Pannenserie

Boeing-Desaster kostet Tui 300 Millionen Euro

Boeing
Deutlich zu sehen: Die Tui-Maschinen stehen immer noch auf dem Firmengelände von Boeing in Renton bei Seattle
Foto: Getty Images

Nach wie vor müssen alle Maschinen des Typs Boeing 737 Max am Boden bleiben. Für den deutschen Ferienanbieter Tui ist das richtig teuer. Was die Firma dagegen tun will, und warum man trotzdem weiter auf das Pannenflugzeug setzt.

Nachdem zwei Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max innerhalb von nur fünf Monaten abgestürzt waren, wurde alle Maschinen dieser Art mit einem globalen Flugverbot belegt (TRAVELBOOK berichtete). Auch der weltgrößte Reisekonzern Tui legte infolge des Banns seine 15 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 vorübergehend still – dabei hatte das Unternehmen gerade erst vier neue 737 Max bei Boeing bestellt, wollte damit die Flotte erweitern. TRAVELBOOK sprach mit Tui darüber, was das Flugverbot für die Firma bedeutet.

300 Millionen Euro Kosten

Weniger Flugzeuge oder Flüge habe das Unternehmen trotz der Pleite übrigens nicht, denn mit den vier bestellten Maschinen habe man die Flotte lediglich insofern aufrüsten wollen, als dass alte gegen neue Maschinen getauscht worden wären. „Wir wollten so umweltfreundlicher werden, haben die Abgabe der alten Flugzeuge aber nun verzögert“, so Dünhaupt. Zusätzlich erhalte man den Flugplan aufrecht, indem man Maschinen lease und mit Umlegungen entsprechend optimiere.

Auch interessant: Experte erklärt: Was passiert bei Boeings Software-Update?

Dies bringe aber natürlich auch entsprechende Mehrkosten mit sich: „Vom Zeitpunkt des Groundings bis Ende September wird uns dieser Umstand geschätzt 300 Millionen Euro kosten – einmal durch das Leasing, dann auch durch höheren Kerosinverbrauch. Wie sich diese Kosten am Ende umwälzen lassen, wollen wir mit Boeing in bilateralen Gesprächen klären.“ Eine Schlammschlacht über die Medien wolle man hierbei vermeiden: „Normalerweise einigen sich Airlines und Hersteller in einem solchen Fall.“

„Offensive Kommunikationsstrategie“

Auch eine Klage helfe niemanden – stattdessen habe es Priorität, dass die Flugzeuge gewissenhaft überprüft würden, so dass man auch Crew und Passagieren erklären könne, was genau verbessert wurde. Im Bezug auf die Pannen versucht Dünhaupt zu beruhigen: „Wir haben mit unseren 15 Maschinen in Großbritannien, Belgien und den Niederlanden insgesamt 6500 Flüge durchgeführt, ohne dass dabei auch nur einmal das geringste Problem aufgetreten wäre.“ In Deutschland hat das Unternehmen aktuell keine Flugzeuge vom Typ 737 Max im Einsatz, die vier bestellten Maschinen stünden immer noch auf dem Boeing-Firmengelände in Renton bei Seattle (Artikelfoto).

Um das Vertrauen der Fluggäste wieder zu gewinnen, sollte die Boeing 737 Max wieder abheben dürfen, plant der Konzern eine offensive Kommunikationsstrategie: „Wir werden dann den Passagieren und auch den Medien erklären, was verbessert wurde, und wie das Flugzeug an sich funktioniert.“

 

Themen