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Ambitionierter Entwurf

Das schwimmende Hotel, das selbst Strom erzeugen soll

Eco-Floating-Hotel
Sieht nicht nur futuristisch aus, sondern ist es auch: das Eco-Floating-Hotel Foto: HAADS

Nachhaltigkeit ist nach wie vor ein relevantes Thema, auch beim Urlaub. Das erkennen auch immer mehr Unternehmen und entwickeln neue Projekte, die besonders umweltfreundlich sein sollen. Der neueste Clou: ein schwimmendes Öko-Hotel, das selbst Strom erzeugen soll. Wie das funktionieren soll und wo der Haken an der Sache ist – TRAVELBOOK hat nachgeforscht.

Stellen Sie sich vor, Sie machen Urlaub in einem Hotel, das so nachhaltig ist, dass es seinen eigenen Strom erzeugt. Nicht etwa durch eine Solaranlage, sondern durch seine Bewegung – denn das Hotel, in dem Sie einchecken, dreht sich. Was sich wie Vision für die ferne Zukunft anhört, soll tatsächlich schon bald mit dem Eco-Floating-Hotel Realität werden.

Konzeptioniert wurde das außergewöhnliche Öko-Hotel von einem Team des Architekturbüros Hayri Atak Architectural Design Studio (HAADS). Die Idee war es, ein Gebäude zu bauen, das nur einen minimalen Energieverlust hat und keinen Abfall produziert. Sechs Monate tüftelten die Architekten zusammen mit Schiffsbauingenieuren daran, wie man den Bau umsetzen könnte, wie HAADS TRAVELBOOK mitteilte. Das Ergebnis: Ein nachhaltiges Hotel, das sich um sich selbst dreht.

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Wie funktioniert das Eco-Floating-Hotel?

Lobby Eco-Floating-Hotel
Durch diesen gigantischen Trichter soll Regenwasser aufgefangen werden Foto: HAADS

Das Hotel soll sich mitten im Meer befinden und durch die Rotation Strom zur eigenen Versorgung erzeugen. Das Prinzip ähnelt dabei dem eines Dynamos. Dabei dreht sich das Hotel nicht immer gleich, sondern „ändert entsprechend den aktuellen Wasserströmungen seine Position“, wie HAADS erklärt. Die Steuerung soll über ein Computer-System, Propeller und Stahlruder erfolgen. Eine vollständige Drehung soll etwa 24 Stunden dauern – den Gästen wird die Drehung vermutlich nur auffallen, weil sich der Blick aus dem Fenster immer mal wieder ändert. Zusätzlich zu der Stromerzeugung soll auch mit Regenwasseraufbereitung in Sachen Umweltschutz gepunktet werden. Dafür soll das Wasser in einem riesigen Trichter aufgefangen werden.

Insgesamt ist das Eco-Floating-Hotel auf 35.000 Quadratmeter angelegt. Aktuell ist es als 5-Sterne-Hotel geplant und soll insgesamt 152 Zimmer, Außenpools, ein Spa, ein Fitnessstudio und einen eigenen Minigolfplatz haben. Außerdem dürfen natürlich ein Hotel-eigener Hubschrauberlandeplatz und eine Anlegestelle für Yachten nicht fehlen.

Die Renderings für das Ökohotel zeigen bereits, dass man sich eindeutig im Luxussegment ansiedeln möchte
Die Renderings für das Ökohotel zeigen bereits, dass man sich eindeutig im Luxussegment ansiedeln möchteFoto: HAADS

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Wann und wo soll das Hotel eröffnen?

Aktuell steht noch nicht fest, wann das Hotel eröffnen kann. Man führe aktuell noch Machbarkeitsstudien und weitere Forschungen durch, heißt es vonseiten der Architekten. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob man das Hotel bei einem technischen Ausfall an Land verlegen könnte. Klar ist hingegen schon, wo das Hotel gebaut werden soll. Und hier liegt auch der Haken: Aktuell ist nämlich Katar geplant, also das Land, das in den letzten Jahren vor allem mit schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen aufgefallen ist.

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Es gibt aber noch Hoffnung für alle, für die der Standort Katar ein No-Go ist: Auf TRAVELBOOK-Nachfrage betonen die Architekten, dass das Hotel nicht an einem Ort bleiben müsse: „Da es sich um eine schwimmende Konstruktion handelt, kann es an die gewünschten Stellen bewegt werden.“ Notwendig sei lediglich der für die Energieerzeugung benötigte Stromfluss. Es ist also nicht auszuschließen, dass sich das Eco-Floating-Hotel auch irgendwann mal in der Ostsee wiederfindet…