Rettungskräfte holen Badegäste aus dem Wasser

Wieder Giftquallen vor Mallorca gesichtet!

Portugiesische Galeere
Ein Kontakt mit den Tentakeln der „Portugiesischen Galeere“ verursacht Schmerzen und Quaddeln auf der Haut
Foto: Getty Images

Wer vor Mallorca im Mittelmeer baden möchte, sollte aktuell aufpassen: Hier wurde bereits mehrfach die äußerst giftige Quallenart „Portugiesische Galeere“ (Physalia physalis) entdeckt. Nicht nur giftige Quallen sorgen erneut für Schrecken, auch das Rätseln um einen Weißen Hai verunsichert die Strandbesucher.

03Vor der Küste von Mallorca sind nach mehreren Wochen Ruhepause wieder Portugiesische Galeeren gesichtet worden. Die hochgiftigen Quallen hatten bereits Ende Mai auf der Urlaubsinsel für Verunsicherung gesorgt. Zeitweise war in der Bucht von Palma und an anderen Stränden ein Badeverbot verhängt worden.

Am vergangenen Sonntag wurde mallorquinischen Medien zufolge ein Exemplar in der Nähe von Calvia im Südwesten Mallorcas entdeckt. Laut „Mallorca Magazin“ mussten Rettungskräfte bereits am Samstag in Portals Vells am Südzipfel der Baleareninsel mehrere Badegäste aus dem Meer zurück an den Strand holen, nachdem dort mutmaßlich eine Portugiesische Galeere im Wasser schwamm. Kurzzeitig sei an dem Strand auch die rote Flagge gehisst worden, hieß es.

Die Portugiesische Galeere (Physalia physalis) ist eigentlich gar keine Qualle, sondern eine riesige Polypenkolonie, in der jedes Individuum eine bestimmte Aufgabe übernimmt.Die bis zu 50 Meter langen Tentakeln der hochgiftigen Quallenart lösen rote, schmerzende Striemen auf der Haut und in einigen Fällen Atemnot aus. Im schlimmsten, extrem seltenen Fall kann es zu einem tödlichen allergischen Schock kommen.

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Das hilft gegen Quallengift

Wer mit den im Schwarm auftretenden Giftquallen in Kontakt kommt, sollte die Haut sofort mit Salzwasser abspülen. Anschließend müssen die Nesseln entfernt werden. Dabei kann feuchter Sand helfen, empfiehlt etwa die „Apotheken Umschau“. Er wird auf die Stelle aufgetragen. Sobald er getrocknet ist, bleiben die Nesseln darin kleben und der Sand kann mit einem harten Gegenstand wie einer Bankkarte abgetragen werden. Auch Rasierschaum soll helfen.

Anschließend lindern Salben oder Brandgels Schmerzen und Juckreiz. Bei großflächigen Verbrennungen sollten Betroffene zum Arzt. Während das Gift kleinere Fische töten kann, ist es für Menschen in der Regel nicht lebensgefährlich. Portugiesische Galeeren wurden in den vergangenen Jahren auch vor Großbritannien, Thailand oder Ibiza gesichtet.

Weißer Hai vor Mallorca?

Doch nicht nur giftige Quallen verschrecken die Badegäste. Auch ein Hai gibt derzeit Grund zur Aufregung. Nach der Sichtung eines großen Haifischs in der Nähe von Mallorca streiten sich Experten, ob das Tier wirklich ein Weißer Hai ist. Neben dem Institut für Meereswissenschaften in Barcelona hätten auch eine Expertin von der Balearen-Universität UIB und der Meeresbiologe Gabriel Morey Zweifel angemeldet, berichteten mallorquinische Medien.

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Morey, der vor 15 Jahren gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern eine Studie über die Präsenz des Weißen Hais (Carcharodon carcharias) im Mittelmeer vor den Balearen veröffentlicht hat, glaubt nach Sichtung des Foto- und Videomaterials, dass es sich um einen Heringshai handeln könnte, wie das „Mallorca Magazin“ berichtete. Das sagen auch andere Biologen.

Weiße Haie und Heringshaie sehen sich sehr ähnlich. Allerdings ist der Heringshai normalerweise nur drei bis vier Meter lang. Der am Donnerstag (vom spanischen Meeresforschungszentrum Alnitak vor der Insel Cabrera südlich von Mallorca gesichtete Raubfisch soll aber größer gewesen sein.

„Bei dem von uns veröffentlichten Bild kann man die Größe nicht erkennen, das Tier ist aber rund fünf Meter lang. Wir haben es 70 Minuten lang verfolgt und auch gefilmt“, bestätigte  Expeditionsmitglied Fernando López-Mirones der Deutschen Presse-Agentur.

Auf Twitter schrieb er: „Wir sind keine Touristen, die ‚irgendwas‘ gesehen haben und Fotos mitbringen, damit andere uns sagen, um was es sich handelt. Wir sind Teil einer wissenschaftlichen Expedition.“ Laut „Mallorca Zeitung“ sind sich die Alnitak-Experten „zu 90 Prozent sicher“.

 

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