„Germany Airlines“

Fake-Airline zockt zahlreiche Kunden ab!

Ein Screenshot der mittlerweile vom Netz genommenen Website der Fake-Fluggesellschaft „Germany Airlines“

Eine fiktive Airline hat über Monate gezielt Personen abgezockt, die von Deutschland oder der Schweiz aus in die kosovarische Hauptstadt Pristina fliegen wollten. TRAVELBOOK erklärt, was es mit „Germany Airlines“ auf sich hat und wie Betroffene vorgehen sollten.

Achtung vor „Germany Airlines“! Das Schweizer Unternehmen Reklamationszentrale warnt vor der fiktiven deutschen Fluggesellschaft, die Kunden gezielt abgezockt hat. Mehrere Medien berichteten und auch die Schweizer Behörden haben nach eigenen Angaben viele Beschwerden von Betroffenen erhalten.

Wie ist „Germany Airlines“ vorgegangen?

Die vermeintliche Fluggesellschaft betrieb ein seriös aussehendes Portal, über das Flüge nach Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, vermittelt wurden. Die Flüge gingen von Basel, Düsseldorf, München und Stuttgart aus und konnten direkt auf der Seite gebucht werden. Wie die Reklamationszentrale berichtet, sei allerdings zwei Tage vor Abreise eine Meldung bei den Kunden eingetroffen, dass die Flüge storniert wurden. Das Geld werde jedoch rückerstattet oder sie würden auf einen neuen Flug gebucht – das geschah allerdings nie. Telefonisch seien die Verantwortlichen nie erreichbar gewesen oder die Kunden seien vertröstet worden.

Mittlerweile ist die Website offline und, genauso wie die Telefonnummern, nicht mehr erreichbar. Dass es die Fake-Airline wirklich gab, ist allerdings immer noch nachzuvollziehen: Über Internetsuchmaschinen taucht in den Ergebnissen noch die URL „https://www.germanyairlines.net“ auf, im darunter stehenden Auszug steht, in schlechtem Deutsch: „Germany Airlines ist ein zuverlässiger Partner für Charterflüge von der Deutschland nach Kosovo.“

Zudem findet man das Unternehmen noch unter dem Namen „Germani Airlines“ im deutschen Handelsregister, demnach ist der Geschäftsführer Metehan M. und der Hauptsitz befindet in Leverkusen. Metehan M. soll auch in Verbindung mit einem weiteren dubiosen Flugbuchungsunternehmen stehen. Auf Facebook findet man einen Mann mit diesem Namen. Unter seinem letzten Post schreibt eine mutmaßlich geschädigte Frau: „Du zockst die Leute ab und schämst dich nicht mal dafür mal.“

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Bekommen die Geschädigten ihr Geld zurück?

Das ist fraglich, erfährt TRAVELBOOK von Reiserechtsanwalt Jan Bartholl: „Da man sehr schnell Kontaktadressen der Täter findet, gehe ich von systematischem Betrug und sehr gewieften Tätern aus. Leider sind bei solchen Fällen die Erfolgsaussichten der Geschädigten sehr gering. Wer per Überweisung bezahlt hat, hat kaum Chancen. Bei einer Zahlung per Lastschrift kann man die Zahlung zurückrufen und auch bei einer Zahlung per Kreditkarte sollte man bei dem Kreditunternehmen nachfragen, ob das in Frage kommt.“

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Dennoch rät der Rechtsexperte, selbst bei geringen Erfolgsaussichten auf jeden Fall Strafanzeige zu stellen. Bartholl: „Sind mehr als fünf Verbraucher getäuscht worden, handelt es sich um gewerblichen Betrug und dieser wird härter bestraft. Den Betrügern drohen dann Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.“

Die Reklamationszentrale Schweiz prüft aktuell die Möglichkeiten, rechtliche Schritte gegen die Germani Airlines GmbH einzuleiten.