Wegen Corona wochenlang unterwegs

Letzte Kreuzfahrtschiffe erreichen ihre Heimathäfen

Kreuzfahrtschiff
Die letzten Kreuzfahrtschiffe legen in ihren Heimathäfen an, nachdem Reisen wegen der Corona-Pandemie abgebrochen werden mussten. Hier im Foto: die zur italienischen Reederei Costa Crociere gehörende Costa Deliziosa.
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Während zahlreiche Urlaubsreisende bereits zurückgeholt wurden oder anders ihren Heimweg angetreten haben, gestaltet sich die Heimkehr für zahlreiche Kreuzfahrtreisende etwas langsamer. Fast alle sind inzwischen jedoch zu Hause angekommen. Ein paar wenige sind noch auf See – darunter ein Schiff mit deutschen Passagieren.

Als letztes Kreuzfahrtschiff traf am 21. April 2020 die italienische Costa Deliziosa in ihrem Endhafen Genua ein, nachdem sie am 5. Januar in Venedig zu einer Weltreise gestartet war. An Bord waren 1.519 Passagiere und 898 Besatzungsmitglieder, sie alle hatten den letzten Monat an Bord des Schiffes verbracht. Wegen der Corona-Pandemie war es den Passagieren verboten, das Schiff zu verlassen.

Einen Tag vor dem Endhalt in Genua hatte das Schiff bereits in Barcelona angedockt, wo knapp 300 Spanier, Portugiesen und Franzosen von Bord gingen. Zuvor hatten ein paar Gäste die Costa Deliziosa am 16. März im australischen Perth verlassen, um von hier nach Hause zu fliegen.

Auch deutsches Kreuzfahrtschiff zu Hause

Einen Tag vor der Costa Deliziosa schafften es auch die Kreuzfahrtschiffe MSC Magnifica und Pacific Princess in ihre Heimathäfen. Die MSC Magnifica hatte zuvor Schlagzeilen gemacht, weil sie keinen Anlaufhafen fand, an dem ihre Gäste von Bord gehen durften und deshalb tagelang vor der australischen Küste kreuzte. Unter den Gästen befanden sich rund 360 Deutsche, offiziell bekannte Covid-19-Fälle gab es keine. Seit dem 10. März hatte das Schiff nur noch angelegt, um es zu betanken und die Vorräte aufzufüllen.

Fast zeitgleich mit der MSC Magnifica erreichte die Pacific Princess nach ihrer 111-tägigen Reise den Hafen in Los Angeles. Die meisten Passagiere hatten das Schiff bereits im März in Australien verlassen, um von dort nach Hause zu fliegen. Zurück blieben 119 Passagiere, die überwiegend wegen gesundheitlicher Komplikationen nicht fliegen wollten oder konnten. Auch hier soll es keine Coronafälle gegeben haben.

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MS Artania

Die MS Artania war zwei Wochen in Australien in Quarantäne, nachdem zahlreiche Passagiere positiv auf Covid-19 getestet worden waren
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Corona-Schiff noch unterwegs

Ein kleineres Kreuzfahrtschiff von Phoenix Reisen ist unterdessen noch auf dem Weg nach Hause: die MS Artania, die Ende Mai in Bremerhaven erwartet wird und überwiegend Deutsche an Bord hatte.

Auf dem Schiff befinden sich aktuell noch acht Passagiere. Nachdem 36 Passagiere bei Ankunft in Fremantle in Australien positiv auf Covid-19 getestet worden waren, lag das Schiff zwei Wochen in Quarantäne vor der Küste. Die erkrankten Personen wurden in Krankenhäuser an Land gebracht, die gesunden Passagiere blieben an Bord, bis der Großteil von ihnen Ende März nach Hause fliegen konnte. Zwei Passagiere und ein Crew-Mitglied sind gestorben.

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Am 18. April durfte die MS Artania Australien schließlich verlassen. Zwei Stopps in Bali und Manila hat sie noch vor sich, um dort ein paar Mitglieder der Besatzung von Bord gehen zu lassen, dann ist sie auf dem Weg nach Deutschland.

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