Mit Warenkorb

Tui will Reisebuchung wie Einkauf bei Amazon gestalten

Matthias Gehring
Matthias Gehring leitet den Bereich Digital Commerce bei Tui Deutschland.
Foto: Foto: Tui/dpa-tmn

Reisen werden längst nicht mehr nur im Reisebüro gebucht. Deshalb baut auch Tui Deutschland seine Webseite tui.com weiter aus. Dabei dient Amazon als Vorbild.

Was hat Tui mit Amazon gemeinsam? Und warum ist es sinnvoll, Smartphone-Nutzer zum Buchen einer Reise ins Reisebüro zu locken? Ein Interview mit Matthias Gehring, Leiter Digital Commerce bei Tui Deutschland.

Sie sprechen von shoppen wie bei Amazon – was hat es damit auf sich?
Matthias Gehring: „Der wesentliche Punkt ist, dass wir auf tui.com einen Warenkorb einführen.

Für wen ist das von Interesse?
Gehring: „Ein typischer Fall ist eine USA-Reise, bei der Kunden sechs oder sieben Hotels buchen wollen. Das war bisher sehr aufwendig, jedes Hotel musste online einzeln gebucht werden. Das geht aber auch für die ganz klassische Reise, zum Beispiel nach Teneriffa. Da hat der Kunde vielleicht schon das Paket aus Flug und Hotel, aber er möchte weitere Leistungen hinzufügen, zum Beispiel Mietwagen oder Ausflüge. Auch Mehrzimmerbuchungen waren rein technisch online bislang nicht möglich, zum Beispiel, wenn eine Familie zwei Zimmer haben möchte. Das ging bislang nur über das Contact-Center oder das Reisebüro.“

Das Reisebüro bleibt aber für Tui von großem Interesse. Sie vernetzen beide Welten sogar noch viel stärker.
Gehring: „Wir haben ein eigenes Team, das sich um die Brücken zwischen Reisebüro und online kümmert. Bei einem Pilotprojekt blenden wir zum Beispiel Kunden mit einer Tui-App auf ihrem Smartphone ein Displaybanner ein, wenn sie sich in einer Entfernung von 500 Metern von einem Reisebüro befinden. Wenn ich einen Kunden erst einmal im Gespräch habe, ist es deutlich einfacher, ihn zur Buchung einer Reise zu bewegen.“

Warum ist die Vernetzung zwischen online und Reisebüro so wichtig?
Gehring: „Ich habe sehr viele Besucher auf der Website, die Reisebüros haben dagegen sehr viel Stammkundschaft. Online lassen sich viele nur inspirieren, hier ist die Abschlussquote niedriger. Deshalb ist es wichtig, auch die Neukunden ins Büro zu lenken. Die alte Zeit, in der online und offline gegeneinander agiert haben, darf es nicht mehr geben.“

Zur Person: Matthias Gehring leitet den Bereich Digital Commerce bei Tui Deutschland.