Erste Teilstrecke durch Berlin kommt!

Das wird die erste Radbahn der Hauptstadt

Radbahn Berlin
Bald bleiben Berliner Fahrradfahrer trocken, wenn es regnet: Die Radbahn kommt.
Foto: Reindeer Renderings

Berlins Radfahrer dürfen sich freuen: Die Radbahn kommt. Zumindest ein Teil. Innerhalb der nächsten 2 Jahre soll auf einer 200 Meter langen Strecke die Idee des Radwegs unter den U1-Schienen ausprobiert werden. Finanziert wird die Test-Radbahn vom Bund. 

Das Flaggschiff der Radbahn entsteht unter der U1 im Berliner Bezirk Kreuzberg. Auf 200 Metern soll hier die erste Bahn für Fahrräder unterhalb des Hochbahn-Viadukts der U-Bahn installiert werden. Bisher liegt die Strecke überwiegend brach, wird zum Parken von Autos benutzt und dient Wohnungslosen als Unterschlupf. Das soll sich jetzt ändern.

Finanziert wird das „Reallabor Radbahn” vom Bundesinnenministerium und erhält 2,16 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus.” Die geschätzten Kosten der gesamten Radbahn liegen zwischen 13 und 27 Millionen Euro – je nach Gestaltung. Neben dem Bund wird auch Berlin das Projekt fördern: „Berlin wird ein weiteres Drittel der Projektkosten übernehmen”, sagt Matthias Heskamp, einer der Architekten des Projekts, zu TRAVELBOOK. Die ganz genauen Kosten müssten aber noch ermittelt werden.

Was ist die Radbahn?

Die Radbahn ist eine geplante, knapp neun Kilometer lange Fahrradstrecke unterhalb der U1 sowie teilweise U2 und U3, die die Bezirke Charlottenburg, Schöneberg, Kreuzberg und Friedrichshain miteinander verbinden soll. Die U-Bahn-Strecke verläuft hier überwiegend überirdisch und bietet unter ihren Trassen jede Menge Platz – optimal für Fahrradwege. Der geplante Startpunkt der Radbahn ist der Bahnhof Zoo, das Ende an der Warschauer Straße.

Auch interessant: DAS ist die perfekte Sightseeing-Tour für den ersten Berlin-Besuch!

Derzeit sind zwei mögliche Teststrecken im Gespräch, zwischen denen noch entschieden wird: entweder der Abschnitt zwischen den U-Bahnstationen Kottbusser Tor und Görlitzer Bahnhof oder zwischen Görlitzer Bahnhof und Schlesisches Tor, alle drei Stationen befinden sich im Berliner Bezirk Kreuzberg. Architekt Heskamp: „Die Fertigstellung der Teststrecke und das begleitende Programm (Veranstaltungen, Ausstellungen) ist für das Frühjahr 2021 geplant.“ Er hofft, dass dann viele neugierige Radfahrer den Abschnitt ausprobieren.“ Es geht darum, den Belag, das Licht, den Service drumherum zu testen, zu kritisieren und auszuwerten.“ Der Service soll unter anderem einen Reparaturladen, ein Café, ein Verleih von Fahrrädern und Fahrradampeln umfassen.

Beliebter Burgerladen wird umfahren

Das Konzept sieht langfristig folgende Teilstrecken vor (die Bezeichnungen stammen von den Initiatoren):

  1. „Promenade“: Zoologischer Garten – Nollendorfplatz
  2. „Unterm Dach“: Nollendorfplatz – Bülowstraße
  3. „Im Park“: Bülowstraße – Möckernbrücke
  4. „Am Wasser“: Möckernbrücke – Prinzenstraße
  5. „Nadelöhr“: Hallesches Tor – Kottbusser Tor
  6. „Hotspot“: Kottbusser Tor – Schlesisches Tor
  7. „Spreeluft“: Schlesisches Tor – Warschauer Straße

Zu einem großen Teil sollen die U-Bahn-Trassen als Schutz genutzt werden und die Radler auf der geplanten Fahrradstrecke vor Regen, Schnee oder starker Sonne schützen – sowie natürlich vor dem Autoverkehr. Mitunter weicht die Strecke auch von der U-Bahn-Linie ab und umfährt so zum Beispiel U-Bahn-Ausgänge oder auch Essensbuden wie unter anderem den berühmten Imbiss „Burgermeister” am Schlesischen Tor. Die genaue Streckenführung haben die Visionäre vom Verein Paper Planes auf ihrer Seite radbahn.berlin aufgeschlüsselt.

Auch interessant: Berliner Mauerweg bald durchgehend mit dem Rad befahrbar

Die Idee der Radbahn gibt es schon lange. Bereits im November 2015 stellte das achtköpfige Team aus Architekten, Städteplanern, Humangeographen, PR-Beratern und Kulturmanagern seine Radbahn-Pläne vor. Inzwischen ist aus der Radweg-Idee ein 140 Seiten starkes Konzept geworden, das zuerst durch Crowdfunding getragen werden sollte und mittlerweile Unterstützung vom Bund erfährt.