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Vorsicht, Betrüger!

Polizei warnt vor gefälschter Webseite für Hausboot-Verleih

Betrug Hausboote
Dreister Betrug: Im Internet werden Hausboote zum Mieten an der Müritz angeboten – doch die Webseite ist gefälscht!Foto: dpa picture Alliance

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern warnt vor einer betrügerischen Webseite, auf der man angeblich Hausboote an der Müritz buchen kann. Es gibt bereits mehrere Geschädigte. Um welche Seite es sich handelt und wie Sie sich vor Fake-Reiseportalen schützen können – TRAVELBOOK klärt auf.

Die Seite dein-hausbooturlaub.de listet insgesamt 12 Hausboote verschiedener Größe und Ausstattung. Zwischen 119 Euro und 149 Euro pro Nacht sollen die Boote angeblich kosten und an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern vor Anker liegen. Die Angebote wirken täuschend echt, und die Webseite insgesamt macht auf den ersten Eindruck einen seriösen Eindruck. Allerdings verbergen sich dahinter dreiste Betrüger, wie die Polizeiinspektion Neubrandenburg mitteilte. Wie der Betrug abläuft und was Betroffene tun können.

Betrug mit Hausboot-Verleih – es gibt zahlreiche Geschädigte

„In den vergangenen Tagen gingen in den Dienststellen der Polizeiinspektion Neubrandenburg zahlreiche Strafanzeigen wegen Betrugs im Internet ein“, schreiben die Beamten in einer Pressemitteilung. Die Geschädigten stammen demnach aus dem gesamten Bundesgebiet und haben alle beim oben erwähnten Anbieter Hausboote angemietet.

„Nach einer Anzahlung des Mietpreises in Höhe von überwiegend 600 Euro und der Zahlung einer Kaution brach der Kontakt zu der vermeintlichen Firma ab. Das Unternehmen blieb in der weiteren Folge für die Geschädigten unerreichbar“, so die Polizei weiter. Eine Sprecherin sagte TRAVELBOOK, dass alleine bei Polizeiinspektion Neubrandenburg bislang zehn Anzeigen eingegangen seien. Allerdings gebe es auch Betrugsopfer, die bereits bei anderen Polizeistellen Anzeige erstattet hätten. „Wir gehen davon aus, dass es noch viele weitere Geschädigte gibt.“

Hausboote Betrug
Die Angebote für Hausboote auf der Webseite wirken täuschend echt, aber es handelt sich um BetrugFoto: Screenshot / dein-hausbooturlaub.de

„Die Polizei warnt hiermit eindringlich vor der oben aufgeführten Website, die eine Fake-Seite darstellt“, heißt es weiter. Ermittlungen wegen des Betruges seien aufgenommen worden. Wer hinter der Betrugsmasche steckt, ist noch unklar. Wie der NDR berichtet, weisen die Kontonummern, auf die die Betrugsopfer ihr Geld überwiesen haben, in die Niederlande und nach Norwegen. Teilweise gebe es die auf der Fake-Webseite gezeigten Hausboote tatsächlich – allerdings gehörten diese anderen Bootsverleihern in der Mecklenburgischen Seenplatte.

Am Mittwochvormittag war die Betrugs-Webseite nach wie vor online erreichbar. Direkt buchen lässt sich dort nicht, allerdings kann man für jedes Hausboot eine Anfrage für einen bestimmten Buchungszeitraum stellen. TRAVELBOOK hat – mit einer privaten E-Mail-Adresse – probeweise ein Hausboot namens „Maja“ angefragt. Eine Antwort kam bislang noch nicht.

Wie kann ich mich vor Fake-Buchungsseiten schützen?

„Wir raten generell bei Buchungen im Internet zur Vorsicht“, sagt Anja Offermann von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern auf Nachfrage von TRAVELBOOK. So solle man zum Beispiel immer darauf achten, unbekannte Webseiten nur über eine verschlüsselte und damit sichere Verbindung zu besuchen. „Wenn als Zahlungsmöglichkeit nur Vorkasse angeboten wird, sollte man auf jeden Fall die Finger davon lassen“, rät Offermann. In diesem speziellen Betrugsfall seien die Überweisungen zudem auf ein Konto im Ausland gegangen. „Spätestens dann sollte man als Verbraucher stutzig werden.“

Auch ein fehlendes Impressum deute auf eine Fake-Seite hin. Im Falle von dein-hausboot-urlaub.de haben sich die Betrüger aber sogar die Mühe gemacht, ein auf den ersten Blick seriös wirkendes Impressum zu erstellen. „Hier erkennt man nur mit geschultem Blick, dass z.B. die aufgeführte Handelsregisternummer gefälscht ist“, sagt Offermann.

Was Urlauber außerdem stutzig machen sollte, sind die viel zu günstigen Preise der angeblich anmietbaren Hausboote. „Diese Preise liegen deutlich unter den Preisen, die normalerweise für Hausboote verlangt werden, vor allem in der Hauptsaison“, so Offermann. Dubios sei auch, wenn als weitere Kontaktmöglichkeit nur eine 0800er-Nummer angegeben sei. „Wir raten dann, sich zunächst über die örtlichen Tourismusverbände weitere Informationen einzuholen.“

Was, wenn ich schon eine Anzahlung geleistet habe?

Wer eine Vorauszahlung per Vorkasse geleistet hat, wird es laut Offermann schwer haben, sein Geld zurückzubekommen. Einfacher ist es, wenn man mit Kreditkarte oder per Lastschriftverfahren gezahlt hat. In jedem Fall sollte man Anzeige bei der Polizei erstatten und sich mit den entsprechenden Belegen an sein Kreditinstitut wenden.

Die Polizei bittet weitere mögliche Opfer des Betrugs mit Hausbooten, sich zu melden. Es stellt sich allerdings die Frage, warum die Webseite immer noch online ist, zumal der erste lokale Hausboot-Verleiher, der die Fotos seiner Boote auf der Fake-Seite entdeckt hat, laut NDR bereits im April Anzeige erstattet hat. Polizei-Sprecherin Susann Ossenschmidt sagt dazu zu TRAVELBOOK: „Unsere Kripo-Beamten sind dabei, die Webseite sperren zu lassen. Das bedeutet einen erheblichen technischen und rechtlichen Aufwand, aber wir stehen in Kontakt zum Provider und sind dran.“

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