Flugverspätungen und Ausfälle

Ryanair zahlt jetzt Entschädigungen wegen Streiks

Ryanair
Einzelne Passagiere erhalten von Ryanair Entschädigungen, weil sie wegen Streiks nicht rechtzeitig ans Ziel kamen
Foto: Getty Images

Wenn es bei einer Fluggesellschaft zum Streik kommt, wehren sich die betroffenen Airlines meist gegen Entschädigungsforderungen ihrer Kunden. Ryanair erkennt nun genau solche Ansprüche an. Was steckt dahinter?

In mindestens fünf Verfahren habe Ryanair die Forderungen der Kläger anerkannt, erklärte ein Justizsprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Amtsgericht Hamburg habe daraufhin den Sachverhalt nicht mehr weiter überprüft. Ryanair selbst wollte sich zu den laufenden Verfahren nicht äußern.

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Klage für mehrere hundert Passagiere eingereicht

Bislang hatten sich die Iren darauf berufen, dass Streiks laut EU-Fluggastverordnung nicht von der Fluggesellschaft zu vertreten seien und Passagiere daher auch nicht entschädigt werden müssten. „Flightright“ sieht das anders: „Die Airline hat den Arbeitskampf durch jahrelanges Lohndumping und fragwürdige Arbeitsbedingungen selbst heraufbeschworen und hätte eine Eskalation verhindern können.“ Man habe für mehrere hundert Passagiere an deutschen Gerichten Klage eingereicht.

Bekomme ich als Betroffener des Ryanair-Streiks Entschädigung?

Taktisches Verhalten von Ryanair?

Der „Flightright“-Rechtsexperte Oskar de Felice hält der Airline taktisches Verhalten vor. Ryanair wolle durch die Anerkennung der Ansprüche vermeiden, dass die Hamburger Richter die Frage zur Klärung an den Europäischen Gerichtshof geben. „Auch die Airline scheint zu erwarten, dass der EuGH die Ansprüche als gültig bewertet und in dem Streik keinen außergewöhnlichen Umstand sieht. Ein Urteil des EuGHs hätte bedeutet, dass die Airline gezwungen wäre, alle Streik-Fälle zu entschädigen“, erklärte de Felice laut einer Mitteilung.

 

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