Auch Kanaren zum Risikogebiet erklärt

Reisewarnung wegen Corona gilt jetzt für ganz Spanien

Touristen auf Teneriffa
Für zahlreiche Touristen, die sich aktuell auf Teneriffa oder einer anderen Kanarischen Insel aufhalten, endet der Urlaub nun früher
Foto: dpa Picture Alliance

Spanien ist von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Das Auswärtige Amt hat das komplette Land einschließlich der Kanarischen Inseln als Risikogebiet eingestuft. TRAVELBOOK erklärt, welche Regeln nun gelten und was deutsche Pauschal- und Individualreisende wissen müssen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Kanarischen Inseln als letzte spanische Region zum Risiko-Gebiet erklärt. Das teilte das bundeseigene Institut am Mittwoch (2.9.) mit. Bislang galt die Warnung wegen hoher Infektionszahlen zwar für das spanische Festland und die Balearen, aber nicht für die Inselgruppe im Atlantik. Die Einstufung sei nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat erfolgt, erklärte das RKI.

Was gilt für Spanien-Urlauber, die bereits vor Ort sind?

Pauschalurlauber, die bereits in Spanien waren, als der Großteil des Landes am 14.8. zum Risikogebiet erklärt wurde, werden auf Kosten ihres Reiseveranstalters nach Deutschland zurückgeholt. Seit Mittwoch (2.9.) gilt dies nun auch für Urlauber auf den Kanarischen Inseln. Das heißt: Im Zweifel steht eine frühere Abreise an. „Pauschalurlauber sollten den vom Veranstalter organisierten Rückflug auch nutzen“, mahnt die Juristin Sabine Fischer-Volk von der Kanzlei Karimi in Berlin. „Denn sonst müssen sie ihre Rückreise später selbst bezahlen.“

Individualreisende, die bereits vor Ort sind, müssen sich selbst und auf eigene Kosten um eine Rückreise kümmern. Sie sind allerdings nicht gezwungen, abzureisen – eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Das heißt, sie können auch ihren gebuchten Rückflug nehmen. Sie sollten aber prüfen, ob dieser weiter wie geplant angeboten wird. Es könnte sein, dass Airlines Verbindungen streichen.

Wichtig: Wer jetzt zum Beispiel von Mallorca, einer anderen Baleareninsel oder den Kanarischen Inseln zurückkehrt, gilt als Rückkehrer aus einem Risikogebiet – mit den entsprechenden Verpflichtungen zu einem Corona-Test und Quarantäne zu Hause, bis ein negatives Testergebnis vorliegt.

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Spanienurlaub bereits gebucht – was nun?

Die Reisewarnung der Bundesregierung für ganz Spanien hat Auswirkungen für Reisende. Doch was gilt für wen?

Urlaub am Strand von Mallorca

Pauschalurlauber, die bereits vor Ort sind, werden auf Kosten ihres Reiseveranstalters nach Deutschland zurückgeholt. Individualreisende müssen sich selbst und auf eigene Kosten um die Rückreise kümmern.
Foto: Clara Margais/dpa/dpa-tmn

Reise für die kommenden Tage geplant

– Pauschalurlauber, die ihre Reise in den kommenden Tagen antreten wollten, haben nun schlechte Karten: Für deutsche Reiseveranstalter ist die Reisewarnung bindend. Die Unternehmen sagen ihre Reisen ab, sobald eine Warnung vorliegt. Anzahlungen bekommen die Gäste in diesem Fall zurück. Urlauber mit baldigem Reiseantritt können nun auch ihrerseits kostenlos den Reisevertrag kündigen.

– Individualreisende, die ihre Reise bald antreten wollten, sollten sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen. Streicht die Airline nun den Flug, muss sie das Geld erstatten. Falls der Flug aber wie geplant durchgeführt wird, gibt es kein Geld zurück, wenn der Passagier den Flug verfallen lässt. Viele Fluggesellschaften sind derzeit bei Umbuchungen kulant. So kann es möglich sein, den Flug erst einmal kostenlos zu verschieben.

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Reise für einen späteren Zeitraum (Herbstferien etc.) geplant

– Pauschalurlauber, die für die Herbstferien gebucht haben, müssen nun geduldig sein. Es ist offen, wie lange die Reisewarnung gelten wird, die Corona-Lage kann sich schnell ändern.

„Wer Mallorca für die Herbstferien gebucht hat, kann nicht gleich morgen seine Reise kostenlos stornieren“, sagt Fischer-Volk. Denn bis zum Urlaub sind es noch einige Wochen. „Hier muss ich abwarten, wie sich die Lage entwickelt“, erklärt die Reiserechtsexpertin. Wer jetzt sofort kündigt, dem drohen Stornogebühren. „Am besten schaut man, wie die Situation am Reiseziel vier Wochen vor Reiseantritt aussieht.“ Dann sei eine Prognose zur Durchführbarkeit der Reise sicherer.

Urlaub trotz Corona – die Regelungen in Europa im Überblick

Und: „Wer zu einer Risikogruppe gehört, kann den Veranstalter um eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt bitten“, sagt Fischer-Volk. Das gilt auch für Urlauber, die schon jetzt sicher wissen, dass sie auch im Herbst nicht auf die Balearen wollen. Die großen Veranstalter zeigen sich derzeit kulant bei den Umbuchungsoptionen.

– Pauschalurlauber, die jetzt trotz Reisewarnung buchen, nehmen ein gewisses Risiko in Kauf. „Wer jetzt noch trotz der Reisewarnung bucht, weil er davon ausgeht, dass es im Herbst nicht mehr schlimm sein wird, der kann später nicht kostenfrei stornieren, da er das Risiko in Kauf genommen hat“, erläutert Fischer-Volk. Hier käme dann wieder eine rechtzeitige, kostenlose Umbuchung in Frage.

Übrigens: Die Reiserücktrittsversicherung können Urlauber im Fall einer Reisewarnung nicht nutzen. Denn solche Warnungen sind nach Angaben des Bunds der Versicherten (BdV) nicht versichert.