Urlauber verärgert

Ryanair verkürzt das Zeitfenster für den Check-in

Ryanair
Der Billig-Anbieter Ryanair verärgert seine Kunden mit neuen Geschäftsbedingungen
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Nur noch halb so viel Zeit wie bisher: Kunden, die auf die kostenpflichtige Reservierung eines Sitzplatzes verzichten, dürfen bei Ryanair künftig erst deutlich später online einchecken.

Das dürfte viele Urlauber ärgern: Die irische Billigairline Ryanair verkürzt das Zeitfenster für den Online-Check-in um die Hälfte der bisherigen Zeit – jedoch nur für Kunden, die sich gegen den vorherigen Kauf eines Sitzplatzes entschieden haben. Statt zwischen vier Tagen und bis zu zwei Stunden vor der geplanten Abflugzeit können diese Fluggäste jetzt erst 48 Stunden bis zwei Stunden vor dem Flug den Online-Check-In durchführen.

Zahlende Kunden hingegen können weiterhin wie gehabt bereits 60 Tage bis zwei Stunden vor Abflug online für ihren Flug einchecken. Die veränderten Geschäftsbedingungen treten laut einem Statement auf der Unternehmenswebseite ab dem 13. Juni 2018 in Kraft. Zahlreiche Ryanair-Kunden wurden darüber vorab per Mail informiert.

Möglicher Hintergrund der Aktion: Ryanair möchte seinen Kunden künftig mehr Geld fürs Fliegen abnehmen. Zahlende Kunden haben durch die neuen AGB ab dem 13. Juni zwei Tage länger Zeit, sich einen Sitzplatz auszuwählen – Passagieren, die darauf verzichten, einen der ansonsten nach Zufallsprinzip vergebenen Plätze kostenpflichtig zu reservieren, wird dann also erst frühestens 48 Stunden vor Abflug ein Platz zugeteilt. Zudem ist es nicht auszuschließen, dass durch das kürzere Zeitfenster mehr Kunden den Check-in im Alltagsstress vergessen – und somit am jeweiligen Flughafen dann kostenpflichtig einchecken müssen.

Kundenfrust bei Twitter

Robin Kiely, Head of Communications bei Ryanair, sagte dazu gegenüber TRAVELBOOK: „Der Online Check-in für Kunden, die keine Sitzplatzreservierung gewählt haben, wird 48 bis 2 Stunden vor Abflug für alle Flüge ab Mittwoch, den 13. Juni 2018, verfügbar sein. Das entspricht dem Doppelten der Check-in-Zeit von 24 Stunden, die bei Aer Lingus, British Airways, der Lufthansa, Norwegian und Iberia gewährt wird. Dies gibt Kunden mit Sitzplatzreservierung mehr Zeit, um ihre bevorzugten Plätze vor Abflug auszuwählen.“

Auf Twitter machten dennoch bereits zahlreiche Nutzer ihrem Frust über die neuen AGBs Luft: „Ich bin verwirrt von den neuen Regeln“, schreibt zum Beispiel die Engländerin Kara Newsome. „Was passiert denn, wenn ich im Urlaub vor meiner Abreise keinen Internetzugang oder Drucker finde?“ User Shane McKinney ätzt: „Die neuen Check-In-Regeln sind eine Schande…Ihr bescheißt mal wieder eure eigenen Kunden.“

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So sind die Eincheck-Zeiten bei anderen Low-Cost-Airlines

Bei anderen Billig-Anbietern ist das Check-in-Verfahren für die Kunden teilweise deutlich vorteilhafter: Bei Easyjet ist das Einchecken für Flüge des Unternehmens für alle Passagiere von 30 Tagen bis zu zwei Stunden vor dem Abflug möglich. Kunden von Vueling können mit Sitzplatzreservierung direkt nach der Buchung einchecken, ohne Reservierung sieben Tage bis vier Stunden vor Abflug. Eurowings ermöglicht es seinen Kunden, 72 Stunden bis drei Stunden vor Abflug online einzuchecken – auf innerdeutschen Verbindungen sogar bis 40 Minuten vor dem Start. Noch strikter als bei Ryanair geht es dagegen bei der isländischen Wow Air zu: Kunden können hier erst 24 Stunden bis eine Stunde vor dem Abflug online für ihren Flug einchecken.