Es kann jederzeit soweit sein

Warnung vor Mega-Erdbeben! Sollte ich jetzt noch nach Istanbul reisen?

Satellitenbild von Istanbul
Istanbul liegt genau zwischen zwei Erdplatten
Foto: Getty Images

Renommierte Wissenschafler warnen vor einem starken Erdbeben in Istanbul. Ein Wert von bis zu 7,4 auf der Richterskala wird befürchtet. Was Reisende jetzt wissen müssen.

Wissenschaftler um den Kieler Geophysiker Dietrich Lange vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung haben vor den Toren der Stadt Istanbul starke tektonische Spannungen entdeckt. Sie würden reichen, um ein Beben der Stärke 7,1 bis 7,4 auszulösen, schreiben sie im Fachblatt „Nature Communications“. Auf der Richterskala bedeutet eine Erdbeben-Stärke von über 7 eine potentiell große Zerstörung über weite Gebiete. „Es bauen sich tektonische Spannungen auf, die sich irgendwann in einem Moment entladen“, sagte Lange. Die neuen Messungen seien der erste direkte Nachweis über den Spannungsaufbau am Meeresboden südlich von Istanbul.

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Wann genau das nächste große Beben komme, sei jedoch unklar.

Was müssen Reisende jetzt wissen?

Auf Anfrage von TRAVELBOOK versicherte das Auswärtige Amt, dass es seine Reisesicherheitshinweise für Istanbul und die Türkei stetig aktualisiert: „Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts werden ständig überprüft und falls erforderlich sofort angepasst, gegebenenfalls auch mitten in der Nacht. Aktuelle Ereignisse, zum Bespiel also auch Naturkatastrophen, werden so unverzüglich berücksichtigt.“ Da der Zeitpunkt des Bebens nicht genau zu bestimmen ist, ist Übervorsicht also nicht angebracht.

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Istanbul kann jederzeit von einem Erdbeben betroffen sein

Dennoch sollte man sich als Tourist darüber bewusst sein, dass Istanbul permanent von Erdbeben bedroht ist: Die Stadt mit rund 16 Millionen Einwohnern liegt an der sogenannten Nordanatolischen Störung, einer Grenze zwischen der eurasischen und der anatolischen Erdplatte. Durch diese Lage ist die Stadt besonders von tektonische Spannungen betroffen.

Hagia Sophia in Istanbul

Istanbul ist trotz anhaltender politischer Krisen ein beliebtes Reiseziel
Foto: Getty Images

In der Stadt selbst wird die latente Gefahr immer wieder ignoriert. Jedes Jahr stürzen schlecht gebaute Wohnhäuser ein – unter anderem mürbe gemacht durch die vielen kleineren Erdbeben, die Istanbul regelmäßig erschüttern. Stadtplaner wie die bekannte Architektin Mücella Yapici warnen seit Jahren, dass große offene Flächen, die im Zentrum als Zufluchtsorte eingetragen wurden, längst zugebaut sind.

 

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