Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Hohe Verluste erwartet

Ryanair plant, 3000 Piloten und Flugbegleiter zu entlassen

Ryanair-Flugzeuge stehen am Boden
Ryanair-Flugzeuge am Boden – jetzt drohen auch bei dem irischen Billigflieger EntlassungenFoto: Getty Images

Weiterhin ist nicht in Sicht, wann der Flugverkehr in Deutschland oder Europa wieder aufgenommen wird. Reisen ins Ausland sind momentan nicht erlaubt, es gibt eine weltweite Reisewarnung. Viele Airlines kämpfen ums Überleben, auch der irische Billigflieger Ryanair bleibt davon nicht verschont.

Billigflieger Ryanair plant den Abbau von bis zu 3000 Arbeitsplätzen. Dabei werde es sich vor allem um Piloten und Kabinenpersonal handeln, gab Konzernchef Michael O’Leary bekannt. Wegen der Coronakrise prüfe das irische Unternehmen nun seine Wachstumspläne und Flugzeugbestellungen. Dazu würden Gespräche mit dem US-Hersteller Boeing geführt. Für das laufende zweite Quartal erwartet Ryanair einen Verlust von 100 Millionen Euro. Das wäre das erste Minus des Konzerns in diesem Zeitraum überhaupt, sagte O’Leary.

Ryanair erwartet Erholung erst 2022

Er geht inzwischen davon aus, dass die Normalisierung des Betriebs erst im Juli beginnt. Bislang war das Management von Juni ausgegangen. Es rechnet nun damit, im dritten – und traditionell wichtigsten – Quartal nur 50 Prozent der geplanten Flüge durchführen zu können.

Außerdem beschwerte sich O’Leary, dass die konkurrierenden Airlines wie Lufthansa oder Air France-KLM mit Staatsgeldern „gedopt“ würden. „Die Preisgestaltung wird düster sein. Das Wettbewerbsumfeld wird düster sein, ich denke für die nächsten zwei oder drei Jahre“, sagte er. Und weiter: „Wir werden jetzt mit Fluggesellschaften konkurrieren, die gigantische Summen an staatlichen Beihilfen erhalten haben und bar jeder Wirtschaftlichkeit für immer weitermachen können.“ O’Leary sagte, er komme auf insgesamt 30 Milliarden Euro, die 14 Airlines in Europa an Steuergeldern bekämen.

Auch interessant: Ryanair-Chef: »Wenn der Mittelsitz leer bleiben soll, werden wir nicht mehr fliegen

Er werde dagegen klagen. Aber bis das geklärt wäre, sei der Schaden schon angerichtet. „Der freie Wettbewerb, der die Luftfahrt in Europa in den vergangenen 30 Jahren umgekrempelt hat, ist jetzt ernsthaft bedroht.“

Wird Lauda zu Ryanair?

Zudem droht Ryanair mit der Schließung der österreichischen Tochter Lauda in Wien. Lauda-Jets würden mit Ryanair-Flugzeugen ersetzt, sollte die Belegschaft nicht zu Lohnkürzungen und neuen Arbeitsverträgen bereit sein, sagte O’Leary weiter. Die Gespräche zwischen Lauda und der Gewerkschaft seien schwierig. „Wir haben eine Frist bis zum 20. Mai gesetzt“, sagte er. Sollten sich die Angestellten weigern, würde die Lauda-Basis in Wien geschlossen. „Wenn wir Lauda schließen, kommt sie als Ryanair zurück: größer und angriffslustiger als Lauda jemals war.“

Ryanair ist bei der vom früheren Rennfahrer Niki Lauda gegründeten Fluggesellschaft 2018 eingestiegen und übernahm sie im Januar 2019 ganz.

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für