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Wiederaufbau nach Brand

Notre-Dame soll modernisiert werden – doch es gibt heftige Kritik

Notre-Dame wurde bei einem Brand 2019 schwer beschädigt – nun gibt es Ärger um die Wiederaufbau-Pläne
Notre-Dame wurde bei einem Brand 2019 schwer beschädigt – nun gibt es Ärger um die Wiederaufbau-PläneFoto: Getty Images

Nach dem verheerenden Brand, der die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame im Frühjahr 2019 schwer beschädigte, laufen seit Monaten die Aufbauarbeiten. Die Planung sieht jedoch keinen originalgetreuen Neubau vor, sondern auch einige Modernisierungen. Ein Vorhaben, das nun auf massiven Gegenwind stößt. Die Details.

Im März 2019 gingen die Bilder der brennenden Kirche Notre-Dame um die Welt. Der Brand wurde versehentlich ausgelöst und beschädigte die Kathedrale, die eines der Wahrzeichen von Paris ist, schwer. Neben dem Dachstuhl wurde auch der Innenbereich zu großen Teilen zerstört. Die Anteilnahme war groß, mehr als eine Milliarde Euro wurde gespendet und schnell begann man mit dem Wiederaufbau von Notre-Dame. Dabei wurde entschieden, das Äußere nahezu identisch nachzubauen. Für den Innenbereich gilt diese Regelung allerdings nicht. Hier soll nun einiges geändert werden.

Geplant ist zum einen eine neue Besucherführung, bei der die Gläubigen und Touristen bald durch die Haupt-, statt wie bislang durch die Seitentür eintreten sollen. Stein des Anstoßes ist aber vielmehr die geplante Modernisierung und auch Digitalisierung. So sollen etwa statt alten auch zeitgenössische Bilder angebracht werden, Bänke beleuchtet und beweglich gestaltet werden und sogar eine Videoprojektion mit Bibelzitaten in verschiedenen Sprachen ist geplant, wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf französische Medien berichtet.

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Kritik bei Wiederaufbau-Plänen von Notre-Dame

Der Aufschrei angesichts dieser Pläne ist nun groß. Notre-Dame werde zu einem „Disneyland“ gemacht, die Pläne seien „grotesk“, sagte etwa der Journalist Stéphane Bern in einem offenen Brief, den knapp 100 Intellektuelle und Kunsthistoriker unterzeichneten. Darin heißt es, Notre-Dame werde mit den Wiederaufbau-Plänen „auf ein Nichts reduziert“. Bei zuvor bereits verkündeten Plänen, in denen auch die Fenster modernisiert werden sollten, hieß es zudem, Notre-Dame würde von innen einer „Landebahn“ gleichen. Von diesem Entwurf hat man mittlerweile, auch wegen des starken Gegenwinds, wieder Abstand genommen.

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So bleibt auch offen, ob die jetzige Kritik die Pläne noch einmal beeinflussen wird. Denn wie die Innengestaltung schlussendlich aussehen wird, ist noch nicht fix. Was aber feststeht, ist der Eröffnungstermin. 2024 sollen die Tore der weltberühmten Kirche wieder eröffnen. Spätestens dann wissen alle Besucher, wofür man sich entscheiden hat: ob für Tradition oder für Moderne.

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