Einreisebeschränkungen, Stornierungen...

Corona-Pandemie – die wichtigsten Reise-Informationen

Flughafen Köln-Bonn
Gähnende Leere: Wie auf dem Köln Bonn Airport sieht es zurzeit auf vielen Flughäfen in Deutschland, Europa und weltweit aus
Foto: Picture Alliance

Die Zahl der Infektionen und Toten durch das zuerst in China aufgetretene Coronavirus SARS-CoV-2, das die neuartige akute Atemwegserkrankung COVID-19 verursacht, steigt drastisch weiter. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ausbruch offiziell zur Pandemie erklärt. Das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. In vielen Ländern gelten verschärfte Einreisebeschränkungen. Zahlreiche deutsche Urlauber sitzen im Ausland fest. Welche Stornobedingungen gelten jetzt? TRAVELBOOK hat alle Infos.

Inhaltsverzeichnis

Weltweite Reisewarnung – was bedeutet das?

Das Auswärtige Amt (AA) hat wegen der Corona-Pandemie eine weltweite Reisewarnung bis mindestens Ende April 2020 ausgesprochen. Das Amt warnt vor sämtlichen nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland, „da mit starken und weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist.“

An den Landgrenzen zu Dänemark, Luxemburg, Frankreich, Österreich und der Schweiz wird wieder kontrolliert. Reisende ohne triftigen Grund werden zurückgewiesen.

Grenzkontrollen finden laut Innenministerium auch im innereuropäischen Luft- und Seeverkehr statt. Einreisebeschränkungen gelten demnach auch bei Flügen aus Italien, Spanien, Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz sowie im Seeverkehr aus Dänemark.

Das AA rät Urlaubern, die sich derzeit im Ausland aufhalten, aufgrund wegfallender Flugverbindungen sich um eine schnellstmögliche Rückreise nach Deutschland zu bemühen. Des Weiteren sollten sich Reisende in der Krisenvorsorgeliste des AA eintragen. Bei Quarantänemaßnahmen, die im Reiseland möglicherweise angeordnet worden seien, müssten die Anordnungen lokaler Gesundheitsbehörden befolgt werden. Mit einer Rückholung durch den Reiseveranstalter oder die Bundesregierung sei in diesem Fall nicht zu rechnen.

Rückkehrer aus Risikogebieten sollten sich vorab beim Robert-Koch-Institut (RKI) informieren und die Hinweise zu Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen des Bundesinnenministeriums (BMI) sowie die Hinweise des Bundesgesundheitsministeriums beachten, rät das AA ausdrücklich.

Einreisende nach Deutschland sollen sich ab Freitag (10. April) verpflichtend zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Ausnahmen gebe es für Berufspendler, nachweislich wichtige Geschäftstermine und Personen im Güterverkehrssektor, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag (6. April).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Ende Januar die Ausbreitung des Virus zu einer „gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt, am 11. März dann offiziell zur Pandemie.

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von einer mehrjährigen Dauer der weltweiten Infektionen aus.„Wir gehen von einem Zeitraum von zwei Jahren aus“, sagte RKI-Chef Lothar Wieler. Man wisse, dass Pandemien in Wellen verliefen. Deren Geschwindigkeit kenne man aber nicht genau. Es werde Jahre dauern, bis der erwartete Infektionsanteil von 60 bis 70 Prozent erreicht sei. Stark hänge die Dauer auch davon ab, wann ein Impfstoff eingesetzt werden könne. Dies könne ab nächstes Jahr der Fall sein.

Flugstreichungen

Wegen der Coronavirus-Pandemie haben die meisten Airlines weltweit ihren Betrieb stark reduziert oder sogar ganz eingestellt. Hier einige Beispiele:

Der Lufthansa-Konzern hat sein Flugprogramm wegen der Coronakrise noch stärker zusammengestrichen. Bis zum 19. April finden nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge statt, wie die Lufthansa bereits Mitte März mitteilte.

Von den 763 Flugzeugen des Konzerns blieben vorläufig rund 700 am Boden. Fernflüge bietet die Lufthansa nur noch ab Frankfurt und dreimal pro Woche mit der Tochter Swiss ab Zürich an. In München sollen nur noch Maschinen des Ablegers Lufthansa Cityline abheben. Aktuell geht es auch bei Lufthansa vor allem darum, Menschen aus dem Ausland in ihre Heimat zurückzuholen.

In den deutschen Nachbarländern ist die Lufthansa mit ihren Konzerntöchtern Austrian, Brussels und Swiss vertreten. Brussels in Belgien und Austrian in Wien sowie die italienische Tochter Air Dolomiti haben ihren regulären Flugbetrieb ausgesetzt.

Europas größte Billigairline Ryanair stellt die meisten ihrer Flüge für zwei Monate ein. Das teilte Ryanair-Chef Michael O’Leary Ende März mit. Ausgenommen seien Rettungsflüge sowie Flüge für den Transport lebenswichtiger Arzneimittel, Schutzausrüstung und gegebenenfalls Notnahrungsmitteln. Alle von den Annullierungen betroffenen Passagiere erhielten in ein bis zwei Wochen eine E-Mail mit entsprechenden Optionen.

Die Ryanair-Tochter Lauda stellt ihren Flugbetrieb vorübergehend ein. Wegen der raschen Ausbreitung des Virus sowie der Ein- und Ausreisebeschränkungen der Regierungen ruhe das Lauda-Flugprogramm bis 8. April um Mitternacht, teilte die Laudamotion GmbH mit. Betroffene Kunden können umbuchen oder ihr Geld zurückfordern.

Der Ferienflieger Condor hat etliche Flüge in beliebte Feriengebiete gestrichen, weil deutsche Bürger dort nicht mehr einreisen dürfen. Betroffen sind unter anderem die USA, die Dominikanische Republik, die Türkei und Marokko, teils mit unterschiedlichen Fristen. Das Unternehmen schickt in diesen Tagen noch Flugzeuge in die Zielgebiete, um Urlauber zurückzuholen.

Der britische Billigflieger Easyjet hat den Flugbetrieb eingestellt. Derzeit sei unklar, wann die 344 Maschinen wieder abheben können, teilte Easyjet am Montag (31. März) mit. Um die Auswirkungen auf die Bilanz möglichst gering zu halten, würden Kosten reduziert.

Die British-Airways-Mutter IAG streicht ihr Flugangebot wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den kommenden Monaten kräftig zusammen. Im April und Mai werde die Kapazität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum voraussichtlich um mindestens 75 Prozent gekürzt, teilte die International Airlines Group (IAG) mit ihren Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level mit. Der Konzern lässt massenhaft Flugzeuge am Boden, schickt Mitarbeiter nach Hause und fährt seine Investitionen zurück.

American Airlines streicht zwischen dem 16. März und dem 6. Mai 75 Prozent seiner internationalen Verbindungen im Vergleich zum Vorjahresflugplan. Fast alle Langstreckenflugzeuge würden geparkt.

Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic stellt den Flugbetrieb ihrer knapp 40 Maschinen ab sofort bis 14. April ein. Betroffen seien Verbindungen von Lettland, Estland und Litauen aus. Die lettische Regierung in Riga hatte beschlossen, den internationalen Flugverkehr ab 17. März einzustellen.

United Airlines kündigte für April eine Flugplanreduzierung um 60 Prozent an. Dies beinhalte laut Unternehmensangaben eine Kürzung um 42 Prozent in den Vereinigten Staaten und Kanada und eine Reduzierung der internationalen Flüge um 85 Prozent. Über den Atlantik, den Pazifik und Lateinamerika werde United im April nur noch etwa 45 tägliche Flüge durchführen, teilte das Unternehmen mit. Als Grund gibt die US-Fluggesellschaft die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Reisenachfrage an.

Emirates setzt die meisten Passagierflüge ab 25. März vorübergehend aus, wie die Airline auf ihrer Webseite mitteilt. Um die Rückführung von Reisenden zu unterstützen, werde Emirates, sofern die Grenzen offen blieben und eine entsprechende Nachfrage bestehe, allerdings bis auf weiteres folgende Länder anfliegen: Großbritannien, Schweiz, Hongkong, Thailand, Südkorea, Malaysia, Philippinen, Japan, Singapur, Australien, Südafrika, USA und Kanada.

Singapore Airlines kündigte Ende März an, fast ihre gesamte Flotte am Boden zu halten. Die Kapazität sei um 96 Prozent reduziert, so das Unternehmen. Das Drehkreuz Singapur ist für Reisende und Transitpassagiere geschlossen.

Reisen und Corona – Wichtige Meldungen

Reisewarnung gilt bis Ende April

Die Warnung vor Reisen ins Ausland gilt Bundesaußenminister Heiko Maas zufolge bis Ende April. „Sie umfasst also auch die Osterferien“, stellt er auf Twitter klar. Das sei für viele schmerzlich, aber absolut notwendig. „Bleiben Sie zu Hause! Schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen!“, appelliert er an die Bevölkerung.

EU macht Grenzen dicht

Zur Eindämmung der Infektionsgefahr durch das Coronavirus hat die EU hat ein 30-tägiges Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger verhängt. Dies hatten die 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union Mitte März beschlossen. Das Verbot gelte ab sofort.

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Deutsche Ost- und Nordsee-Inseln für Urlauber gesperrt

Seit dem 16. März sind die deutschen Inseln in Nord- und Ostsee keine Alternative mehr für Urlauber. Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben diese aufgrund der Corona-Krise für Touristen für unbestimmte Zeit abgeriegelt.

Flixbus stellt Betrieb bis auf Weiteres ein

Der Fernbusanbieter Flixbus hat den Betrieb bis auf Weiteres wegen der Coronavirus-Pandemie eingestellt. Betroffene Fahrgäste würden informiert und erhielten einen Gutschein über den gesamten Ticketpreis ohne Stornierungsgebühr an die bei der Buchung angegebene E-Mail- Adresse, wie das Unternehmen mitteilte.

Reiseveranstalter setzen Betrieb (weitgehend) aus

Tui Deutschland pausiert wegen der Coronakrise das weltweite Reiseprogramm bis einschließlich 23. April. Damit wolle Tui Urlaubern Planungssicherheit für die Osterferien geben. Urlauber, deren Reise in diesen Zeitraum falle, würden „aktiv informiert“, hieß es Mitte März in einer Pressemitteilung. Bei Buchung einer neuen Reise verspricht Tui seinen Kunden einen Treue-Bonus von bis zu 100 Euro pro Person.

Alltours sagt wegen der Coronakrise alle Flugpauschalreisen und Reisen mit individueller Anreise bis einschließlich 30. April 2020 ab. „Die Reisen werden von Alltours kostenlos storniert.“ Bisher galt die Absage nur bis zum 27. März.

Besondere Hinweise zu Italien

Das beliebte Reiseland Italien ist zum Stillstand gekommen. Wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 müssen die rund 60 Millionen Einwohner zu Hause bleiben. Die Reisefreiheit im ganzen Land ist eingeschränkt. Der Tourismus ist am Ende.

„In ganz Italien sollen nicht notwendige Fortbewegungen vermieden werden, mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und Kontrollen ist landesweit zu rechnen“, heißt es in den Reisehinweisen des AA für Italien. Die Rückkehr an einen Wohnort sowohl innerhalb als auch außerhalb Italiens sowie die Ausreise in Richtung Deutschland seien weiterhin möglich.  Mit Kontrollen und Nachfragen von Sicherheits- und Ordnungskräften muss gerechnet werden. Außerdem müsse eine Selbsterklärung über die Notwendigkeit der Fahrt ausgefüllt und mitgeführt werden, so das AA.

Fast alle Terminals an den beiden Flughäfen in Rom wurden für Passagiere geschlossen. Zudem prüfen die Behörden, ob auch der Flughafen Mailand Linate, der gegenwärtig für Inlandsflüge genutzt wird, geschlossen werden soll. Alitalia hat bereits alle Flüge von und zum größeren Flughafen Mailand Malpensa gestrichen.

Nach Ansicht des Reiserechtsexperten Prof. Ernst Führich können einzelne Hotelbuchungen kostenlos storniert werden, wenn die Unterkunft nicht mehr erreichbar ist. Das gelte auch im italienischen Recht. Wer auf einem deutschsprachigen Hotelportal im Internet gebucht hat, für den gelte ohnehin deutsches Recht. Dann wenden sich Urlauber an den Vermittler – also das Portal – und pochen auf eine gebührenfreie Stornierung des Aufenthalts.

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Besondere Hinweise zu Österreich

Die österreichische Regierung hat im Kampf gegen das Coronavirus viele Geschäfte schließen lassen und Gebiete in Tirol unter Quarantäne gestellt. Flugverbote gelten nun auch für den Luftverkehr von und nach Frankreich, Spanien und die Schweiz. Bereits zuvor waren Direktflüge nach Mailand, Bologna, Südkorea und in den Iran verboten worden. Der Personen-Zugverkehr von und nach Italien über die österreichische Grenze war ebenfalls eingestellt worden.

Auch an der Grenze zur Schweiz werden Kontrollen durchgeführt ähnlich denen an der österreichisch-italienischen Grenze. Die Grenze zwischen Deutschland und Österreich wird sowohl von deutschen als auch von österreichischen Grenzbeamten kontrolliert.

Im österreichischen Bundesland Vorarlberg wurden einige bekannte Wintersportorte unter Quarantäne gestellt. Betroffen sind die Gemeinden Lech, Zürs, Stuben, Warth und Schröcken. Die Sperre soll bis zum 3. April dauern. Alle Personen, die in den letzten 14 Tagen in diesem Gebiet waren, müssen sich in häusliche Quarantäne begeben.

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Besondere Hinweise zu Thailand

Laut Auswärtigem Amt müssen sich Touristen in Thailand den Maßnahmen der Regierung wie Überwachungs- und Quarantänemaßnahmen sowie lückenlose Kontrolle ihrer Bewegungen verpflichtend unterziehen.

Ab 22. März müssen alle ausländischen Reisenden, die nach Thailand einreisen wollen, ihrer Fluggesellschaft bereits vor der Abreise eine gültige Krankenversicherung (Versicherungsschutz inkl. COVID-19- Erkrankung über mind. 100.000 USD) sowie einen Gesundheitsnachweis (nicht älter als 72 h, keine Anhaltspunkte für Covid-19 Erkrankung) vorlegen, schreibt das Amt auf seiner Webseite. Andernfalls dürfe die Airline Reisende nicht an Bord nehmen. Die genannten Anforderungen gelten auch für Transitreisende.

Reisende, die sich bereits in Thailand aufhalten, sollten umgehend Ihren Reiseveranstalter beziehungsweise ihre Fluggesellschaft kontaktieren sowie eine vorzeitige Ausreise auch in Hinsicht auf Rückkehrmöglichkeiten über Drittländer prüfen.

Besondere Hinweise zu Australien

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat Australien seine Grenzen geschlossen. Für alle ausländischen Reisenden (auch Deutsche) gilt daher bis auf Weiteres ein umfassendes Einreiseverbot. Ausgenommen seien lediglich Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz in Australien und deren engste Familienangehörigen (Ehegatten, minderjährige Kinder, Erziehungsberechtigte, nicht jedoch: Eltern), schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Webseite. Alle Einreisenden seien zu einer zweiwöchigen Selbstisolation verpflichtet. Begründete Ausnahmen vom Einreiseverbot können laut AA beim Department of Home Affairs beantragt werden.

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Der weltbekannte Bondi Beach bei Sydney ist von den Behörden gesperrt worden, nachdem sich dort wegen des schönen Herbstwetters immer wieder größere Menschenmengen versammelt hatten.

Besondere Hinweise zu Portugal

Um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen, werden in Portugal verstärkte Einreisekontrollen und Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmessungen durchgeführt. In Einzelfällen werden auch Einreisesperren verhängt, schreibt das Auswärtige Amt (AA) auf seiner Webseite. Der am 19. März für ganz Portugal ausgerufene Ausnahmezustand gilt zunächst bis zum 2. April 2020. Abgesehen von dringend notwendigen Tätigkeiten wie beispielsweise Arzt- und Krankenhausbesuche, Einkäufe von Lebensmitteln und Medikamenten sind die Bewegungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum derzeit stark eingeschränkt.

Die portugiesischen Flughäfen sind zwar noch geöffnet, doch gelten strikte Zutrittsregelungen. „So dürfen nur Passagiere mit gültigem Ticket oder gültiger Bordkarte für tatsächlich operierende Flüge die Flughäfen betreten“, schreibt das Auswärtige Amt. Die Fluggesellschaft Tap habe angekündigt, von Montag (23. März) bis zum 19. April nur noch zweimal wöchentlich nach Frankfurt zu fliegen. Ryanair hat am 24. März den Flugbetrieb bis auf wenige Aufnahmen komplett eingestellt.

So reagieren Länder weltweit auf die Corona-Krise

  • USA: Die USA warnen ihre Bürgern von sämtlichen Reisen ins Ausland. Das Außenministerium fordert amerikanische Bürger auf, in die USA zurückzukehren.
  • Frankreich: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat wegen der Epidemie eine weitgehende Ausgangssperre bis Anfang April verhängt. Der vor allem für Kurzstrecken genutzte Flughafen Paris Orly wurde vom 31. März an bis auf weiteres geschlossen. Alle Flüge von und nach Paris und Umgebung sollen vom größeren Flughafen Roissy-Charles de Gaulle bedient werden. Dort soll der Flugbetrieb ebenfalls eingeschränkt werden.
  • Schweiz: Die Schweiz dehnt die Einreisebeschränkungen auf Spanien aus. Die Einreise aus Spanien, Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien sei nur noch Schweizer Bürgern, Personen mit einer Aufenthaltsgenehmigung sowie Personen, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssten, erlaubt. Zudem setze die Regierung die Erteilung von Schengenvisa wie auch von nationalen Visa für Angehörige von Drittstaaten für vorerst drei Monate aus. In der Schweiz bleiben alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe bis zum 19. April geschlossen.
  • Indien: Indien hat alle Touristenvisa wegen des Coronavirus für einen Monat lang für ungültig erklärt. Nur Reisende, die bereits im Land sind, dürften weiter bleiben, hieß es aus dem indischen Gesundheitsministerium. Die Einreisesperre solle vorerst bis zum 15. April dauern.
  • Vietnam: Vietnam hat die Grenzen für Ausländer geschlossen. Ausnahmen würden nur in besonderen Fällen gemacht, teilt die Regierung mit. Wer aus diplomatischen oder außergewöhnlichen Gründen doch einreisen dürfe müsse sich zunächst in Quarantäne begeben.
  • Tschechien: Reisende aus Deutschland, Österreich und anderen Risikostaaten dürfen nicht mehr nach Tschechien kommen. Das gelte aber nicht für diejenigen, die einen Wohnsitz in Tschechien hätten, sagt Innenminister Jan Hamacek. Tschechische Bürger, die im benachbarten Ausland arbeiteten, dürften weiterhin die Grenze überqueren. Ansonsten seien Reisen in Risikogebiete verboten.
  • Polen: Polen hat seine Grenzübergänge zu Deutschland weitgehend geschlossen.

  • Zypern: Zypern lässt seit 15. März keine Reisenden mehr ins Land.
  • Israel: Seit 12. März dürfen keine Touristen mehr nach Israel einreisen.
  • China: In Peking müssen sich Reisende aus dem Ausland ab Montag (16. März) für 14 Tage in Quarantäne begeben. Nach Angaben der örtlichen Behörden werden die Reisenden nach ihrer Ankunft direkt in eine dafür vorgesehene zentrale Einrichtung gebracht.
  • Russland: Russland will seine Grenzen ab dem 30. März schließen. Das gelte für alle Grenzposten, Fahrzeuge sowie Fußgänger und auch an den Seegrenzen, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Anordnung der Regierung. Ausgenommen seien unter anderem russische Diplomaten sowie Lastwagen. Internationale Flüge wurden bereits eingestellt.
  • Kanada: Auch Kanada hat zur Abwehr der Virus-Pandemie die Grenzen weitgehend dicht gemacht. Personen, die keine Staatsbürger sind oder keinen Wohnsitz in Kanada haben, dürften nicht einreisen, sagte Premierminister Justin Trudeau.
  • Jordanien: Seit 16.3. dürfen Deutsche, Franzosen und Spanier nicht mehr ins Königreich reisen – und Jordanier diese Länder vorerst nicht mehr besuchen.
  • Kasachstan: Seit 12. März ist für Ausländer aus Deutschland, Spanien und Frankreich die Einreise in die Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien verboten. Kasachische Bürger, die aus diesen Ländern einreisen, müssen in eine zweiwöchige Quarantäne.
  • Bhutan: Das Königreich im östlichen Himalaya hat allen ausländischen Touristen vorerst die Einreise untersagt.
  • Nepal: Das asiatische Land vergibt zurzeit keine Visa mehr für Deutsche direkt bei der Ankunft. Vor ihrer Abreise müssen die sich bei der nepalesischen Botschaft um ein Visum bewerben und der Bewerbung einen negativen Covid-19-Test beilegen. Aus Furcht vor dem Coronavirus lässt Nepal Bergsteiger nicht mehr auf den Mount Everest. Sämtliche Gipfelexpeditionen zwischen März und Mai seien ausgesetzt worden, teilt Tourismusminister Yogesh Bhattarai mit.
  • El Salvador: Alle Reisenden, die sich in den 30 Tagen vor Ankunft in Deutschland aufgehalten haben, dürfen derzeit nicht in das Land in Zentralamerika einreisen. Das gilt auch für Transit-Passagiere.
  • Jamaika: Urlauber aus Deutschland dürfen wegen des Coronavirus nicht mehr ins Land. Unter anderem aus Deutschland wird Reisenden ab 12. März ausnahmslos die Einreise verweigert, wie das Jamaica Tourist Board mitteilte.
  • Maldediven: Zwei Resort-Inseln sowie eine von Einheimischen bewohnte Insel dürfen wegen einiger Verdachtsfälle vorübergehend weder betreten noch verlassen werden.
  • Uganda: Reisende aus Deutschland müssen sich im ostafrikanischen Land zwei Wochen in Selbst-Quarantäne begeben. Wer sich nicht daran hält, wird zwangsweise in eine institutionelle Quarantäne eingewiesen.
  • Liberia: Für Einreisende aus Deutschland ist eine 14-tägige Quarantäne in einem staatlichen Beobachtungszentrum des westafrikanischen Landes vorgesehen.
  • Südafrika: Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hat den nationalen Notstand ausgerufen. „Jedem Ausländer, der in den letzten 20 Tagen Länder mit hohem Risiko besucht hat, wird ein Visum verweigert“, sagt er. Südafrikaner, die betroffenen Länder besuchten, würden bei der Rückkehr in ihre Heimat unter Quarantäne gestellt und Versammlungen von mehr als 100 Menschen verboten, sagt Ramaphosa.
  • Kenia: Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta hat Reisen aus jedem Land mit gemeldeten COVID-19-Fällen ausgesetzt. „Nur kenianische Staatsbürger und Ausländer mit gültigen Aufenthaltsgenehmigungen dürfen einreisen, sofern sie in Selbstquarantäne gehen“, sagte er in einer Fernsehansprache.
  • Ghana: Ghana hat ab Dienstag (17. März) jedem, der in den letzten 14 Tagen in einem Land mit mehr als 200 Coronavirus-Fällen war, die Einreise verboten. Es sei denn, es handelt sich um einen Reisenden mit offiziellen Wohnsitz oder um einen ghanaischen Staatsangehörigen.
  • Dschibuti werde Regierungsangaben zufolge alle internationalen Flüge aussetzen.
  • Kiribati, Marshallinseln und Samoa: Die pazifischen Inselstaaten haben ein Einreiseverbot für Reisende aus Deutschland verhängt.
  • Republik Moldau: Ausländische Flugpassagiere, die aus vom Coronavirus betroffenen Ländern kommen, dürfen nicht mehr einreisen.
  • Serbien: Das Land verbietet vorerst die Einreise aus Italien, der Schweiz, Südkorea, dem Iran und einzelnen chinesischen Provinzen.
  • Hongkong: In Hongkong werden seit dem 19. März alle Menschen, die die chinesische Sonderverwaltungszone betreten, für 14 Tage unter Quarantäne gestellt.
  • Ungarn: Ungarn wird nach Worten von Ministerpräsident Viktor Orban seine Grenzen für Reisende aus anderen Ländern schließen. Zudem kündigt Orban im Parlament eine Absage von Kultur- und Sportveranstaltungen sowie eine Schließung entsprechender Einrichtungen an. Alle Geschäfte außer Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien müssen schließen. Die Öffnungszeiten von Restaurants werden verkürzt.
  • Estland: Ausländer dürfen seit dem 17. März nicht mehr nach Estland einreisen.
  • Singapur: Singapur erlässt ein Einreiseverbot für Passagiere, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Deutschland, Italien, Spanien oder Frankreich aufgehalten haben. Das Gesundheitsministerium ruft zudem dazu auf, auf alle nicht notwendigen Reisen in diese Länder zu verzichten. Außerdem wird der Hafen für Kreuzfahrtschiffe geschlossen.
  • Irak: Reisende aus Deutschland werden vorerst nicht mehr in den Irak gelassen. Auch für Katar ordnet das Gesundheitsministerium ein entsprechendes Verbot an. Insgesamt dürfen damit bereits Reisende aus 13 Ländern nicht mehr in den Irak.
  • Malta: Seit dem 21. März sind alle Passagierflüge nach Malta ausgesetzt. Ausnahmen gelten für Fracht-, Überführungs- und humanitäre Flüge sowie solche, die der Rückführung von Reisenden dienen. Darüber hinaus erteilen die Gesundheitsbehörden von Malta Sondergenehmigungen im Einzelfall.
  • Spanien: Spanien hat am 15. März den Alarmzustand ausgerufen und seine Grenzen gesperrt.  Ministerpräsident Pedro Sanchez will den Notstand um weitere zwei Wochen bis zum 26. April verlängern, wie die Zeitung „El Pais“ berichtet.
  • Türkei: Die Türkei hat Flüge von und nach Deutschland eingestellt. Acht weitere Länder, darunter Österreich, die Niederlande und Frankreich, seien ebenfalls betroffen, teilte das Transportministerium mit. Die Maßnahme noch bis zum 17. April. Die Türkei hatte zuvor schon Flüge von und nach Italien, China, Südkorea, Iran und Irak ausgesetzt.
  • Griechenland: Griechenland hat eine zweiwöchige Quarantäne für Menschen, die aus dem Ausland einreisen, verhängt. Flüge von und nach Spanien wurden verboten. Außerdem hat das Land seine Reisebeschränkungen für Italien auf den Passagierschiffsverkehr ausgeweitet und Flug-, Auto- und Schiffsverbindungen nach Albanien und Nordmazedonien gekappt.
  • Georgien: Georgien verbietet allen Ausländern die Einreise.
  • Kolumbien: Kolumbien schließt seine Grenze zu Venezuela. Dies soll zunächst bis zum 20. April gelten, teilte die Regierung mit.
  • Peru: Peru hat die Landesgrenzen geschlossen. Seit dem 16. März  ist es nicht mehr möglich, nach Peru ein- oder auszureisen. Das Auswärtige Amt hat ein Rückholprogramm für gestrandete Reisende gestartet.
  • Argentinien: Die argentinische Regierung hat am 13. März alle Flüge von und nach Europa für 30 Tage ausgesetzt. Alle Reisenden (u. a. aus der EU), die sich derzeit in Argentinien aufhalten, sind zur häuslichen Quarantäne verpflichtet.
  • Panama: Panama hat am 22. März den kommerziellen Flugverkehr zunächst für 30 Tage eingestellt. Deutsche Staatsangehörige, die sich derzeit als Touristen in Panama aufhalten oder dauerhaft dort leben, werden gebeten sich in die Krisenvorsorgeliste der Botschaft einzutragen.
  • Marokko: Marokko hat nach Angaben des Außenministerium sämtliche internationale Passagierflüge ausgesetzt.
  • Norwegen: Norwegen hat am 16. März vorübergehend alle Flughäfen geschlossen.
  • Lettland: Lettland hat am 17. März seine Grenzen für Ausländer.
  • Belgien: In Belgien gilt bis zum 5. April eine Ausgangssperre.
  • Haiti: Haiti hat wegen der Corona-Pandemie den Notstand ausgerufen und seine Grenzen geschlossen. Alle Häfen, Flughäfen und Grenzen seien nur noch für den Warenverkehr offen, sagte Präsident Jovenel Moise. Seit 20. März gilt in dem Karibikstaat zwischen 20 Uhr und 5 Uhr früh eine Ausgangssperre.
  • Kuba: Kuba schließt für einen Monat seine Grenzen für Besucher aus dem Ausland. Die Maßnahme gelte ab Dienstag (24. März), wie Präsident Miguel Diaz-Canel am 21. März ankündigte. Kubaner und ausländische Einwohner dürften weiterhin einreisen, müssten aber für 14 Tage in Quarantäne. Der Handel soll aufrecht erhalten werden und ausländische Besucher könnten in ihre Heimat zurückkehren. Kuba ist eines der letzten Länder in der Region, das eine Grenzschließung verhängt, während das Virus sich in Lateinamerika und der Karibik zunehmend ausbreitet.
  • Kongo: Die Demokratische Republik Kongo hat den Notstand ausgerufen und seine Grenzen geschlossen.
  • Großbritannien: Der Londoner City Airport stoppt alle gewerblichen und privaten Flüge von Mittwochabend (25. März) an. Dies gelte bis Ende April, teilt der Flughafen mit. Man befolge damit die Aufforderung der britischen Regierung, wonach die Menschen auf Reisen verzichten und zu Hause bleiben sollten.
  • Japan: Japan weitet sein Einreiseverbot auf Bürger aus den USA, China, Südkorea und dem größten Teil Europas aus, berichtet die Zeitung „Asahi“.
  • Südkorea: Südkorea schickt alle Einreisenden ab Mittwoch (1. April)  für zwei Wochen in Quarantäne, wie Ministerpräsident Chung Sye-kyun ankündigt. Dies betreffe nicht nur Ausländer, sondern auch Südkoreaner.
  • Brasilien: Brasilien verschärft im Kampf gegen die Virus-Krise die Einreiseregeln. Ausländer ohne Wohnsitz in Brasilien dürften nicht mehr per Flugzeug einreisen, teilt das Justizministerium mit. Das Verbot gelte ab Montag (30. März) für 30 Tage.

Da sich die Lage rund um das Coronavirus rasch weiterentwickelt, rät das Auswärtige Amt Reisenden aus Deutschland, sich vor Reiseantritt bei der Botschaft oder dem Konsulat ihres Reiselandes über mögliche aktuelle Einreisebeschränkungen zu informieren.

Was gilt jetzt für Stornierungen von Reisen?

Mit der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes müssen nicht nur Pauschalreisen kostenlos storniert werden, auch Individualreisende bekommen ihr Geld (meist) zurück. Obendrein bieten diverse Fluggesellschaften Umbuchungen gebührenfrei an (TRAVELBOOK berichtete).

Aktuell setzen viele Reiseveranstalter statt auf eine Rückzahlung, auf einen Reisegutschein bei stornierten Reisen. Mittlerweile hat sogar die Bundesregierung für eine Gutschein-Lösung bei abgesagten Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen entschieden – die muss allerdings noch von der EU-Kommission abgesegnet werden. Allerdings bieten Gutscheine einige Risiken für die Verbraucher.

Alles zu Reisegutscheinen finden Sie hier: Flug fällt wegen Corona aus – sollte ich einen Reisegutschein annehmen?

Rückerstattung für Bahntickets

Die Deutsche Bahn hat ihren Regionalverkehr deutlich eingeschränkt. Damit reagierte das Unternehmen auf die geringe Zahl an Fahrgästen als Folge der Coronavirus-Krise.

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Außerdem kontrollieren die Zugbegleiter in den Regionalzügen bis auf weiteres die Fahrkarten nicht mehr. Dies geschehe zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern, sagte eine Sprecherin der Bahn. Die Schaffner fahren aber weiterhin in den Zügen mit.

Die Bahn erweitert wegen der außergewöhnliche Lage auch die Möglichkeiten für die Kunden, ihre Reise zu verschieben oder zu stornieren. „Die Kulanzregelungen gelten in den kommenden Wochen, deshalb ist es nicht erforderlich, sich unverzüglich zu melden“, betonte das Unternehmen. Erstattungen könnten auch noch nach dem gebuchten Reisetag eingereicht werden.

Für alle bis zum 13. März erworbenen Tickets mit Reisedaten zwischen 13. März und 30. April könnten Fahrgäste ihre Fahrt verschieben und den Fahrschein bis zum 30. Juni flexibel für die gebuchte Strecke nutzen. Bei den rabattierten Sparpreisen und Supersparpreisen ist die Zugbindung aufgehoben (TRAVELBOOK berichtete).

Möglich ist nach Angaben der Bahn auch eine Umwandlung in Reisegutscheine: Bis zum 13. März erworbene Tickets für Reisen bis 30. April können demnach kostenfrei in einen Reisegutschein umgewandelt werden. Dies gelte auch für Sparpreise und Supersparpreise. Anträge zur Umwandlung in einen Reisegutschein könnten auch noch nach dem gebuchten Reisetag abgeschickt werden.

Die Umbuchungsregeln großer Reiseveranstalter

Auf die weltweite Reisewarnung bis Ende April mussten die Veranstalter reagieren: Pauschalreisen wurden abgesagt, Urlaubern steht eine Reisepreis-Rückzahlung zu. Allerdings wollen Tui und Co. ihre Kunden halten und machen teils besondere Angebote. Ein Überblick.

Tui: Beim Marktführer ruht das Reiseprogramm bis zum 30. April. Urlaub in dieser Zeit fällt aus. Damit die Gäste bei Tui bleiben, bietet der Veranstalter einen „Bonus“ in Höhe von 100 Euro pro Person bei Buchung einer neuen Reise. Das Angebot gilt laut Anbieter für den Reisezeitraum 1. Mai 2020 bis 30. April 2021. Wer jetzt eine Reise für Mai oder später bucht, kann diese bis zum 30. April kostenlos wieder stornieren oder umbuchen, also solange die Reisewarnung gilt.

DER Touristik: Alle Reisen bis 30. April sind auch hier abgesagt. Denjenigen Kunden, die Urlaube mit einem Beginn im Mai geplant haben, bietet der Veranstalter eine kostenlose Umbuchung an, die spätestens zehn Tage vor Abreise erfolgen muss.

FTI: Der Veranstalter aus München hat ebenfalls alle Reisen bis 30. April storniert. Für Urlaube mit einem Starttermin zwischen 1. Mai und 30. Juni bietet FTI kostenlose Umbuchungen auf einen späteren Zeitraum an. Die Umbuchung müsse bis zehn Tage vor Abreise erfolgen, spätester neuer Rückreisetermin muss hier der 31. Oktober 2020 sein.

Alltours: Der Veranstalter aus Düsseldorf hat alle Reisen bis einschließlich 30. April storniert. Wer eine Reise im Mai gebucht hat, muss erst einmal abwarten, ob dann noch für das gebuchte Urlaubsland eine Einreisesperre oder Ähnliches besteht.

Schauinsland Reisen: Reisen können auch über den April hinaus vorerst kostenlos umgebucht werden. Das neue Abreisedatum darf laut Veranstalter um bis zu 98 Tage vom ursprünglichen Datum abweichen.

Mit Blick auf den Sommerurlaub müssen sich viele Urlauber aktuell aber gedulden. Niemand kann vorhersagen, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt. An den bestehenden Reisebuchungen ändert sich erst einmal nichts. Wer jetzt vom Vertrag zurücktritt, zahlt aber entsprechend Stornokosten. Verbraucherschützer raten deshalb: Abwarten!

Airlines, bei denen Sie kostenlos umbuchen können

Lufthansa bietet angesichts der Coronakrise erweiterte Kulanzregelungen an. Kunden können nun Tickets behalten, ohne sich zunächst auf ein neues Reisedatum festlegen zu müssen, wie die Fluggesellschaft mitteilte.

Sie können ihren Flug auch auf ein anderes Ziel umbuchen. Die Kulanzregelung gelte für gebuchte und stornierte Flüge. Die Regel betrifft auch Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Air Dolomiti.

Das Verfahren ist laut Lufthansa so: Bestehende Buchungen werden zunächst gestrichen, Ticket und Ticketwert bleiben aber bestehen und können auf ein neues Abflugdatum bis 31. Dezember 2020 umgebucht werden.

Diese Regelung gilt für Tickets, die bis einschließlich 12. März 2020 gebucht wurden und ein bestätigtes Reisedatum bis 30. April 2020 haben. Die Umbuchung sollte bis 1. Juni 2020 erfolgen, erklärt die Airline. Gebühren entstehen hierfür nicht.

Stornierte Flüge wegen Corona – Airlines erschweren Rückerstattung

Bei Eurowings können alle bestehenden Buchungen mit Abflugdatum bis 30. April 2020 einmalig ohne Gebühr auf ein Datum bis 31. Dezember 2020 umgebucht werden, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Die gleiche Regel gelte für alle Neubuchungen ab sofort bis 31. März 2020.

Die Umbuchung muss laut Eurowings in beiden Fällen bis 31. Mai 2020 erfolgen. Nicht nur das Reisedatum lässt sich kostenfrei ändern, auch die Umbuchung auf eine andere Strecke sei möglich. Allerdings müssen Reisende dann eventuell die Preisdifferenz bezahlen.

Zuvor hatte bereits der Ferienflieger Condor angekündigt, bei neuen Buchungen vorerst auf Umbuchungsgebühren zu verzichten. Ausgenommen sind hier Tickets des Economy-Light-Tarifs.

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Coronavirus – aktuelle Entwicklung

Mit Stand 6. April 2020 (11:03 Uhr GMT) wurden laut Worldometer weltweit 1.284.780 Fälle und 70.328 Todesfälle gemeldet. Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus zeigt eine Karte der Johns Hopkins University.

 

Was nutzen Handschuhe und Atemschutzmasken auf Reisen?

Aus Sorge vor dem neuen Coronavirus greifen Reisende mitunter zu skurrilen Schutzmaßnahmen, die allerdings oft wirkungslos sind. So sind zum Beispiel Handschuhe aus Baumwolle etwa auf einem Kreuzfahrtschiff oder im Flieger nicht hilfreich. „Handschuhe nehmen alles auf, was Sie berühren“, erklärt Prof. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Berlin. Die Gefahr sei dann, dass man mit den Händen irgendwann ins Gesicht gehe. Wenn man schon Handschuhe trage, dann müsse man sie ständig wechseln, wie das etwa in Kliniken passiere – auf Reisen nicht praktikabel.

Auch Atemmasken aus Papier, die man teils an Flughäfen sieht, seien für den eigenen Schutz nicht effektiv, betont der Reisemediziner. Es bringe nur etwas, wenn ein Infizierter eine Maske trage.

Sich auf einer Reise vor Corona zu schützen, sei nicht so einfach, da es sich um eine Tröpfcheninfektion handelt, so Jelinek. Er rät: Abstand halten, falls möglich – was etwa im Flugzeug aber nicht unbedingt funktioniert. Darüber hinaus sei regelmäßiges Händewaschen sehr wichtig. „Viel mehr kann man nicht tun.“

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