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Kaspisches Seemonster als Vorbild

Mix aus Boot und Flugzeug – der „Seaglider“ soll das Reisen revolutionieren

Der „Seaglider¶ von „REGENT Craft Inc“ : Ein elektrischer und emissionsfreier Ekranoplan
Die „fliegende Fähre“: Mit fast 300 km/h soll der vollständig elektrisch betriebene „Seaglider“ schon bald über dem Wasser gleiten Foto: REGENT

Halb Schiff, halb Flugzeug: Der „Seaglider“ des US-amerikanischen Startup-Unternehmens „Regent Craft Inc.“ soll schon bald das Pendeln zwischen Küstenstädten revolutionieren. Der Hybrid wird rein elektrisch angetrieben und soll eine emissionsfreie, nachhaltigere Form der Fährschifffahrt ermöglichen.

Ab dem Jahr 2025 soll der „Seaglider“ als erster vollständig elektrisch betriebener Hybrid aus Flugzeug und Schiff Passagiere befördern. Dabei sollen bis zu 290 km/h erreicht werden – eine beachtliche Geschwindigkeit, werden somit konventionelle Fährfahrten um einiges verkürzt. Die Reisezeit über den Ärmelkanal zwischen dem englischen Portsmouth und dem französischen Cherbourg würde nur noch 40 Minuten dauern. Damit wäre die Überfahrt mit dem „Seaglider“ sechs Mal schneller als mit bisherigen Verbindungen.

Das Konzept des „Seagliders“

Der „Seaglider“ ist ein „Wing-in-Ground-Effect-Vehicle“ (WIG) – ein in Bodennähe fliegendes Tragflächenboot. Als Hybrid vereint der „Seaglider“ die Vorteile verschiedener Transportmittel: den Komfort von Fährschiffen, die aerodynamische Effizienz von Luftkissenfahrzeugen und die Geschwindigkeit von Flugzeugen.

Die Kreuzung aus Schiff und Flugzeug ist nicht neu: Der „Ekranoplan“ wurde einst in der Sowjetunion entwickelt. Genau wie das berühmte „kaspische Seemonster“ macht sich der „Seaglider“ den sogenannten Bodeneffekt zunutze. Knapp über dem Wasser gleitet es auf einer rotierenden Luftwelle und muss daher deutlich weniger Energie als herkömmliche Flugzeuge aufbringen.

Zunächst läuft der hybride „Seaglider“ wie ein Schiff aus dem Hafen aus, um dann auf den Tragflächen ins Gleiten zu kommen. Im offenen Gewässer beschleunigt die Flugzeug-Fähre mit den Hauptantrieben an den Tragflächen und baut dadurch das Luftkissen auf, auf dem es bis zum Zielort „reitet“. Vollständig elektrisch betrieben, soll der „Seaglider“ mit heutiger Batterietechnik bis zu 290 Kilometer zurücklegen können. Aufgrund der stetigen Verbesserungen der Akkutechnologie geht „Regent Craft Inc.“ für die „Seaglider“-Modelle der nächsten Generation von einer Reichweite von bis zu 800 Kilometern aus.

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„Regent Craft Inc.“ gibt an, dass bereits 2025 erste kleine Modelle eingesetzt werden, die bis zu zwölf Personen transportieren. Zukünftige „Seaglider“-Modelle sollen mit einer Kapazität von 50 bis 150 Passagieren verkehren und könnten bereits ab dem Jahr 2028 eingesetzt werden.

Quellen

  • „Täglicher Hafenbericht THB
  • CNN