Thomas Cook Aviation

Deutsche Airline wegen Corona-Krise insolvent

Flugzeug von Condor Thomas Cook auf dem Rollfeld
Die Flugzeuge der Thomas Cook Aviation flogen für Condor
Foto: Getty Images

Die komplette Reisebranche steht vor einer der größten Herausforderungen aller Zeiten. Aufgrund der Corona-Pandemie sind Reisen weltweit extrem heruntergefahren, kaum noch jemand macht Urlaub im Ausland. Das trifft natürlich Reiseanbieter und Airlines mit voller Wucht.

Mit der Airline Thomas Cook Aviation hat es jetzt die erste deutsche Fluggesellschaft getroffen – sie meldet Insolvenz an. Das berichtet „Focus“ unter Berufung auf eine Videobotschaft der Geschäftsführung. Nach Angaben des Magazins sagte Airline-Chef Ralf S. Nagel, dass das Unternehmen eine Insolvenz im Schutzschirmverfahren anstrebe.

Es wurde ein Rahmenvertrag gekündigt, wie der „Focus“ berichtet. Nach Angaben von Nagel versuche die kleine Airline (die Flotte besteht aus sechs Airbus-Maschinen) jetzt, anderweitig noch Geld zu verdienen, z.B. mit Transportflügen für medizinische Ausrüstung.

Wird Condor verstaatlicht?

Condor selbst hatte bereits im vergangenen Jahr, aufgrund der Pleite von Thomas Cook, mit extremen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen und einen Staatskredit über 380 Millionen Euro aufgenommen, welcher eigentlich am 15. April fällig wird. Jetzt aber heißt es, dass die Airline womöglich sogar verstaatlicht werden könnte. Insidern zufolge zeichne sich das ab, berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“ exklusiv.

 

Auch interessant: Billig-Airlines fliegen jetzt mit leeren Maschinen

Die geplante Übernahme von Condor durch die polnische Fluggesellschaft LOT drohe an den Forderungen der Polen zu scheitern, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen. LOT-Eigner PGL fordere so weitreichende Garantien, dass ein Verkauf für den Bund unattraktiv wäre. Stattdessen arbeiteten die Beteiligten nun daran, dass vorerst der Bund über die Förderbank KfW bei Condor einsteige. Wenn die Coronavirus-Krise überstanden sei, wolle man dann einen neuen Verkaufsprozess starten.

„Gespräche dazu laufen“, sagte ein Insider. Condor erklärte, man nehme zu Spekulationen keine Stellung. Man sei aber mit allen Beteiligten im Gespräch. „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

Themen