Länderübergreifendes Prestige-Projekt

Neue Megacity am Roten Meer geplant

Sinai-Halbinsel aus der Luft
Die Sinai-Halbinsel aus der Luft. Auch sie ist zum Teil in dem Megaprojekt Neom eingeschlossen
Foto: Getty Images

Es ist ein Projekt, das größenwahnsinnig erscheint: eine gigantische Stadt, die sich über drei Länder erstreckt. Neom, so der Name des Vorhabens, ist das Herzstück der „Vision 2030“, mit der die saudi-arabische Herrscherfamilie die Zukunft der Golfmonarchie absichern. Was hinter den ambitionierten Plänen steckt.

Die Zukunftsstadt am Roten Meer, zu der auch ein riesiger Technologiepark gehören wird, soll sich laut Planung auf einer Fläche von 26.500 Quadratkilometern über drei Länder (Saudi-Arabien, Jordanien und Ägypten) erstrecken und soll etwa 500 Milliarden Dollar kosten. Zusätzlich sollen vor der 465 Kilometer langen Sandstrandküste auch 50 Luxus-Resorts entstehen.

Saudi-Arabien will unabhängiger vom Erdöl werden

Das Megaprojekt soll ab 2025 von einer unabhängigen Wirtschaftszone mit eigenen Gesetzen und Steuern profitieren, Solartechnologie und Windkraftanlagen werden Neom nach den Plänen des Thronfolgers Mohammed bin Salman mit Energie versorgen.

Mit dem Mega-Projekt will sich Saudi-Arabien unabhängiger von Erdöleinnahmen machen und den Grundstein für die Entwicklung neuer Technologien legen.

In Kairo empfing nun der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sissi den Kronprinzen des Nachbarlands und gemeinsam unterzeichnete man dort einen Vertrag, laut dem sich Neom auf einem Gebiet von 1000 Quadratkilometern auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel ausweiten wird, wie der Nachrichtensender „al Arabiya“ aus Dubai berichtet.

Das Gebiet wird demnach langfristig an Saudi-Arabien verpachtet. Ein Teil des Mega-Projekts soll auch dem Tourismus gewidmet sein, wie die australische Nachrichtenseite news.com.au berichtet, sollen demnach 50 Resorts entstehen. Zudem sei die Errichtung von 50 künstlichen Inseln im Roten Meer geplant sein – angeblich so, dass der vielfältigen Unterwasserwelt vor Ort nicht geschadet wird. 

Prestige-Projekt sorgt für Kontroverse

Die Mega-Hightech-Stadt sorgt schon jetzt für Kontroversen, denn auch die Inseln Tiran und Sanafir, die einige Kilometer südlich vom Eingang zum Golf von Akaba liegen, sollen darin integriert werden. Das berichtet unter anderem die „Wirtschaftswoche“. Stein des Anstoßes ist demnach, dass beide Inseln einem Abkommen zwischen Ägypten und Saudi-Arabien aus 2016 zufolge unter Kontrolle der Saudis gestellt werden sollen. In der ägyptischen Bevölkerung sei es deshalb zu Protesten gekommen, so das Wirtschaftsblatt.

Die Bauarbeiten sollen news.com.au zufolge bereits im kommenden Jahr beginnen. Ein erster Teil der Mega-City soll dann 2022 fertiggestellt sein.

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