Air Canada entschuldigte sich

Frau im Flieger eingeschlafen – und von der Crew vergessen

Air Canada Toronto
Eine Air-Canada-Maschine am Flughafen von Toronto
Foto: Getty Images

Air Canada soll eine schlafende Passagierin nach der Landung im Flugzeug vergessen haben. Die ließ ihre Geschichte jetzt auf Facebook teilen.

„Ich wache gegen Mitternacht auf (Stunden, nachdem der Flieger gelandet ist), frierend und noch immer in meinen Sitz geschnallt, in kompletter Dunkelheit” – was Tiffany Adams erlebt hat, klingt nach einem wahr gewordenen Albtraum. Die Passagierin wurde nach einem eineinhalbstündigen Flug von Québec nach Toronto anscheinend von der Air-Canada-Crew schlafend im Flieger vergessen. Das soll am 9. Juni 2019 passiert sein, zehn Tage später teilte ihre Freundin Deanna Noel-Dale die Geschichte auf Facebook.

Passagierin im Flugzeug vergessen

Dem Post nach freute sich Adams auf ihrem Rückflug von Quebec über eine komplett freie Sitzreihe in dem nur zu einem Viertel ausgelasteten Flugzeug. Etwa auf Hälfte des Flugs schlief sie ein, um Stunden später im stockdunklen, bereits geparkten Flugzeug wieder aufzuwachen. „Ich dachte, ich hätte einen Albtraum. Ich meine ernsthaft, wie kann das sein?!”, heißt es in dem Facebook-Post. Bei dem Versuch, ihre Freundin anzurufen, sei das Handy ausgegangen – Akku leer. Eine Nachricht ging vorher jedoch noch raus.

„Ich habe versucht, mich auf meine Atmung zu konzentrieren und meine Panikattacke unter Kontrolle zu kriegen, während ich probierte, mein Telefon in allen USB-Anschlüssen aufzuladen, die ich finden konnte.” Das Problem: „Wenn die das Flugzeug ausschalten, gibt es auch keinen Strom.” Das gleiche schien auch für die Funkgeräte zu gelten, die Adams im Cockpit fand.

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Nach zunehmender Panik dann ein kurzzeitiger Glücksmoment: „Ich war überglücklich, als ich eine Taschenlampe im Cockpit gefunden habe. Ich machte SOS-Signale aus dem Fenster, in der Hoffnung, dass mich jemand sieht.” Adams gelang es schließlich, die Haupttür zu öffnen – doch bis zum Boden waren es nach ihren Angaben etwa 12 bis 15 Meter. Springen war keine Option, ein Seil nicht zu finden und der nächste Sitzgurt zu kurz, um sich daran abzuseilen.

Die Rettung

Die Rettung kam für Adams in Form eines Gepäckwagenfahrers, der schließlich auftauchte. „Der Fahrer fragte mich geschockt, wie zur Hölle die mich im Flugzeug vergessen konnten – ich frage mich dasselbe”, ist bei Facebook zu lesen. Und weiter: „Wenn mein Sitz einen Zoll (Anm. d. Red.: 2,5 Zentimeter) zurück steht oder mein Tisch runtergeklappt ist, bekommt es die Crew mit, aber sie vergessen eine Person, die in ihren Sitz geschnallt ist und gehen alle nach Hause?!”

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Adams Freundin schreibt auf Facebook, dass sie den Flughafen informierte, nachdem sie die Nachricht bekommen habe, dass Adams eingeschlossen im Flugzeug sitze. „Am Anfang hat mir die Dame nicht geglaubt, aber irgendwann konnte ich sie überzeugen, so dass sie Hilfe schicken konnte.”

Über die Sicherheitsleiter soll der Fahrer die vergessene Passagierin schließlich befreit haben. Die Mitarbeiter von Air Canada boten ihr laut Facebook anschließend eine Limousine und ein Hotel an, doch die Frau wollte nur noch nach Hause. Nach dem Vorfall wurde Adams zwei Mal von Mitarbeitern der Airline angerufen, die sich entschuldigten und fragten, was genau geschehen sei, wie sie in dem Post schildert. Air Canada habe versprochen, die Sache weiter zu untersuchen.

Airline bestätigt

Die Airline bestätigte die Geschichte gegenüber dem US-Radiosender „National Public Radio” und teilte mit, das man weiterhin mit Adams in Kontakt bleibe. Die schreibt in ihrem Post, dass sie sich noch immer nicht von dem Schock erholt habe. Adams sagt von sich selbst, dass sie unter Angstzuständen und Schlaflosigkeit leidet und erklärt: „Ich habe nicht viel geschlafen, da ich den nächtlichen Terror immer wieder durchlebe und in der Angst aufwache, irgendwo allein und eingeschlossen in der Dunkelheit wieder aufzuwachen.”

Wieso Adams in dem Flugzeug so tief schlafen konnte, dass sie weder Landung noch das Aussteige-Gewusel um sich herum mitbekam, ist unklar. Via Facebook bat die Passagierin um weitere Geschichten dieser Art, um sich nicht mehr so allein damit zu fühlen.