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Konflikt gelöst

GDL und Bahn haben sich im Tarifstreit geeinigt

ICE Zug im Bahnhof am Gleis
Bitte einsteigen: Wurden in den drei vergangenen Streikrunden große Teile des Bahnverkehrs lahmgelegt, haben Bahn und GDL nun eine Einigung erzielt – ein Ergebnis, das viele Fahrgäste aufatmen lässtFoto: Getty Images

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben ihren Tarifkonflikt beendet. Die zahlreichen Behinderungen und Zugausfälle haben demnach ein Ende.

Auf der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin haben GDL und Bahn das Ende ihres Tarifstreits bestätigt. Der monatelange Konflikt ist gelöst: Beide Seiten haben einen Kompromiss gefunden, teilten GDL-Chef Claus Weselsky und Bahnpersonalvorstand Martin Seiler mit. Ein Kompromiss, über den sich auch die Fahrgäste freuen dürfen, haben sie die Auswirkungen des Tarifkonflikts doch in den letzten drei Streikrunden stark zu spüren bekommen.

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Weselsky: „Guter Kompromiss“

Martin Seiler spricht vom „gelösten gordischen Knoten“, Claus Weselsky sagte, dass man einen guten Kompromiss ausgehandelt habe. Aus Sicht des Gewerkschaftschefs habe man ein Paket geschnürt, das die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner verdienen. In der Pressemeldung der GDL heißt es dazu: „Die Rente ist gesichert.“ Aber auch über die Betriebsrente hinaus haben sich die Tarifpartner auf einen Abschluss geeinigt, der zahlreiche Verbesserungen der Entgelt- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten vorsieht: Es gibt eine Lohnerhöhung von 3,3 Prozent in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 32 Monaten und zwei Corona-Prämien.

An der Einigung waren auch die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein beteiligt: Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther haben in den Verhandlungen (CDU) vermittelt. Günther sprach von einer guten Nachricht für alle Bahnkunden: „Am Ende steht jetzt ein Ergebnis, das von allen Beteiligten getragen wird.“

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer lobte die Vermittler-Rolle von Günther und Weil. „Entscheidend war ein Ergebnis und da danke ich allen Seiten“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. „Das ist für die Fahrgäste und für die Lieferketten im Güterverkehr ein wichtiges Signal für Deutschland.“

Die Bahn war den Lokführern am Wochenende entgegengekommen und hatte eine zusätzliche Entgeltkomponente in Aussicht gestellt. Die GDL hatte ihren dritten und bisher längsten Streik in dieser Tarifrunde am Dienstag vergangener Woche beendet. Vorige Woche hatte die Gewerkschaft aber damit gedroht, Anfang dieser Woche mit der Vorbereitung des nächsten Arbeitskampfes zu beginnen, sollte das Konzernmanagement bis dahin kein verbessertes Angebot vorlegen.

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EVG zieht nach

Die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte mit der auch durch die Corona-Krise angeschlagenen Bahn bereits im vergangenen Jahr einen Sanierungstarifvertrag geschlossen. Sie hatte Anfang September angekündigt, bei einem möglicherweise höheren Tarifabschluss der Lokführergewerkschaft GDL nicht tatenlos zuzusehen und ihr Sonderkündigungsrecht zu prüfen.

Quellen:

Mit Material von reuters

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