Hapag-Lloyd Cruises

Hamburger Reederei verzichtet bald auf Schweröl

Kreuzfahrtschiff Hanseatic nature
Das Kreuzfahrtschiff Hanseatic nature der Reederei Hapag-Lloyd Cruises
Foto: Andrea Warnecke / dpa

Kreuzfahrtschiffe stehen heftig in der Kritik von Umweltschützern. Jetzt reagiert die Hapag-Lloyd Cruises darauf und will ab 2020 für ihre Schiffe vollständig auf Schweröl verzichten.

Ab Juli sollen auch die beiden Luxuskreuzfahrtschiffe „Europa“ und „Europa 2“ mit Marine Gasöl betrieben werden, kündigte die Reederei an. Bereits Anfang des Jahres hatte sie bekanntgegeben, die Expeditionsschiffe sukzessive umzustellen.

Strengere Auflagen

Kreuzfahrtschiffe stehen in der Kritik von Umweltschützern. Schweröl gilt dabei als besonders umweltschädlicher Kraftstoff. Es ist ein Abfallprodukt bei der Erdölverarbeitung. Mit dem künftig eingesetzten Marine Gasöl, das einen Schwefelanteil von unter 0,1 Prozent aufweist, werden laut Unternehmen die Schwefel-Emissionen um 80 Prozent reduziert, die Emissionen von Feinstaub und Ruß um 30 Prozent.

Auch interessant: „Skandal“! So schlecht schneiden Kreuzfahrtschiffe beim Umweltranking ab

Ab 2020 gelten weltweit strengere Auflagen in Sachen Schwefelemissionen bei Schiffen. Der Schwefelgrenzwert liegt dann bei 0,5 Prozent. Schiffe mit einer Abgasreinigungsanlage, sogenannten Scrubbern, dürfen jedoch weiterhin mit Schweröl fahren, das einen Schwefelgehalt von 3,5 Prozent hat.

Preiserhöhungen zunächst nicht geplant

Das nun von Hapag-Lloyd Cruises eingesetzte Marine Gasöl ist im Vergleich zum Schweröl deutlich teurer. Geschäftsführer Karl J. Pojer spricht von „massiven Kosten“. Die Routen mit verbindlichen Preisen würden jedoch zwei Jahre im Vorfeld geplant und veröffentlicht – sprich Preiserhöhungen stehen erst einmal nicht an. „Für uns ist dieser Umstieg eine wichtige Investition in die Zukunft und den Umweltschutz“, sagte Pojer der Deutschen Presse-Agentur.

Gerade im Vergleich zu größeren Schiffen, die oftmals über mehrere Monate ähnliche Routen in einer Region fahren, sei der Umstieg für Hapag-Lloyd Cruises mit immer neuen Routen eine größere logistische Herausforderung, sagt Pojer.

Nabu begrüßt die Entscheidung

Der Naturschutzbund Nabu begrüßte die Entscheidung von Hapag-Lloyd Cruises als richtig und wichtig, wie mehrere Medien unter Berufung auf die Deutsche Presse Agentur. „Schweröl stellt nach wie vor eine große Bedrohung für marine Ökosysteme und unsere Küsten dar und muss so schnell wie möglich von den Weltmeeren verschwinden“, erklärte Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Auch alle anderen Kreuzfahrtanbieter seien gefordert, es Hapag-Lloyd Cruises gleich zu tun und ebenfalls auf Schweröl zu verzichten. Durch die Umstellung auf höherwertigen Marinediesel mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt werde zudem der Betrieb von Partikelfiltern und Stickoxidkatalysatoren ermöglicht. Diesen Schritt müssten die Reedereien jetzt gehen.