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TRAVELBOOK erklärt das Sahara-Wetter-Phänomen

Am Freitag, den 13. trifft uns der Blutregen!

Das Staubausbreitungsmodell der Universität Athen zeigt, wo sich der Staub am Donnerstag befindet Foto: Dominik Jung / Universität Athen

Endlich ist der Frühling voll da, die Bäume werden grün und die ersten Blumen erfreuen uns mit ihren Farben. Doch mit der Wärme steigt auch das Gewitterrisiko, in weiten Teilen des Deutschlands ist ab Donnerstagabend mit Schauern zu rechnen. Und die könnten vor allem am Freitag rötliche Spuren auf unseren Straßen und Autos hinterlassen. „Blutregen“ wird das Phänomen genannt – TRAVELBOOK erklärt, was es damit auf sich hat.

Ist Ihnen aufgefallen, dass der Himmel in den vergangenen Tagen leicht diesig war und die Sonne nicht richtig durchkam? Womöglich haben Sie auch einen rötlichen Staub auf Ihrem Auto, auf Fensterscheiben und auf der Straße bemerkt, der dort sonst nicht zu finden ist. Was steckt dahinter? Tatsächlich handelt es sich hierbei um Wüstensand aus dem Norden Afrikas, der aufgrund von Sandstürmen in der Sahara in die Atmosphäre gelangt und dann zu uns geweht wird.

Blutregen
Diese Grafik zeigt, wie der Saharastaub aus Afrika sich in Richtung Norden fortbewegtFoto: Barcelona Dust Forecast Center

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„Dieser Sahara-Staub produziert eine vielfach dünne Bewölkung. Sie ist zwar oftmals recht dünn, reicht aber, um den gesamten Himmel trüb und grau erscheinen zu lassen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net das Phänomen auf Nachfrage von TRAVELBOOK. „An den kleinen Staubpartikeln, die den langen Weg von der Sahara bis zu uns hinter sich haben, lagert sich Feuchtigkeit an.“ Daraus entstehen dem Klimaexperten zufolge irgendwann Wassertröpfchen, und sehr viele davon bilden schließlich Wolken. „Die Wolken wirken dann durch den Staub teilweise leicht bräunlich oder auch gelblich“, sagt Jung.

Am Freitag, den 13. kommt der Blutregen 

Wenn dann auch noch Schauer dazukommen, entsteht ein weiteres Phänomen, das im Volksmund „Blutregen“ genannt wird. „Dabei werden die Staubpartikel zum Teil aus der Atmosphäre ausgewaschen und der Regen hat am Boden eine leicht bräunliche Färbung“, sagt Dominik Jung. Laut dem Wetterportal „Weather.com“ wird der Höhepunkt des Blutregens in Deutschland zwischen Donnerstag 23 Uhr und Freitag 6 Uhr erwartet. Vor allem dem Norden stünde am Freitag, den 13., ein „rotes Erwachen“ bevor. Am meisten Wüstenstaub soll demnach in und um Hamburg und über der Lüneburger Heide niedergehen. Aber auch Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Berlin seien vom Blutregen betroffen.

Blutregen
Mit dem Regen wird der Staub ausgewaschen und legt sich auf Autos und StraßenFoto: dpa Picture Alliance

Es gibt auch „trockenen“ Blutregen

Auch ohne Regen kann es sein, dass der rötliche Staub sich auf Straßen und Autos legt. „Im Fall der sogenannten trockenen Disposition fallen die Partikel einfach durch die Schwerkraft bedingt nach unten“, erklärt Jung. Durch diesen Staub kommt es dem Wetterexperten zufolge auch zu schönen Sonnenauf- und Untergängen, da die Partikel zusätzlich einen Einfluss auf die Brechung des Sonnenlichts haben.

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