Massentourismus

Jetzt teilt Mallorca die Insel in Zonen ein

Mallorca Zonenplan
Der Massentourismus auf der beliebten Insel Mallorca nimmt überhand. Der Inselrat möchte nun mit einem neuen Zonenplan (Bild oben rechts) dagegen vorgehen
Foto: Getty Images / Consell de Mallorca

Nach Mallorca zieht es auch dieses Jahr wieder Millionen Touristen – und die ballen sich in bestimmten Regionen während der Sommermonate so stark, dass sich bereits Widerstand in der Bevölkerung regt. Nun will der Inselrat von Mallorca mit einer neuen Regelung die Vermietung von Ferienhäusern- und wohnungen regulieren, um die Ballungsräume zu entlasten.

Dass Mallorca eine überaus beliebte Insel ist, ist kein Geheimnis mehr. Auf der Insel im Mittelmeer leben rund 860.000 Menschen, aber jedes Jahr strömen Millionen von Touristen nach Mallorca. 2016 brach die Insel den Touristenrekord mit rund 11 Millionen Besuchern. Allein im Jahr 2017 reisten 4,5 Millionen deutsche Touristen nach Mallorca.

Da die Besucherzahlen in der Zukunft höchstwahrscheinlich nicht sinken werden, versucht der Inselrat von Mallorca mit anderen Maßnahmen den Massentourismus zu kontrollieren, berichtet das „Mallorca Magazin“.

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Vermieter, die bereits eine Genehmigung für ihre Häuser und Wohnungen haben, sind von der Regelung, die, wenn sie Mitte des Jahres durchgesetzt wird, ab 1. August 2018 gelten soll, von der Zoneneinteilung nicht betroffen. Sie gilt nicht rückwirkend, sondern nur für Vermieter, die noch eine Genehmigung beantragen müssen.

Sieben Zonen Mallorca, vom Inselrat bestimmt

Der Inselrat hat Mallorca in mehrere Zonen mit unterschiedlichen Eigenschaften eingeteilt, um die Bettenanzahl zu begrenzen
Foto: Consell de Mallorca

Das bedeuten die unterschiedlichen Zonen auf Mallorca

Zu den übersättigten Gebieten gehören Cala Blava, Son Verí Nou, S’Arenal de Llucmajor, Palmanova, Magaluf, Peguera, Cala Fornells und Santa Ponça, die sich im Süden nahe der Hauptstadt Palma befinden. Die sogenannte Zone 1 („Z1“), die auf der Karte rot markiert ist, ist das kritischste Gebiet, in der die härtesten Maßnahmen durchgesetzt werden sollen. Hier dürfen Wohnungen und Häuser höchstens 60 Tage im Jahr an Touristen vermietet werden. Grundvoraussetzung ist, dass die Immobilie die Hauptwohnung des Vermieters ist. Insgesamt soll so die Zahl der ohnehin „gesättigten Wohngebiete an der Küste“ reduziert werden.

Die Hauptstadt Palma ist auf der Karte als graue Zone markiert und nicht genauer beschrieben, da sie von der neuen Regelung nicht betroffen ist. Auf dem Stadtgebiet wohnen etwa die Hälfte aller Einwohner und auch hier wird fleißig an Touristen vermietet. Doch Palma soll das Problem des Massentourismus selbst lösen. Der Stadtrat plant Palma ebenfalls in Zonen mit entsprechenden Regelungen einzuteilen. Der Inselrat hat in dem Fall keine Vorgaben aufgestellt.

Hafen von Palma, Mallorca

Die Hauptstadt Palma ist eine Touristenhochburg. Der Inselrat regelt die Immobilien-Vermietung an Touristen hier nicht, das muss der Stadtrat tun
Foto: Getty Images

Die als Zone 2 („Z2“) ausgezeichneten, orange eingefärbten Gebiete sind das Gegenteil der Zone 1: es handelt sich um nicht überlaufene Gebiete entlang der Küste. Dazu gehören zum Beispiel Portals Nous und Camp de Mar im Südwesten, Cala Ratjada, Cala Millor und Cala d’Or im Osten und Por d’Alcúdia und Can Picafort im Norden der Insel. Hier dürfen Wohnungen ganzjährig an Touristen vermietet werden.

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Touristen sollen auch das Landesinnere erkunden

Aber auch im Inselinneren gibt es Städte und Bereiche, die Touristen gerne besuchen und die als „gesättigte“ Ortskerne in violetter Farbe in der Zone 3 („Z3“) zusammengefasst werden. Auch hier dürfen Wohnungen und Häuser nur bis zu 60 Tage im Jahr vermietet werden. Zu den betroffenen Orten gehören unter anderem die Ortskerne von Alcúdia und Pollença im Norden, Ariany inmitten der Insel, Santanyí und Ses Salines im Südosten und Sóller, Biniaratx und L’Horta im Westen.

Strand Cala d'Or im Osten Mallorcas

Cala d’Or ist eine schöne Region im Osten Mallorcas, die aber nicht als überlaufen gilt
Foto: Getty Images

Zone 4 („Z4“), das sind die blau markieten Gebiete, überwiegen im Vergleich zu Zone 3, denn dabei handelt es sich um „nicht gesättigte“ Ortskerne im Inselinneren. Das sind zum Beispiel Manacor, Villafranca, Llucmajor, Felanitx, Inca, Sa Pobla und tatsächlich auch Ortsteile, die sich an Palma anschließen, aber ein wenig weiter im Landesinneren liegen.

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Das „Sòl rústic protegit“ ist die grün markierte Zone, es handelt sich dabei um geschütztes ländliches Gebiet, das sich entlang der Küsten und bis ins Landesinnere zieht. Darunter fallen Parks, Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete, in denen das Vermieten von Immobilien an Touristen verboten ist.

Die restliche Fläche, gelb markiert, ist allgemeiner ländlicher Grund („Sòl rústic comú“), der zwei Drittel der Insel ausmacht. Hier ist die Vermietung an Touristen nur in Einfamilienhäusern ganzjährig erlaubt, in Wohnungen ist der Zeitraum auf maximal 60 Tage im Jahr begrenzt.

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