Sommerferien in Deutschland

Ferienhäuser an Nord- und Ostsee fast komplett ausgebucht

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Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind bei Urlaubern nach Branchenangaben in der Corona-Krise gefragt
Foto: Christophe Gateau/dpa

In den ersten Bundesländern beginnen Ferien, viele haben doch noch einen Urlaub in Deutschland gebucht. Eine Art der Unterkunft ist zum Teil schon wieder so gefragt wie vor der Krise.

Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind bei Urlaubern nach Branchenangaben in der Corona-Krise gefragt. In den Ferienorten an Nord- und Ostsee seien die Unterkünfte für die Sommerferien zu 90 Prozent ausgelastet, teilte der Deutsche Ferienhaus-Verband der Deutschen Presse-Agentur mit.

Hoch im Kurs stünden natürlich auch beliebte Regionen in Süddeutschland wie das Allgäu und die Bodenseeregion. Dort gebe es kaum Abweichungen zum Buchungsgeschehen des Vorjahres.

Kurzfristige Ferienhaus-Buchungen

„Die Deutschen setzen in diesem Jahr sehr stark auf naturnahem Urlaub, der den nötigen Abstand zulässt“, erklärte Michelle Schwefel, die Geschäftsstellenleiterin des Verbands. Besonders stark seien Nord- und Ostseeküste gefragt, vor allem die Inseln wie Rügen. Auch an die Mecklenburgische Seenplatte ziehe es die Urlauber. „Freie Unterkünfte gibt es noch in den Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald oder dem Hochsauerland und in den Großstädten wie Berlin und München.“

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In diesem Jahr werde kurzfristiger gebucht als üblich. Urlauber richteten ihr Augenmerk stärker auf Deutschland oder Ziele, die gut mit dem Auto angesteuert werden können. Seit den ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen zögen die Buchungen an. „Die Reiselust ist da und das wird sich wahrscheinlich weiterhin positiv auf den innerdeutschen Reiseverkehr auswirken.“

Nach einer Branchenstudie aus dem Jahr 2015 gab es damals rund eine Million Betten in deutschen Ferienhäusern und Ferienwohnungen. Zwei Drittel wurden von Privatleuten zur Miete angeboten. Das Sommergeschäft kann die Ausfälle des Frühjahres nicht kompensieren, wie der Verband deutlich machte.

Spürbare Existenzsorgen

Auch dieser Teil der Reisebranche ist durch die Corona-Krise unter Druck geraten, wie der Verband beklagte. Mehrere Monate gab es kaum Urlauber. „Die ausgelöste Stornierungswelle hat ein riesiges Finanzloch in die Kassen der Unternehmen gerissen“, hieß es. Der Verband geht von Einbußen von 1,5 Milliarden Euro für die Zeit von März bis Mai aus.

„Die Existenzsorgen sind spürbar“, betonte Schwefel. „Vor allem die Corona-bedingten Rückzahlungen an Reisende belasten die Unternehmen.“ Bisherige staatliche Hilfen griffen zu kurz. Die Politik beschäftigte sich vor allem mit Pauschalreisen und Flugtickets, vergesse aber den Individualtourismus.

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