Tarifstreit

UFO droht Lufthansa mit weiteren Streiks noch in diesem Jahr

Ein Flieger der Lufthansa
Bleiben die Flieger der Lufthansa bei einem Streik am Boden?
Foto: Getty Images

Für Passagiere der Lufthansa könnte das Jahresende stressig werden. Die Kabinengewerkschaft Ufo will heute ankündigen, wann sie in den nächsten Tagen zum Streik aufrufen will.

Die Kabinengewerkschaft Ufo will an diesem Freitag über die konkreten Streikpläne bei der Lufthansa informieren. Zuvor hatte die Gewerkschaft lediglich bestätigt, dass es Streiks noch in diesem Jahr geben werde.

Ufo möchte um 17.00 Uhr auf dem YouTube-Kanal der Gewerkschaft über die konkreten Zeiten des Streikaufrufs informieren. Auch soll es dann Informationen geben, welche Teile des Konzerns bestreikt werden sollen.

Die Gewerkschaft hatte ihren Mitgliedern am Donnerstagabend (26. Dezember) mitgeteilt, es habe über die Weihnachtsfeiertage weitere Versuche der Schlichter für kurzfristige Lösungen gegeben. Diese Versuche seien erfolglos geblieben.

„Wir als Lufthansa schauen konstruktiv nach vorne“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstagabend. Der Luftfahrtkonzern sei weiter an einer großen Schlichtung interessiert. „Streiks sind aus unserer Sicht keine Lösung“, ergänzte der Sprecher. Die Lufthansa schaue nun auf die vorgeschlagenen Schlichtungstermine im Januar.

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Steht Betroffenen eine Entschädigung zu?

Der Bundesgerichtshof (BGH) befand 2012, dass ein Pilotenstreik ein außergewöhnlicher Umstand ist. Die Folge: Die von Verspätungen und Annullierungen betroffenen Passagiere bekamen keine Entschädigung (Az.: X ZR 138/11; X ZR 146/11). Jedoch muss die Fluggesellschaft alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um die Folgen des Ausstands zu minimieren.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass sich eine Fluggesellschaft bei einem wilden Streik nicht ohne weiteres auf außergewöhnliche Umstände berufen kann (Az.: X ZR 111/17). Bislang ist dieses Urteil jedoch nicht unbedingt auf reguläre Streiks übertragbar – das muss der EuGH noch klären.

Die Lufthansa schreibt selbst mit Bezug auf die BGH-Rechtssprechung, dass keine Entschädigungen gezahlt werden.

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Welche Regeln gelten für Pauschalurlauber?

Bei Pauschalreisen gilt: Der Reiseveranstalter muss sich um eine alternative Beförderung kümmern. Ab einer Verspätung von mehr als vier Stunden am Ankunftsort können Urlauber ihren Reisepreis nachträglich anteilig mindern. Verkürzt sich ein ohnehin kurzer Urlaub durch die Streikmaßnahmen erheblich, kann der Gast die Reise auch beim Anbieter stornieren. Er bekommt dann den Reisepreis zurück.