Weil sie Korallen töten

Hawaii verbietet bestimmte Sonnencremes!

Surfer liegt auf seinem Surfbrett im Ozean
Wenn Menschen sich mit Sonnencreme einreiben und schwimmen gehen, tragen sie die Chemikalien der Creme ins Meer, und dort zerstören sie dann Korallen und töten andere Meeresorganismen
Foto: Getty Images

Hawaii hat ein Verbot aller Sonnencremes beschlossen, welche die Stoffe Oxybenzon und Octinoxat enthalten. Diese Chemikalien zerstören und töten Korallen. Dennoch sind sie in den meisten US-amerikanischen Sonnenschutz-Produkten enthalten.

Das jetzt verabschiedete Gesetz tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Der Gesetzestext ist bereits jetzt online einsehbar. Dort wird das Verbot von diversen Sonnencremes damit begründet, dass die Chemikalien Oxybenzon und Octinoxat wachsende Korallen töten, bestehende Korallen ausbleichen und auch „genetische Schäden bei Korallen und anderen Meeresorganismen“ bewirken. Rund 14.000 Tonnen Sonnencreme landen Schätzungen zufolge jedes Jahr im Meer. Wo besonders viele Touristen sind – wie in Hawai’i mit seinen rund neun Millionen Besuchern jährlich – ist der Schaden im Meer besonders deutlich.

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„Das ist ein historisches Gesetz für unsere Meere“, sagt der demokratische Bundesstaats-Senator Mike Gabbard. „Ich hoffe, dass wir in 20 Jahren zurückschauen können und sehen, dass dies der Moment war, an dem wir der Verschmutzung den Kampf angesagt haben, und dass das Gesetz auf der ganzen Welt kopiert wurde.“ Zuvor gab es unter anderem in einigen Teilen Mexikos und an einigen Unesco-Weltnaturerbestätten ähnliche Verbote.

In Europa wurde Oxybenzon zum Teil schon ersetzt

In den USA gibt es laut der britischen BBC mehr als 3500 Sonnenschutzprodukte, die Oxybenzon enthalten. Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ ist der Stoff früher auch in europäischen Produkten sehr verbreitet gewesen, wurde aber mittlerweile überwiegend durch den Stoff Octocrylen ersetzt, da sich Oxybenzon auch negativ auf den Menschen auswirkt: Durch seine hormonähnliche Wirkung kann er auf die Haut aufgetragen Allergien auslösen und verstärken, und auch die Langzeitfolgen sind unklar.

Dennoch ist Oxybenzon innerhalb der Europäischen Union immer noch legal und darf bis zu einem Anteil von sechs Prozent in Kosmetikprodukten erhalten sein. Das Ersatzprodukt Octocrylen ist mittlerweile in vier von fünf europäischen Sonnenschutzprodukten enthalten, unter anderem in den Sonnenschutzprodukten von Nivea, Garnier, Sundance und Sunozon. Doch auch Octocrylen steht im Verdacht, das Wachstum von Meeresorganismen zu hemmen. Außerdem ist es wasserunlöslich und daher sehr schwer abbaubar.

Auch in Deutschland sind UV-Filter aus Sonnencremes in Gewässern zu finden – zum Beispiel in der Ostsee, wie Messungen in Strandnähe 2015 ergaben. Das Umweltbundesamt (UBA) beschäftigt sich vorsorglich seit Jahren mit UV-Filtern: „Die Konzentrationen an chemischen UV-Filtern, die in deutschen Gewässern gemessen werden, sind bisher noch so, dass kein Fisch akut lebensbedroht ist“, sagt UBA-Experte Jürgen Arning. Ein flächendeckendes Monitoring von Gewässern in Hinblick auf UV-Filter gebe es allerdings nicht.

Wer ganz sicher sein will, dass er mit seinem Sonnenschutz der Umwelt nicht schadet, der sollte auf Öko-Sonnencremes umsteigen, die keinerlei synthetische UV-Filter und kein Mikroplastik enthalten.

 

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