Forscher in Alarm-Stimmung

Viele Badeseen werden komplett verschwinden

Badeseen Deutschland Klimawandel
Badeseen in Deutschland könnten in den kommenden Jahrzehnten zur Seltenheit werden – der Grund dafür ist der Klimawandel
Foto: Getty Images

Es ist bekannt, dass der Meeresspiegel in der Folge des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten deutlich ansteigen wird. Nun weisen Forscher darauf hin, dass es aber noch eine weitere unangenehme Folge geben wird: das Austrocknen von Seen weltweit. Was dahinter steckt und wie stark Deutschland betroffen sein wird – TRAVELBOOK hat bei einem der Forscher nachgefragt.

Es ist ein düsteres Bild, das Wissenschaftler der Universität Gießen, der Universität in Utrecht sowie der Universität Bremen zeichnen. In einem kürzlich erschienenen Artikel im Fachmagazin „Communications Earth & Environment“ prognostizieren sie, dass der Wasserspiegel in vielen Seen weltweit deutlich absinken wird, teilweise um bis zu 20 Meter – mit dramatischen Folgen für die Umwelt.

Dabei beziehen sich die Forscher vor allem auf das Kaspische Meer, wo man diese Entwicklung schon heute beobachten kann. Doch: „Die Klimamodelle sagen auch für Europa zunehmende Trockenheit infolge des Klimawandels voraus. Somit ist davon auszugehen, dass auch deutsche Seen betroffen sein werden“, sagt Dr. Mathias Prange, einer der beteiligten Autoren, vom Marum, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen auf TRAVELBOOK-Nachfrage. Einzig Skandinavien sei noch nicht betroffen.

Auch interessant: Der Inhalt dieses Beton-Bunkers kann die Welt retten

„Viele Seen werden komplett verschwinden“

Schon in den vergangenen Jahren habe man sehen können, dass es in Deutschland Trockenheit und Dürre gab. Als Beispiele nennt Prange die teils dramatisch gesunkenen Pegelstände von Flüssen wie der Elbe oder der Schwarzen Elster in Mitteldeutschland, aber auch viele Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Betroffen von den niedrigen Wasserständen waren vor allem die Schifffahrt und die Landwirtschaft. Und es könnte in Zukunft noch schlimmer werden.

Zwar fehlten noch Studien, um genaue Aussagen treffen zu können, aber Prange geht davon aus, dass „viele Seen komplett verschwinden werden.“ Durch übermäßige Wasserentnahme, beispielsweise zur Bewässerung in der Landwirtschaft, könne dieser Prozess sogar noch beschleunigt werden.

In 80 Jahren könnte die Hälfte aller Strände weltweit verschwunden sein

Mehr Schutzgebiete und mehr Forschung

Dabei sollte eigentlich der Prozess verlangsamt werden. Dafür müsste idealerweise der Klimawandel gebremst oder sogar gestoppt werden. „Da dies ein globales Problem ist, wissen wir natürlich, wie schwierig das ist“, gibt Prange zu. Er plädiert deswegen dafür, dass wichtige Schutzgebiete eingerichtet werden, um die biologische Vielfalt zu erhalten.

Auch interessant: So wird der Klimawandel die Farbe des Meeres verändern

In den Gebieten, in den Seen eine große Rolle spielen, solle man sich rechtzeitig auf den Wandel einstellen – das gelte auch für den Tourismus. Welche Gegenden hierzulande am stärksten betroffen sein werden, lasse sich zurzeit allerdings noch nicht sagen, da noch Studien fehlen. Deshalb fordert Prange „mehr Forschung zu diesem Thema, um genauere Aussagen treffen zu können.“

Themen