Vor EU-Gerichtshof

Ryanair klagt gegen Lufthansa-Staatshilfen

Ein Ryanair-Flugzeug startet
Die irische Billigairline Ryanair klagt wegen der Corona-Hilfen unter anderem gegen die deutsche Lufthansa
Foto: Getty Images

Die Billigairline hatte es schon seit Längerem angekündigt, jetzt hat sie es in die Tat umgesetzt. Ryanair setzt sich gegen die Staatshilfen für mehrere Airlines vor Gericht zur Wehr.

Der irische Billigflieger klagt vor dem Gerichtshof der EU gegen staatliche Corona-Hilfen für Fluglinien. Dazu gehören die Hilfen für Condor und Lufthansa, sowie ein Kredit für die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines. Das bestätigte Ryanair der „Wirtschaftswoche“.

„Wir haben bereits im November Rechtsmittel eingelegt gegen die staatlich garantierten Kredite für Condor“, erklärte Ryanair. „Wir bereiten gegenwärtig ein Verfahren gegen die Hilfe für die Lufthansa vor.“ Ryanair klagt zudem wegen Krediten oder Garantien für die Lufthansa-Partnerlinien TAP aus Portugal und die skandinavische SAS.

Weitere Verfahren betreffen Finnair und Air France-KLM. Ryanair klagt formell nicht direkt gegen die Hilfen, sondern gegen deren Genehmigung durch die EU-Kommission.

Lufthansa baut 29.000 Stellen ab

Die Lufthansa wird im Zuge der Corona-Krise einem Zeitungsbericht zufolge bis Jahresende 29.000 Stellen abgebaut haben und dann noch 109.000 Mitarbeiter beschäftigen. Im Ausland würden mehr als 20.000 Jobs gestrichen, berichtete die BILD am SONNTAG unter Berufung auf Konzernkreise.

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Die verkaufte Catering-Sparte LSG habe 7500 Mitarbeiter beschäftigt. Im nächsten Jahr sollten dann in Deutschland weitere 10.000 Stellen gestrichen werden. Von den neun Milliarden Euro staatlicher Hilfen sind dem Bericht zufolge drei Milliarden aufgebraucht.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte im November erklärt, dass im gesamten Konzern 27.000 Vollzeitstellen überflüssig seien, weil die Airline durch die Krise dauerhaft schrumpfen werde.