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Maskenpflicht, Zugangsregeln …

Doch kein „Freedom Day“ am 20. März! Viele Bundesländer verlängern Corona-Regeln

Berlin Reichstag
Am Freitag, dem 18. März, stimmen Bundestag und Bundesrat über das neue Infektionsschutzgesetz ab. Von den Ländern wurde der Entwurf der Ampelregierung bereits stark kritisiertFoto: Getty Images

Im Rahmen der stufenweisen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Deutschland sollten eigentlich bis zum 20. März alle „tiefgreifenderen Maßnahmen“ fallen. So sollten etwa die Maskenpflicht und 3G-Regel gekippt werden – doch nun verlängern einige Bundesländer ihre Maßnahmen. Und wollen so lange, wie es das neue Infektionsgesetz ermöglicht, an alten Regeln festhalten.

Laut des Drei-Stufen-Plans des Bundes soll der 20. März Deutschlands „Freedom Day“ werden – passend zum kalendarischen Frühlingsanfang. Die deutsche Regierung plant das Ende aller größeren Corona-Einschränkungen. So ist es zumindest vorgesehen – im Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz, über das Bundestag und Bundesrat heute, am Freitag, dem 18. März, abstimmen.

Bei den gestrigen Bund-Länder-Beratungen haben die Bundesländer massive Kritik an der Corona-Politik des Bundes geübt. Viele Länder nutzen die im Entwurf des Infektionsschutzgesetzes eingeräumte Übergangszeit und verlängern ihre bisherigen Maßnahmen. Welche Regeln wo gelten und was Reisende jetzt wissen müssen, erfahren Sie in der großen Übersicht von TRAVELBOOK.

Geplatzt: geplanter „Freedom Day“ am 20. März

Die Beschlussvorschlage des neuen Infektionsschutzgesetzes der Ampelregierung liegt unter anderen dem „ZDF“ vor und darin heißt es: „Bis zum kalendarischen Frühjahrsbeginn am 20. März 2022 sollen die weitreichenden Einschränkungen des gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens schrittweise zurückgenommen werden.“

Insbesondere die geplante Abschaffung der Maskenpflicht stößt bei der heutigen Bundestagsdebatte auf heftige Kritik. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt das Infektionsschutzgesetz jedoch als „Kompromiss“ und erklärte laut „Frankfurter Rundschau“: „Wir können nicht weiter das gesamte Land unter Schutz stellen, um eine kleine Gruppe von Impfunwilligen zu schützen.“ Daher plädiert Lauterbach dafür, nach dem Ende der Übergangszeit sogenannte „Hotspot-Regionen“ einzuführen. Insofern die Infektionslage kritisch werde, gelten in Hotspots (das können auch ganze Bundesländer sein) gesonderte Regelungen. Das Problem: Bisher ist noch nicht geregelt, wann ein Gebiet als Hotspot gilt.

Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, kritisierte, dass der Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz das Gegenteil von dem bewirke, was der eigene Expertenrat der Bundesregierung gerade geraten habe: Statt schnell auf einen neuen Pandemie-Ausbruch reagieren zu können, sei die nun vorgesehene Hotspot-Regelung langsam und bürokratisch.

Auch interessant: Niederlande heben letzte Corona-Beschränkungen auf

Bundesländer verlängern Corona-Maßnahmen

Da die Corona-Inzidenzen und auch die Zahl der Todesfälle in Deutschland wieder stark steigen, verlängern einige Bundesländer ihre Maßnahmen im Rahmen der Übergangszeit:

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg bleibt die Maskenpflicht bis zum 2. April bestehen und gilt weiterhin für Geschäfte, Kinos, Veranstaltungen und andere öffentliche Innenräume sowie für den öffentlichen Nahverkehr. Auch die 3G-Regel bleibt weiterhin in Restaurants und Hotels erhalten. In Clubs und Diskotheken gilt 2G plus und die Obergrenzen für Besucherzahlen bei Veranstaltungen sollen künftig wegfallen. 

Bayern

Auch in Bayern gilt die Maskenpflicht weiterhin bis zum 2. April. In Hotels, Restaurants, Bars sowie Kneipen gilt die 3G-Regel – für den Eintritt in Clubs und Diskotheken wird ein 2G-Nachweis benötigt.

Bei Veranstaltungen dürfen vorerst 75 Prozent der Plätze belegt werden, bei Sportveranstaltungen 50 Prozent, insgesamt dürfen 25.000 Menschen teilnehmen.

Berlin

Berlin behält seine bestehenden Regelungen bis zum 31. März bei. Für Übernachtungen in Hotels oder Ferienwohnungen wird weiterhin ein 3G-Nachweis benötigt, ebenso in Restaurants. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gilt die 3G-Regel, zusätzlich besteht die Maskenpflicht. Bei Großveranstaltungen dürfen bis zu 60 Prozent der Plätze belegt werden und bei Großveranstaltungen sowie bei Open-Air-Ereignissen gelten die 2G-plus-Regel und Maskenpflicht.

Brandenburg

Auch Brandenburg will viele Corona-Maßnahmen über den 20. März hinaus beibehalten. Allerdings hat das Bundesland bisher keine Übergangsverordnung veröffentlicht.

Bremen

Das Bundesland Bremen will die Corona-Regeln ebenfalls erst zum 2. April lockern. Bis dahin gilt –unabhängig von der Warnstufe – die 3G-Regel in Hotels, in gastronomischen Einrichtungen, in Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie beim Sport und bei körpernahen Dienstleistungen.

Das Tragen einer Maske ist in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Besuch von Geschäften und in geschlossenen Räumen verpflichtend.

Hamburg

Auch Hamburg behält die aktuellen Corona-Maßnahmen vorerst bei. Somit gilt die 3G-Regel in Beherbergungsbetrieben und Hotels sowie bei körpernahen Dienstleistungen und auch beim Sport.

In geschlossenen, öffentlichen Räumen ist das Tragen einer FFP2-Maske verpflichtend.

Hessen

Hessen will seine Corona-Regeln ebenfalls verlängern. Im öffentlichen Nahverkehr und in geschlossenen Räumen muss weiterhin eine OP- oder eine FFP2-Maske getragen werden. Mit einem 2G-Nachweis kann in Discos und Clubs gefeiert werden. Bei Veranstaltungen gilt 3G, ab 500 Teilnehmenden jedoch die 2G-plus-Regel.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern verlängert seine Corona-Regeln ebenfalls im Rahmen der Übergangszeit. Die Maskenpflicht gilt in öffentlichen Innenbereichen, bei Großveranstaltungen sowie im öffentlichen Nahverkehr. Diskotheken und Clubs dürfen je nach Infektionslage mit 2G-Plus oder 3G öffnen und dabei nur zu 50 Prozent ausgelastet sein.

Niedersachsen

Auch Niedersachsen will Corona-Maßnahmen über den 20. März hinaus beibehalten. Allerdings hat das Bundesland bisher noch keine Übergangsverordnung veröffentlicht.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen gilt die Übergangsregelung bis zum 2. April. Bis dahin bleibt die 3G-Regel an fast allen Orten bestehen – bei privaten Feiern muss ein 2G-plus-Nachweis vorliegen.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz verlängert die Corona-Maßnahmen ebenfalls bis zum 2. April. Doch hier wird vielerorts schon auf die Maskenpflicht verzichtet, zumindest immer dann, wenn der Impfstatus oder ein Test kontrolliert werden kann. Beim Einkaufen, im Nahverkehr und in Krankenhäusern bleibt das Tragen einer Maske jedoch weiterhin obligatorisch. In Hotels und Restaurants gilt die 3G-Regel.

Saarland

Das Saarland verlängert die Regeln vorerst bis zum 31. März. Bis dahin gilt die Maskenpflicht in allen geschlossenen, öffentlichen Räumen und im öffentlichen Nahverkehr. Für Veranstaltungen mit mehr als 2000 Menschen, beim Club-Besuch und in Pflegeheimen sowie Krankenhäusern ist ein 2G-Plus-Nachweis Voraussetzung. Bei Übernachtungen und Restaurantbesuchen greift die 3G-Regel.

Sachsen

Einige der in Sachsen bestehenden Corona-Regeln gelten weiterhin bis zum 2. April – jedoch lockert der Freistaat auch schon an einigen Stellen ab dem 18. März. So entfallen private Kontaktbeschränkungen und Kapazitätsbeschränkungen bei Veranstaltungen. In Innenräumen muss weiterhin eine FFP2-Maske getragen werden. Im öffentlichen Nahverkehr entfällt die 3G-Regel, das Tragen einer Maske bleibt jedoch vorerst bestehen.

Sachsen-Anhalt

Die Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt werden vorerst nicht gelockert – das Land will noch bis zum 2. April an den bisherigen Maßnahmen festhalten. Es gilt weiterhin die 3G-Regel in Beherbergungsbetrieben und in der Gastronomie, in Clubs und Diskotheken ist ein 2G-plus-Nachweis Voraussetzung.

Schleswig-Holstein

Ab dem 19. März gelten in Schleswig-Holstein nahezu keine Corona-Regeln mehr. Die Maskenpflicht bleibt jedoch vorerst bestehen. Aufgrund der niedrigen Infektionslage sei es laut Ministerpräsident Daniel Günther vertretbar, den Stufenplan weiter zu verfolgen.

Thüringen

Thüringen will erst zum 2. April lockern. Die Maskenpflicht in der Gastronomie und bei Übernachtungen bleibt demnach vorerst bestehen. Genau wie die bisherigen 2G- und 3G-Zugangsregeln: Für Restaurant- und Barbesuche wird ein 3G-Nachweis benötigt, ebenso für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen oder beim Sport. Für Club-Besuche braucht es einen 2G-plus-Nachweis.

Was gilt für Reisen in Deutschland?

Derzeit gilt in Deutschland noch im gesamten Nah- und Fernverkehr sowie bei Inlandsflügen die 3G-Regel. Das heißt: Sie müssen geimpft, genesen oder getestet sein, um innerhalb Deutschlands zu reisen. Zudem müssen Sie noch einen Mund- und Nasenschutz tragen.

Mit dem neuen Infektionsgesetz könnte ab dem 20. März die 3G-Regel für den Nah- und Fernverkehr sowie auf Inlandsflügen gekippt werden. Ein Mund-Nasen-Schutz müsste Stand jetzt aber weiterhin getragen werden.

Seit dem 4. März sind Übernachtungsangebote für nicht Geimpfte oder Genesene wieder mit tagesaktuellem Test möglich.

Die Corona-Lage in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag, dem 17. März, 294.931 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – ein neuer Höchstwert: Das sind 32.179 Fälle mehr als vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 1651,4 von 1607,1 am Vortag und erreichte damit ebenfalls einen neuen Höchstwert. 278 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 126.420. Die Zahl der Intensivpatienten mit dem Virus in Krankenhäusern betrug am Donnerstag, dem 18. März, 2241.

Mit Material von reuters

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