Nach massiven Buchungseinbrüchen

Wegen Coronavirus! Britische Airline Flybe pleite

Der angeschlagene britische Regionalflieger hat mit sofortiger Wirkung seinen Flugbetrieb eingestellt.
Der angeschlagene britische Regionalflieger hat mit sofortiger Wirkung seinen Flugbetrieb eingestellt
Foto: dpa Picture Alliance

Die britische Fluggesellschaft Flybe hat ihren Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das teilte die Airline am Donnerstag auf ihrer Webseite mit.

Noch Mitte Januar hatte die britische Regierung angekündigt, sich an einem Rettungspaket für den bereits schwer angeschlagenen Regionalflieger beteiligen zu wollen. Doch offenbar kam die Hilfe zu spät: Letztlich sollen massive Buchungseinbrüche aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zum endgültigen Aus von Flybe geführt haben. Das berichtet unter anderem die britische Tageszeitung „Guardian“.

„Alle Flüge wurden gestrichen und das Geschäft in Großbritannien mit sofortiger Wirkung eingestellt“, teilt die Airline auf ihrer Webseite mit.

2400 Mitarbeiter verlieren Job

Laut einem Bericht von „Sky News“ verlieren durch die Insolvenz von Flybe mehr als 2400 Menschen ihren Job. Flybe war die größte unabhängige Fluggesellschaft in Europa und hat jährlich etwa acht Millionen Passagiere zwischen 81 Flughäfen in Großbritannien und Europa befördert. In Deutschland wurden Flughäfen in sieben Städten von Flybe bedient, unter anderem gab es Flugverbindungen nach Birmingham, Cardiff und Manchester.

Vor allem kleine Flughäfen in abgelegenen Regionen wie Cornwall, Wales und dem Norden Schottlands trifft das Aus für Flybe hart. Verkehrsminister Grant Shapps versprach, gemeinsam mit den Flughafen-Betreibern nach Lösungen zu suchen. In einem BBC-Interview machte er auch die gesunkene Nachfrage durch den Coronavirus-Ausbruch für das endgültige Scheitern der Airline verantwortlich.

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Gewerkschaften sind empört

Noch am Mittwoch hatte es Krisengespräche über eine Rettung gegeben, allerdings ohne die erhoffte Lösung für die Finanzprobleme der Gesellschaft zu finden. Vier führende Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst and Young wurden als Insolvenzverwalter eingesetzt.

Das Aus der 1979 gegründeten Fluggesellschaft löste bei britischen Gewerkschaftern Empörung aus. „Während andere europäische Länder in der Lage sind, Maßnahmen zu ergreifen, um die Fluggesellschaften am Leben zu erhalten, wenn sie Insolvenz anmelden müssen, ist Großbritannien unfähig oder nicht gewillt, dies zu tun“, kritisierte Oliver Richardson von der größten Fluggewerkschaft Unite.

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