Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Australien

Rekord-Koralle im Great Barrier Reef entdeckt

Great Barrier Reef
Forscher haben eine mehr als zehn Meter breite Koralle im Great Barrier Reef entdecktFoto: Getty Images

Forscher haben im Great Barrier Reef in Australien eine Koralle mit gigantischen Maßen entdeckt. Die Steinkoralle ist mit ihren bis zu 10,5 Metern Breite und 5,3 Metern Höhe ein echter Rekord-Fund.

Die riesige Steinkoralle der Gattung Porites wurde bereits im März dieses Jahres in Queensland in der Nähe Orpheus Island entdeckt und vermessen, wie die Wissenschaftler in einem Bericht im Fachmagazin „Scientific Reports“ schreiben. „Es handelt sich um die Porites-Koralle mit dem größten je von Wissenschaftlern gemessenen Durchmesser und die sechstgrößte Koralle, die im Great Barrier Reef gefunden wurde“, heißt es in dem Report.

Im Great Barrier Reef entdeckte Koralle ist so groß wie ein Doppeldeckerbus

Mit ihren Ausmaßen ist die halbkugelförmige Koralle in etwa so lang und hoch wie ein moderner Doppeldeckerbus. Das Wachstum von Porites-Korallen hängt im Wesentlichen von der durchschnittlichen Meeresoberflächentemperatur ab. In Abstimmung mit dem Australian Institute of Marine Science (AIMS) berechneten die Forschenden bei der riesigen Koralle ein jährliches Höhenwachstum von 1,21 Zentimetern. Bei der Höhe von 5,3 Metern ergab sich damit ein Alter von 438 Jahren. „Dies ist lange vor der europäischen Erforschung und Besiedlung Australiens“, schreiben die Forscher. Das AIMS hat bei 328 Kolonien massiver Porites-Korallen das Alter bestimmt und dabei ein Höchstalter von 436 Jahren ermittelt. Die entdeckte Koralle gehört also auch zu den ältesten des Great Barrier Reef.

Den Gesundheitszustand der Koralle bewerten sie als „sehr gut“. 30 Prozent ihrer Oberfläche sind mit Schwämmen und Algen bedeckt, wie die Gruppe um Adam Smith von der James Cook University in Douglas berichtet.

Koralle im Great Barrier Reef
Die Koralle misst an ihrer breitesten Stelle 10,5 Meter

Die Wissenschaftler nannten die Koralle „Muga Dhambi“, was in der Sprache der in der Gegend lebenden Manbarra-Aborigines „große Koralle“ bedeutet. Muga Dhambi hat vermutlich 99 Korallenbleichen überstanden, die sich seit 1575 am Riff ereignet haben. Von 1858 bis 2008 hat man in dieser Gegend zudem 46 tropische Wirbelstürme registriert. Auch diese konnten der Koralle offenbar nichts anhaben. „Mit Blick auf die Zukunft gibt es am Great Barrier Reef aufgrund vieler Auswirkungen wie Klimawandel, abnehmende Wasserqualität, Überfischung und Küstenentwicklung echte Besorgnis im Hinblick auf Korallen“, schreiben Smith und Kollegen.

Great Barrier Reef – ein bedrohtes Naturwunder

Die Entdeckung der Rekord-Koralle ist eine der wenigen positiven Nachrichten, die zuletzt über das Great Barrier Reef erschienen sind. Vor allem durch die Klimakrise ist das Riff stark gefährdet und von einer rasch zunehmenden Korallenbleiche betroffen. Die Korallenbleiche am Great Barrier Reef war Forschern zufolge im vergangenen Jahr schwerer und größer als andere in der Vergangenheit. Als Bleiche wird ein Verblassen der farbenprächtigen Steinkorallen bezeichnet. Bei zu hohen Wassertemperaturen stoßen die Nesseltiere die für die Färbung sorgenden Algen ab, mit denen sie sonst in einer Gemeinschaft zu gegenseitigem Nutzen leben.

Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen hat die Unesco kürzlich bereits zum wiederholten Male gedroht, das Great Barrier Reef wegen Umweltschäden auf die Liste gefährdeter Welterbe-Stätten zu setzen. Das Welterbekomitee forderte Australien eindringlich auf, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu treffen, um das Riff zu retten.

Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens ist das größte Riff der Welt und dehnt sich auf einer Fläche von mehr als 344.000 Quadratkilometern aus. Damit ist es größer als Italien. Als eine der größten Touristenattraktionen ist es auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Experten schätzen den Wert des Riffs für den Tourismus auf umgerechnet rund 20 Milliarden Euro. Wäre es als gefährdetes Welterbe gelistet, könnte sich dies auch auf Tausende Jobs im Land auswirken.

Mit Material von dpa

Themen

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für