Tierschutz-Regelung aufgehoben

Auf Mallorca darf bei Stierkämpfen wieder getötet werden

Stierkampf auf Mallorca
In den Stierkampf-Arenen auf den Balearen-Inseln soll künftig wieder Blut spritzen
Foto: Picture Alliance

Gerade erst verboten und schon wieder erlaubt: Zum Entsetzen von Tierschützern darf auf Mallorca und den anderen balearischen Inseln bei Stierkämpfen wieder getötet werden. Das spanische Verfassungsgericht hat nach Medienberichten die Änderung des Tierschutzgesetzes aus dem Jahr 2017 aufgehoben.

Die seit vergangenem Jahr auf den Balearen geltenden, so genannten Stierkampf-Light-Regelungen haben ab sofort keine Gültigkeit mehr. Das spanische Verfassungsgericht hat die entsprechende Änderung des Tierschutzgesetzes am Donnerstag wieder aufgehoben, berichtet die „Mallorca-Zeitung“. Das Gericht begründe seine Entscheidung damit, dass in Spanien der Stierkampf als „nationales Kulturgut“ gelte.

Die vorherige, Ende Juli 2017 in Kraft getretene Änderung des Tierschutzgesetzes war von der linksgrünen Landesregierung eingebracht worden. Demnach waren auf den Balearen blutige Stierkämpfe untersagt. Die Toreros durften die Tiere weder verletzen noch töten. Darüber hinaus durften auch nur noch drei Stiere für jeweils zehn Minuten in den Arenen herausgefordert werden, wie „Spiegel Online“ berichtete.

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Stierhatz in Fornalutx

Auch die traditionelle Stierhatz in Fornalutx, einer Gemeinde im Nordwesten Mallorcas, habe in ihrer bisherigen Form nicht mehr stattfinden dürfen, schreibt „Spiegel Online“ unter Berufung auf die spanische Nachrichtenagentur Europa Press weiter. Demnach dürfe der Stier nicht mehr an einem Seil durch die Gassen gehetzt werden, sondern auf einem Gelände frei laufen.

Trotz massiver Proteste von Tierschützern ist der Stierkampf in weiten Teilen Spaniens nach wie vor beliebt. Laut „Spiegel Online“ besuchten nach Schätzungen jedes Jahr sechs Millionen Menschen die Arenen. Die Zahl der Stierkämpfe sei in den vergangenen Jahren allerdings gesunken, von 475 im Jahr 2012 auf 386 in 2016.

 

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