Noch immer Urlauber auf der Insel

Wegen Coronakrise! Mallorcas Hotels sollen Kranke aufnehmen

Blick auf Hotels in Alcudia auf Mallorca
Auch wie hier in Alcudia werden wohl Ende der Woche alle Hotels geschlossen sein
Foto: Getty Images

Auch Mallorca, eines der sonst liebsten Reiseziele der Deutschen, bekommt die Coronakrise mit voller Wucht zu spüren. Da auch Spanien die Grenzen geschlossen hat, brechen für die Hoteliers und Restaurant-Betreiber auf den Balearen düstere Zeiten an.

Mallorca greift im Kampf gegen das Coronavirus zu drastischen Maßnahmen – so sollen bis Freitag, den 27. März, alle Hotels schließen.  Das hat die Inselregierung erlassen.

Sobald diese in ihre Heimatländer zurückgekehrt seien, müssen die Häuser zumachen, wie „El Mundo“ berichtet – dort darf sich dann nur noch Hotel- sowie Sicherheitspersonal aufhalten. Die Federación Empresarial Hotelera de Mallorca (FEHM), einer der Hotelverbände auf der Baleareninsel, hat dem Staat für diese Maßnahme bereits „uneingeschränkte Unterstützung“ zugesagt.

Hotelbetten für Kranke

Die Betten, in denen sonst Touristen übernachten, sollen die Hotels laut der Regierung künftig vorerst für erkrankte Personen bereit halten, falls die Krankenhäuser der Insel überlastet sein sollten. Auch Menschen ohne sozialen Anschluss sowie misshandelte Frauen solle man dort künftig aufnehmen.

Was die zahlreichen auch deutschen Urlauber betrifft, die sich aktuell noch auf Mallorca befinden, so dürfen diese ihre Hotels nicht verlassen und sind angehalten, so viel wie möglich auf ihren Zimmern zu bleiben. Ein Problem an der Sache ist aber, dass die Restaurants vor allem großer Hotelbetriebe weiter für Gäste geöffnet sind – und so einen möglichen Infektionsherd darstellen. Fast sämtliche touristischen Aktivitäten auf der Insel sind zum Erliegen gekommen.

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„Unkooperative Urlauber“

Zudem beklagte María José Aguiló, Vize-Präsidentin der FEHM, dass sich längst nicht alle Gäste kooperativ zeigten und an die Ausgangssperre hielten, wodurch sie andere Urlauber und Mitarbeiter in Gefahr brächten. Es fehle an Sicherheitskräften, die die Einhaltung des Verbots überwachen könnten, da diese momentan anderweitig dringender benötigt würden. Wie die spanische Zeitung „Ultima Hora“ berichtet, sind aktuell noch etwa 130 Hotels auf der Baleareninsel geöffnet, in denen laut unterschiedlichen Quellen 5000 bis 15.000 Urlauber festsitzen. Diese will man bis zum Ende der Woche in ihre Heimatländer zurück bringen.

So seien allein vergangenen Freitag am Flughafen von Palma 35 Maschinen gelandet, die Urlauber aus England und Deutschland „abgeholt“ hätten. Den noch verbliebenen Gästen stelle man jede mögliche Hilfe bei der Suche nach einem Rückflug zur Verfügung, wie Isabel Vidal, die Präsidentin der Asociación Hotelera de la Platja de Palma, betonte.

Lufthansa führt Sonderflüge durch

Bereits vergangene Woche hatte Francina Armengol, die Präsidentin der Balearen, die Schließung sämtlicher Insel-Häfen und –Flughäfen verkündet. Für den Verkehr zu Wasser gilt laut „El Mundo“ einzig die Ausnahme des Warentransports, zudem dürfen wie bereits erwähnt an den Flughäfen auch weiterhin Maschinen landen, die Urlauber in deren Heimatländer zurückführen – bzw. Einheimische aus dem Ausland nach Hause bringen. Jeder dieser Ankommenden müsse sich künftig „rigorosen“ medizinischen Voruntersuchungen unterziehen.

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Doch wie sieht die Situation bei den an der großen Rückholaktion beteiligten Fluggesellschaften aus? Thomas Jachnow, Sprecher der Lufthansa, sagte dazu auf TRAVELBOOK-Anfrage: „Wir führen aktuell Sonderflüge im Auftrag des Auswärtigen Amtes und der Touristikunternehmen durch. Wie viele deutsche Urlauber sich aktuell noch auf Mallorca befinden, können wir nicht sagen.“

 

„Gut koordiniert und unproblematisch“

Man nehme aber keine Patienten aus der Quarantäne bzw. mit bestätigten Infektionen mit an Bord. Passagiere mit Symptomen seien aufgefordert, sich vor Reiseantritt zu melden. Bislang verlaufe die Rückführungsaktion „unauffällig“. Matthias Burkard, Sprecher von Eurowings, ergänzt zu TRAVELBOOK: „Wir haben in den letzten Tagen etwa 100 Rückholflüge durchgeführt, viele davon nach Mallorca.“

Für Eurowings und Luftfahrtunternehmen an sich sieht Burkard „enorme wirtschaftliche Auswirkungen“: „Die aktuelle Lage führt bei Eurowings wie auch bei allen anderen Airlines dazu, dass wir sehr drastische Maßnahmen ergreifen müssen, um die Existenz des Unternehmens und vor allem der Arbeitsplätze einigermaßen sicherstellen zu können. Niemand kann absehen, wie lange die Situation andauern wird.“ Ein Ansporn sei der Dank der Passagiere, von dem die Crews der Zentrale immer wieder berichteten – die Rückholaktionen liefen dabei auch bei Eurowings bislang „gut koordiniert und unproblematisch“.