Lohnt sich der Kauf der „Tiny Houses“?

Tchibo verkauft jetzt Häuser auf Rädern

Tiny Houses von Tchibo
Tchibo vermarktet derzeit Tiny Houses – Häuschen auf Rollen
Foto: Tchibo

In den USA sind sie schon länger Trend: Tiny Houses, kleine Häuser auf Rädern, die wie ein Wohnwagen per Anhängerkupplung vom Auto gezogen werden können. Auch in Deutschland kann man sich bereits von verschiedenen Herstellern ein solches Häuschen bauen lassen. Jetzt ist das Hamburger Handelsunternehmen Tchibo auf den Trend aufgesprungen. Aber lohnt sich der Kauf beim Kaffeeröster?

Fahrräder, Sportbekleidung, Küchengeräte, Sportboote – es wirkt fast wahllos, was Tchibo alles verkauft. Nun bietet das Hamburger Unternehmen ganze Häuser an, wenn auch nur sehr kleine: Seit Mitte Mai bietet Tchibo sogenannte Tiny Houses an, kleine fahrbare Unterkünfte, die so gestaltet sind, dass sie weniger wie ein klassischer Wohnwagen aussehen, sondern eben wie kleine Häuschen.

Der Trend der Tiny Houses stammt ursprünglich aus den USA, dort sieht man schon seit Längerem Menschen mit Häuschen hinterm Auto durchs Land fahren. Es ist eine regelrechte Bewegung daraus entstanden, bei der es darum geht, ein vermeintlich freieres Leben zu genießen, auf viele materielle Dinge zu verzichten und sich auf das Nötigste zu beschränken. Das Besondere: Mit den Häuschen kann man nicht nur an fast jeden beliebigen Ort fahren, man kann sie – zumindest theoretisch – auch auf festen Stellplätzen als ständiges oder vorübergehendes Zuhause nutzen, etwa auf einem Gartengrundstück oder einem Campingplatz. Allerdings gibt es in Deutschland einige Vorschriften, die es zu beachten gibt.

Wie man mit seinem eigenen Haus auf Reisen geht

Drei Modelle verfügbar

Bei Tchibo sind die Tiny Houses in drei Varianten und unterschiedlichen Größen verfügbar: als 10 Quadratmeter große Holzkonstruktion mit Spitzdach und kleiner Veranda (siehe großes Foto oben), als rund 16 Quadratmeter umfassender moderner Flachdachbau mit zwei Etagen sowie als mehr als 20 Quadratmeter großes Haus mit Schlafloft unterm Spitzdach. Alle Modelle haben Bad und WC, eine Mini-Kochzeile, eine Außenhülle mit Mineralfaserdämmstoff sowie eine komplette integrierte Haustechnik (Strom, Warmwasseraufbereitung & Heizung, Frischwasser- & Abwasseranschluss).

Tchibo Tiny Houses

Die größte Variante bietet Platz auf etwas mehr als 20 Quadratmetern
Foto: Tchibo

Kooperation mit Schreiner-Unternehmen

Tchibo produziert die Häuschen auf Rädern nicht selbst, sondern ist eine Kooperation mit einem Schreiner aus Hamm in Westfalen eingegangen, der die Tiny Houses schon seit Längerem professionell herstellt. Für Tchibo hat er die drei Modelle eigens entworfen. Kaufen lassen sich die Häuschen jedoch nicht direkt per Mausklick, wie Tchibo-Pressesprecherin Helen Rad auf Nachfrage von TRAVELBOOK erklärt, sondern man müsse zunächst Informationsmaterial anfordern oder sich direkt mit Schreiner Stefan Diekmann in Verbindung setzen.

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Lohnt sich der Kauf eines Tiny House bei Tchibo?

Nicht unbedingt, denn ganz billig sind die fahrbaren Häuser nicht: Bei Schreiner Diekmann zum Beispiel gibt es laut einem Bericht von „RP Online“ vom Januar 2018 bereits Tiny Houses ab 25.000 Euro.

Tchibo Tiny Houses

Ein Schlafplatz unterm Spitzdach
Foto: Tchibo

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Gibt es bereits Interessenten?

Der Schreiner hat Tchibo-Sprecherin Rad zufolge bereits sehr viele Anfragen erhalten, darunter auch viele ernst gemeinte. „Niemand hat damit gerechnet, dass es so ein riesiges Interesse gibt.“ Noch bis 26. Juni sind die speziellen Tchibo-Modelle verfügbar. Wer allerdings hofft, noch in diesem Sommer mit einem Tiny House einen Roadtrip zu unternehmen, dürfte enttäuscht werden: „Ein halbes Jahr kann die Herstellung schon dauern“, sagt Rad. Der Schreiner habe seine ursprüngliche Zeitangabe aufgrund der vielen Anfragen deutlich erhöhen müssen.

Es ist also gut möglich, dass man woanders nicht nur günstiger wegkommt, sondern sogar noch früher ein solches Häuschen sein Eigen nennen kann.

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