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Wegen Corona-Pandemie

Reise-Einschränkungen verlängert! Was wird jetzt aus meiner Hotel-Buchung an Silvester?

Hotels in Deutschland, wie das Hotel Vier Jahreszeiten, dürfen im November wegen Corona keine Urlauber aufnehmen
Hotels in Deutschland, wie das Hotel Vier Jahreszeiten, dürfen im auch im Dezember wegen Corona keine Urlauber aufnehmenFoto: dpa picture alliance

Alle touristischen Übernachtungsangebote in Deutschland sind seit dem 2. November verboten, und dieses Verbot soll bis ins neue Jahr hinein verlängert werden. Doch was gilt, wenn ich bereits ein Hotel für Weihnachten oder Silvester gebucht habe? TRAVELBOOK hat die Antwort.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten aller Bundesländer haben beschlossen, das Verbot aller touristischen Übernachtungsangebote auf dem Gebiet der Bundesrepublik bis zum 10. Januar 2021 zu verlängern. Diese dürften weiterhin „nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen“ gemacht werden. Was bedeutet das für Urlauber?

Hotels dürfen wegen Corona-Pandemie keine Urlauber beherbergen

In dem Beschluss wird deutlich gesagt, dass „Übernachtungsangebote im Inland nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke“ zur Verfügung gestellt werden dürfen. Das heißt, das Hotels und Ferienwohnungen Urlauber nicht mehr aufnehmen dürfen – das gilt auch, wenn Urlauber einen negativen Corona-Test vorweisen können.

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Bekomme ich das Geld für mein Hotel zurück?

Wie auch schon Anfang des Jahres gilt: Kann ich wegen behördlicher Auflagen nicht in die Unterkunft (Hotel oder Ferienwohnung), muss ich dafür auch nicht bezahlen. Urlauber können somit kostenlos von der Buchung zurücktreten.  Der Verbraucherzentrale Bundesverband schreibt dazu auf seiner Website: „Gilt am Ziel zum Beispiel ein generelles Einreiseverbot für Personen aus Risikogebieten oder gilt dort ein lokaler Lockdown mit harten Einschränkungen, dann können Sie schlicht nicht anreisen und die Reise kann nicht stattfinden.“

Was bedeutet das für Reisende? Rechtsanwalt Jan Bartholl erklärt auf TRAVELBOOK-Nachfrage: „Fällt die Reisegrundlage weg, können Sie ohne Probleme kostenfrei von einem Pauschalreisevertrag zurücktreten. Bei Individualreisen ist mit dem Verbot von touristischen Reisen die Geschäftsgrundlage weggefallen, das heißt, auch hier müssen Sie für Leistungen, die Sie nicht in Anspruch nehmen, nicht zahlen.“ Der Verbraucherzentrale Bundesverband rät zudem: „Berufen Sie sich auf die Unmöglichkeit der Leistung.“

Sollte ich von mir aus mein Hotelzimmer stornieren?

Hier gibt es ganz klare Unterschiede zwischen Pauschalreise und Einzelleistungen, wie etwa nur einer Buchung eines Hotelzimmers. Bartholl erklärt: „Pauschalreisende können sofort stornieren, denn hier ist die Rechtslage klar und je früher Sie stornieren, desto eher bekommen Sie Ihr Geld zurück.“

Anders sieht es bei Individualreisenden aus. Denn grundsätzlich wäre hier der Hotelveranstalter gezwungen, zu stornieren, da er den Vertrag aufgrund der aktuellen Bestimmungen nicht halten kann. Sollte das Hotel allerdings das Zimmer nicht eigenständig stornieren, rät Bartholl: „Stornieren Sie nicht von sich aus, warten Sie ab bis zum Reisezeitpunkt und erklären Sie dann, dass Sie die Reise nicht antreten konnten und verlangen dann das Geld zurück.“

Ausnahmen für Hotelübernachtungen an Weihnachten und Silvester

Allerdings gibt es eine Ausnahme für die Weihnachtstage hinsichtlich Familienbesuchen: Wer über die Feiertage zu seiner Familie fahren möchte, darf in einigen Bundesländern trotz Beherbergungsverbot im Hotel übernachten – eine Ausnahme, die teilweise auch für Silvester gilt.

Bei Kanzlerin Angela Merkel stieß diese Überlegung allerdings auf Kritik. Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachten, die wirklich Verwandte in der Region besuchen.

Tatsächlich gibt es zu der Frage, ob und wie die Hotels die Familienzugehörigkeit kontrollieren sollen, bisher keine Informationen. Allerdings gelten Verstöße gegen Corona-Verordnungen generell als Ordnungswidrigkeiten und können mit Geldbußen geahndet werden. Eine Übersicht zu den Bestimmungen der einzelnen Bundesländer finden Sie hier.

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