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Laut Robert Koch-Institut

Nur wenige Reiserückkehrer haben sich mit Corona infiziert

Reiserückkehrer Corona
Die Sorge, dass Reiserückkehrer aus dem Ausland Corona-Infektionen nach Deutschland einschleppen, ist bei vielen groß. Aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts aber belegen: So viele Ansteckungen sind es gar nicht.Foto: Getty Images

Bislang haben in diesem Sommer nur wenige Reiserückkehrer Corona-Infektionen aus dem Ausland nach Deutschland eingeschleppt. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Robert Koch-Instituts hervor.

Die Gefahr, sich bei einem Auslandsurlaub mit dem Coronavirus zu infizieren, ist offensichtlich nicht so groß, wie allgemein vermutet wird. Das belegen aktuelle Zahlen über mögliche Corona-Ansteckungen bei Reiserückkehrern. Innerhalb von vier Wochen wurden dem Robert Koch-Institut insgesamt 1036 Fälle gemeldet, bei denen eine wahrscheinliche Ansteckung mit dem Coronavirus im Ausland angenommen wird, heißt es im Lagebericht des RKI. Die Zahl der Personen, die sich im Ausland angesteckt haben könnten, macht somit etwa zwei Prozent aller dem RKI im selben Zeitraum übermittelten Fälle aus. „Dies zeigt, dass im derzeitigen Infektionsgeschehen reiseassoziierte Fälle eine nachgeordnete Rolle spielen“, schreibt das RKI.

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Bericht unterscheidet nicht nach Varianten

Allerdings lagen bei 42 Prozent aller Fälle keine Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland vor, berichtet die Deutsche Presse Agentur (dpa). Das RKI mache in seinem Bericht weder Angaben zu den Ländern, aus denen Infizierte einreisten, noch unterscheide der Bericht nach Varianten.

Im Virusvariantenbericht von vergangenem Mittwoch (23. Juni) hatte das RKI mit Blick auf die sich verbreitende Delta-Variante geschrieben, dass die meistgenannten Länder im Zusammenhang mit Einschleppungen Afghanistan (19 Fälle), Russland (16) und Italien (14) seien.

Was müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten beachten?

Bund und Länder hatten sich nicht auf schärfere Regeln bei der Einreise oder Rückkehr nach Deutschland einigen können. Bislang gilt, dass Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten in Deutschland mit einer zehntägigen Quarantäne rechnen müssen. Ausgenommen davon sind Geimpfte, von COVID-19 Genesene und negativ getestete Personen. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland einreist, muss sich ebenfalls zehn Tage in Quarantäne begeben. Eine sogenannte „Freitestung“ ist frühestens ab dem fünften Tag möglich. Für Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Sie gilt auch für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete und kann laut Bundes-Gesundheitsministerium nicht vorzeitig beendet werden.

Mit Material von dpa