Mehr als 1.000 Fälschungsversuche bei Tripadvisor

Gefängnisstrafe für Online-Bewertungsbetrüger!

Unternehmen, die mit gefälschten Online-Bewertungen betrügen, müssen nun auch mit Gefängnisstrafen rechnen
Unternehmen, die mit gefälschten Online-Bewertungen betrügen, müssen nun auch mit Gefängnisstrafen rechnen
Foto: Getty Images

Das Ende eines wichtigen Gerichtsentscheids in Italien wurde jetzt bekannt gegeben: Ein hartnäckiger Online-Bewertungsbetrüger wurde zu einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten verurteilt. Es ist eines der ersten Urteil dieser Art.

Wie das Online-Bewertungsportal Tripadvisor berichtet, entschied das Strafgericht der süditalienischen Stadt Lecce, dass das Verfassen von gefälschten Bewertungen mit falscher Identität laut italienischem Strafrecht nun ein strafbares Verhalten darstellt.

Tripadvisor hatte die Strafverfolgung als Zivilkläger unterstützt und nach eigenen Angaben unter anderem mehr als 1000 Versuche festgestellt, in denen „PromoSalento“ falsche Bewertungen an Tripadvisor übermitteln wollte. Die Reisewebseite versucht gezielt, Bewertungsbetrügern keine Plattform zu bieten. Dementsprechend positiv wurde das neue Urteil aufgenommen. „Wir betrachten dies als eine wegweisende Entscheidung für das Internet. Das Verfassen von gefälschten Bewertungen war schon immer Betrug, aber das ist das erste Mal, dass wir jemanden dafür ins Gefängnis gehen sehen“, erklärte Brad Young, Rechtsberater bei Tripadvisor.

Darum sollten Sie Hotelbewertungen nie blind vertrauen

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Bezahlter Bewertungsbetrug – wenn Unternehmen oder Einzelpersonen gefälschte Bewertungen an Betriebseigentümer ‚verkaufen‘ – bedeuteten schon immer einen Verstoß gegen die Gesetzgebung vieler Länder, zum Beispiel die in der EU geltende Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken sowie nationale Gesetze im Zusammenhang mit Verbraucherschutz, Betrug und unwahrer Werbung. Dies sei jedoch das erste Mal, dass laut aktuellem Kenntnisstand von Tripadvisor die Gesetze bis hin zur strafrechtlichen Verfolgung durchgesetzt wurden.