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Wie entstehen sie?

Forscher besorgt über immer mehr „Zombie-Feuer“ in der Arktis

In Alaska gibt es schon jetzt immer wieder „Zombie-Feuer“ – in Zukunft könnte es sogar noch mehr geben
In Alaska gibt es schon jetzt immer wieder „Zombie-Feuer“. Nun fürchten Forscher, dass die Anzahl bald deutlich steigt.Foto: dpa picture alliance

Es ist bekannt, dass es durch den Klimawandel weltweit zu immer mehr Feuern kommen wird. Bedingt durch die Trockenheit steigt etwa die Gefahr von Waldbränden in Australien oder Kalifornien noch weiter. Doch nicht nur „heiße“ Regionen werden betroffen sein. Auch in der Arktis werden die Feuer zunehmen – allerdings sind sie hier unterirdisch. TRAVELBOOK hat mit einem Experten über die sogenannten „Zombie-Feuer“ gesprochen.

Wenn man an Brände denkt, sieht man in Flammen stehende Gebäude oder Bäume. Doch in den Wäldern in der Arktis sehen die Feuer ganz anders aus. Dort brechen sie nämlich nicht über, sondern unter der Erdoberfläche aus. Genau diese Brände haben Forscher aus den Niederlanden und aus Alaska nun genauer untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass solche „Zombie-Feuer“ in Zukunft noch häufiger vorkommen werden.

Bei den „Zombie-Feuern“ handelt es sich um Brände, die in den Böden auftreten und dort den ganzen Winter, selbst unter dicken Schneedecken, weiter schwelen. Wenn der Schnee schmilzt, brechen die Feuer dann auch wieder an der Oberfläche aus. Normalerweise tritt diese Form nur sehr selten auf. Das liegt daran, dass eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt sein müssen, wie Dr. Sander Veraverbeke von der Fakultät für Naturwissenschaften, Erde und Klima an der Vrije Universität Amsterdam TRAVELBOOK mitteilte: „Zum einen müssen im Boden torfhaltige Brennstoffe vorhanden sein, es muss bereits große Brände in den vergangenen Jahren gegeben haben und die müssen sich tief in die Böden eingebrannt haben.“

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Auf diese Weise könnten die Feuer dann überwintern, weswegen sich in der wissenschaftlichen Berichterstattung auch der Begriff „überwinternde Brände“ durchgesetzt hat. Laut Veraverbeke ist aber auch der Begriff „Zombie-Feuer“ treffend: „Er stellt eine sehr gute Analogie für den Übergang zwischen flammender und schwelender Phase des Feuers dar. Dieser Begriff scheint sehr gut zu funktionieren, da er die Vorstellungskraft anspricht.“

Warum sind die Zombie-Feuer ein Problem?

Doch in der aktuellen Studie haben die Forscher noch etwas herausgefunden: Die Anzahl der Zombie-Feuer steigt mit der Temperatur der arktischen Sommer. „Wir wissen, dass die Temperaturen und die verbrannte Fläche in diesen Gebieten in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben – und wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt. Das würde mehr Brände bedeuten, und in der Folge auch mehr Zombie-Brände“, so Dr. Veraverbeke.

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Abgesehen von der Tatsache, dass jedes Feuer schädlich für die Umwelt ist, kommt bei den Zombie-Feuern hinzu, dass durch sie besonders große Mengen an klimaschädlichen Gasen freigesetzt werden. Das liegt an den Permafrostböden. „Die arktisch-boreale Region speichert riesige Mengen an Kohlenstoff in Torfgebieten und Permafrost. Brände, auch Zombie-Brände, können einen Teil dieses Kohlenstoffs in die Atmosphäre freisetzen, sowohl während der Verbrennung, aber auch noch viele Jahrzehnte nach dem Feuer wegen der feuerbedingten Degradation des Permafrosts“, erklärt Dr. Veraverbeke.

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Sollte es der Welt also nicht möglich sein, den Klimawandel abzubremsen, werden wir in Zukunft leider noch oft von „Zombie-Feuern“ hören…

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