes Licht für den Start des BER gegeben. 

Die Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens lässt seit 2011 auf sich warten. Sechs Inbetriebnahmetermine sind geplatzt, weil Baumängel, Technikprobleme und Planungsfehler den Start verhinderten.

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Corona-Pandemie kein Risiko für die Eröffnung

Der Verkehrseinbruch in Folge der Coronavirus-Krise erleichtert nach Lütke Daldrups Angaben den Probebetrieb und die Inbetriebnahme. Der Probebetrieb im Terminal werde mit reduziertem Personal bei größtmöglichen Abständen ablaufen.

„Wir haben noch ein bis zwei Prozent des Verkehrs“, zog Lütke Daldrup den Vergleich zum sonst üblichen Geschäft an den bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld. Insgesamt würden an beiden Standorten etwa 1000 Passagiere pro Tag gezählt. „Wir müssen damit rechnen, dass die Fluggastzahlen über mehrere Monate sehr gering bleiben werden.“

Erneuter Vorschlag, Tegel zu schließen

Der Flughafenchef hatte vergangene Woche abermals vorgeschlagen, den Standort Tegel vorübergehend vom Netz zu nehmen und Berlin-Flüge nur noch in Schönefeld abzuwickeln. Damit ließen sich täglich 200.000 Euro einsparen. Bislang sperrt sich dagegen vor allem der Bund. Für den heutigen Mittwoch (29. April) ist eine weitere Sitzung der Gesellschafter anberaumt, zu denen neben dem Bund die Länder Berlin und Brandenburg zählen.

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Das Regierungsterminal in Schönefeld sei schnell in Betrieb zu nehmen, warb Lütke Daldrup. Bislang nutzt der Bund Tegel. Es sei allerdings seit Wochen keine Regierungsmaschine mehr geflogen, sagte der Flughafenchef. Deshalb sei das eine abstrakte Diskussion. Es sei besser, wenn die Flugbereitschaft jetzt nach Schönfeld umziehe als während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr.

 

Keine Garantie gibt es, dass das neue Terminal 2 am BER zur Eröffnung im Oktober bereitsteht. Dort fehlt wegen der Corona-Krise gut ein Viertel der Bauarbeiter aus Osteuropa. Möglicherweise bleiben auch manche Läden im BER-Hauptterminal zum Start verriegelt, wie Lütke Daldrup andeutete. Er schließe nicht aus, dass der eine oder andere Betreiber in Schwierigkeiten gerate, sagte er.