Eine Million Insekten

Heuschrecken-Plage! Kann ich auf Sardinien jetzt noch Urlaub machen?

Heuschreckenschwarm
Sardinien hat mit einer Heuschrecken-Invasion zu kämpfen
Foto: Getty Images

Landwirte sprechen von einem „Teppich aus Tieren“, über den man laufen müsse. Felder und Ernte sind bedroht: Sardinien erlebt eine der schlimmsten Heuschreckenplagen in der Geschichte der Insel. Sind Touristen auch betroffen?

Die italienische Insel Sardinien kämpft mit einer gigantischen Heuschrecken-Invasion. Laut dem sardischen Bauernverband Coldiretti sind bis zu 2000 Hektar (etwa 20 Quadratkilometer) in der Provinz Nuoro im Landesinneren von den Insekten befallen. Es soll sich um fast eine Million Tiere handeln. Die gute Nachricht: Laut der Deutschen Presse-Agentur dpa sind Touristen bisher nicht betroffen. Demnach befallen die Heuschrecken vor allem das Weideland im Zentrum der Insel und dringen in Bauernhäuser ein, sagte ein Sprecher des Verbandes auf Sardinien der dpa. Genauer gesagt: „Betroffen sind nur ein paar Gebiete im Inland von Sardinien, Gebiete bei Ottana, Bolotana und Orani“, sagt Roberta Taccori von Sardegnaturismo.it zu TRAVELBOOK. Trotzdem: Der Schaden für die Landwirtschaft gehe in die Millionen, sagt der Verbandssprecher zur dpa.

Schlimmste Plage seit 60 Jahren

Die wichtigsten Touristenorte der Insel liegen an den Küsten: im Norden um die Stadt Olbia (Luftlinie etwa 70 km von Nuoro entfernt) herum, im Süden bei der Hauptstadt Cagliari (Luftlinie etwa 120 km von Nuoro entfernt). Für Urlauber gilt: Wer nicht gerade seine Ferien in der für Touristen eh eher uninteressanten Provinz Nuoro machen möchte, kann beruhigt dorthin reisen. Die Touri-Gegenden sind nicht betroffen.

Der Insektenforscher Ignazio Floris von der sardinischen Universität Sassari nannte die Plage gegenüber der italienischen Zeitung „La Stampa“ die verheerendste seit 60 Jahren.

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Ein Sprecher des Bauernverbandes sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Die Heuschrecken schlüpfen im Brachland und bewegen sich dann zu kultiviertem Land, um zu fressen.“ Man müsse jetzt schon Präventivmaßnahmen für diese Flächen treffen, damit die Plage nächstes Jahr nicht noch schlimmer werde. Für die jetzige Krise, die die Landwirte betrifft, sei derzeit keine Lösung in Sicht.